Tuesday, September 16, 2008
Rund 250 BesucherInnen kamen am 13.09 zu einem vom Neumünsteraner Bündnis gegen Rechts organisierten Sommerfest auf dem Postparkplatz gegenüber der alternativen Aktion Jugendzentrum. In unmittelbarer Nähe die Nazikneipe Titanic. ...lesen
Tuesday, March 18, 2008
Anschläge auf Titanic in Neumünster
Im schleswig-holsteinischen Neumünster kam es in den letzten 2 Wochen zu zwei Anschlägen auf die Nazikneipe "Titanic", sowie einen Anschlag auf die nahegelegene Fatih-Moschee ...lesen
Wednesday, September 19, 2007
Antifakampagne und Aktionstag in Neumünster
Seit nun schon 11 Jahren existiert der Club 88 in Neumünster und zieht zur alljährlichen Geburtstagsfeier mehrere hundert Nazis in die Stadt.
Die Stadtregierung versucht seit Jahren kontinuierlich zu vermeiden auf das Thema Rechtsradikalismus einzugehen. Oberbürgermeister Unterlehberg zufolge habe die Stadt kein Naziproblem.
Wer aber durch die Straßen geht, sieht etwas anderes. In mehreren Kneipen haben Nazis Fuß gefasst, eine weitere, die "Titanic" gehört sogar einem und dann ist da natürlich auch noch der Club 88 ...lesen
Siehe auch:
„Club 88“ will feiern [22.09.07]
SH: NPD wirbt für `Club 88`
Szenetreff feiert Jubiläum [27.09.07]
Die Stadtregierung versucht seit Jahren kontinuierlich zu vermeiden auf das Thema Rechtsradikalismus einzugehen. Oberbürgermeister Unterlehberg zufolge habe die Stadt kein Naziproblem.
Wer aber durch die Straßen geht, sieht etwas anderes. In mehreren Kneipen haben Nazis Fuß gefasst, eine weitere, die "Titanic" gehört sogar einem und dann ist da natürlich auch noch der Club 88 ...lesen
Siehe auch:
„Club 88“ will feiern [22.09.07]
SH: NPD wirbt für `Club 88`
Szenetreff feiert Jubiläum [27.09.07]
Wednesday, August 08, 2007
Extrem rechte Band „Allerseelen“ will in Münchner Diskothek auftreten
Für den 1. September 2007 ist in der Münchner Diskothek „Titanic City“ ein "Neofolk & Industrial Festival" unter dem Titel „Miel Noir“ angekündigt. Bei diesem Festival soll auch die extrem rechte Band Allerseelen aus Wien auftreten, was von den Organisatoren, dem österreichischen Versand/Label „Steinklang“, in der Öffentlichkeit längere Zeit verschwiegen wurde. So enthält der auf der Festival-Homepage abgebildete Flyer, mit dem in ganz Europa für das Konzert geworben wird, auf vielen deutschen Websites nur den Hinweis auf eine unbekannte Band namens „Feuervogel“. „Feuervogel“ ist einer der größten Hits der Band Allerseelen. Auf einem Eintrag auf der „Miel Noir“-Seite und an anderen Stellen ist in der Band-Auflistung neben Hekate, Institution D.O.L., Svarrogh, Job Karma und Voyvoda nun aber offen von Allerseelen statt von „Feuervogel“ die Rede. ...lesen
Tuesday, June 02, 2009
Kiel: Abgesagte Nazikundgebung
Für Samstag, 23. Mai hatten Kieler Neonazis trotz der zeitgleichen Nazidemo in Lüneburg und eines angekündigten Fußballtourniers des Neumünsteraner Nazitreffpunkts "Titanic" eine Kundgebung nahe der Landesbank Schleswig-Holstein in der Küterstraße beim Alten Markt angemeldet, die um 11 Uhr beginnen sollte. Nachdem dies bekannt geworden war, mobilisierten die Autonome Antifa-Koordination Kiel und der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus Kiel seit dem Vortag kurzfristig zu antifaschistischen Gegenaktionen.
(...)
Zeitgleich sammelten sich seit etwa 9.30 Uhr am Hauptbahnhof ein paar Nazis, die allesamt der Aktionsgruppe Kiel und deren Umfeld zugerechnet werden können. Um etwa 10.30 Uhr waren sie zu acht und wurden seitdem auch nicht mehr mehr. Um 11 Uhr kam es aus dieser Gruppe heraus zu einer kurzen Jagd von etwa fünf Nazis (darunter u.a. Kati L.) auf zwei sich am Bahnhof aufhaltende vermeintliche Antifaschisten. Daraufhin begab sich ein Großteil der Teilnehmer/-innen der Antifa-Kundgebung am Alten Markt Richtung Bahnhof, da es gerüchteweise auch zu einem Angriff auf die Gejagten gekommen sein sollte, was jedoch nicht bestätigt werden konnte. Einige der beteiligten Nazis wurden darauf von der Polizei in Gewahrsam genommen. Kurz darauf, um ca. 11.15 Uhr zog die Polizei ihr Aufgebot am Alten Markt ab und ließ verlauten, dass die Nazis ihre Kundgebung soeben abgemeldet hätten. Angeblich, weil die Anzahl der mobilisierten "Kameraden" hinter ihren Erwartungen zurück geblieben war. ...lesen
(...)
Zeitgleich sammelten sich seit etwa 9.30 Uhr am Hauptbahnhof ein paar Nazis, die allesamt der Aktionsgruppe Kiel und deren Umfeld zugerechnet werden können. Um etwa 10.30 Uhr waren sie zu acht und wurden seitdem auch nicht mehr mehr. Um 11 Uhr kam es aus dieser Gruppe heraus zu einer kurzen Jagd von etwa fünf Nazis (darunter u.a. Kati L.) auf zwei sich am Bahnhof aufhaltende vermeintliche Antifaschisten. Daraufhin begab sich ein Großteil der Teilnehmer/-innen der Antifa-Kundgebung am Alten Markt Richtung Bahnhof, da es gerüchteweise auch zu einem Angriff auf die Gejagten gekommen sein sollte, was jedoch nicht bestätigt werden konnte. Einige der beteiligten Nazis wurden darauf von der Polizei in Gewahrsam genommen. Kurz darauf, um ca. 11.15 Uhr zog die Polizei ihr Aufgebot am Alten Markt ab und ließ verlauten, dass die Nazis ihre Kundgebung soeben abgemeldet hätten. Angeblich, weil die Anzahl der mobilisierten "Kameraden" hinter ihren Erwartungen zurück geblieben war. ...lesen
Thursday, February 12, 2009
Wir unverkrampften Rassisten
Über die merkwürdige Ignoranz, mit der in Deutschland selbst die gesellschaftliche Mitte über Diffamierung anderer Menschen nicht diskutieren will Am 20. Januar wird Barack Obama in das Amt des US-Präsidenten eingeführt. Bei den Reaktionen auf seine Wahl Anfang November überraschte Silvio Berlusconi mit der Charakterisierung, Obama sei "jung, ansehnlich und sogar gebräunt". Es ist leicht, diese Äußerung als rassistisch abzutun. Das haben die meisten hiesigen Betrachter so gesehen, und deshalb könnte man zu dem Schluss kommen, Deutschland habe kein Problem mit einem schwarzen US-Präsidenten.
Dass es nicht ganz so leicht ist, zeigt der Blick auf weitere Reaktionen. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung veranschaulichte den Wahlsieg Obamas mit einer Greser-&-Lenz-Karikatur, auf der das Weiße Haus zu sehen war, das schwarz angestrichen wird. In der ersten Schmidt & Pocher-Sendung nach der Wahl wurde von Obamas Verwandten in Kenia zur Persiflage einer Ratgebersendung übergeleitet, die den Energieverbrauch unter Kannibalen problematisierte. Die Titanic präsentierte auf ihrem Dezember-Titel "Obamas Schattenkabinett" - eine schwarze Seite, auf der nur Augen und Münder zu sehen waren, die an die Darstellung von Schwarzen in der Hochzeit des Kolonialismus erinnerten.
Daran hat sich öffentlich kaum jemand gestört außer Betroffenen wie dem schwarzem Entertainer Ron Williams, der im Interview mit dem Deutschlandfunk - wo häufiger von "Farbigen" die Rede war - darauf hinwies, dass er nicht "farbig" genannt werden wolle. Dabei ist äußerst bemerkenswert, dass die Berlusconi-Äußerung als diffamierend erkannt wird, die FAS-Karikatur aber nicht.
(...)
Daran zeigt sich das Elend des deutschen Rassismus-Diskurses. Zwar hat es keinen Mangel an aufklärerischem Furor ("anregende Debatte"). Zugleich werden aber rassistische Stereotypen unreflektiert reproduziert. Man ist sich einerseits des Inkriminierten an der Bezeichnung "Neger" irgendwie bewusst, will andererseits aber doch alles unter diesen Begriff subsumieren, was irgendwie mit "Schwarzen" zu tun hat ("Ficksoul"). Was in den USA im gleichen Milieu undenkbar wäre, geht im weißen deutschen Schreiben zusammen: Der Artikel über den Rassismus in Ostdeutschland, der mit dem Schwarzen sympathisiert, den er portraitiert, bezeichnet dessen Tochter schließlich als "farbig".
Auf diese Weise wird Dummy - und darin ist die relativ unbedeutende Zeitschrift beispielhaft für Zeitungsartikel und Fernsehtalks - selbst zu dem Problem, über das es angeblich eine Diskussion führen will: Die Grauzone, in der der deutsche Rassismus-Diskurs gefangen ist, wird permanent neu eingerichtet.
(...)
Das diffuse deutsche Rassismusbewusstsein macht es sich derweil in seiner vagen Selbstsicherheit bequem, indem es einfach die Regeln im Sprachverkehr ändert: Nicht die Äußerung bestimmt über das Denken, sondern der, der sie tut. So kann man einerseits den ostdeutschen Nazi und auch Berlusconi durchschauen, weil auf die naturgemäß keiner etwas hält. Und so können andererseits die Dummy-Macher keine Rassisten sein, weil sie sich selbst als "links" bezeichnen und "weil wir uns zu sicher waren, dass DUMMY völlig unverdächtig ist, rassistisch oder rechts zu sein", wie es auf der Website des Magazins heißt.
(...)
Worauf aber gründet sich diese Gewissheit, wenn zugleich von "Farbigen" geredet wird? Und woran erkennt man, wenn nicht an Äußerungen, dann rassistisches Denken - an Bomberjacke und Springerstiefeln? Oder am weißen Kapuzengewand?
(...)
"Political Correctness" im Grunde ein emanzipatorisches Projekt. Es geht nicht um schlichte Schablonen, sondern um kommunikative Regeln, die auch den Weg aus dem (verbalen) Sumpf einer beschämenden Kolonialgeschichte weisen. ...lesen
Dass es nicht ganz so leicht ist, zeigt der Blick auf weitere Reaktionen. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung veranschaulichte den Wahlsieg Obamas mit einer Greser-&-Lenz-Karikatur, auf der das Weiße Haus zu sehen war, das schwarz angestrichen wird. In der ersten Schmidt & Pocher-Sendung nach der Wahl wurde von Obamas Verwandten in Kenia zur Persiflage einer Ratgebersendung übergeleitet, die den Energieverbrauch unter Kannibalen problematisierte. Die Titanic präsentierte auf ihrem Dezember-Titel "Obamas Schattenkabinett" - eine schwarze Seite, auf der nur Augen und Münder zu sehen waren, die an die Darstellung von Schwarzen in der Hochzeit des Kolonialismus erinnerten.
Daran hat sich öffentlich kaum jemand gestört außer Betroffenen wie dem schwarzem Entertainer Ron Williams, der im Interview mit dem Deutschlandfunk - wo häufiger von "Farbigen" die Rede war - darauf hinwies, dass er nicht "farbig" genannt werden wolle. Dabei ist äußerst bemerkenswert, dass die Berlusconi-Äußerung als diffamierend erkannt wird, die FAS-Karikatur aber nicht.
(...)
Daran zeigt sich das Elend des deutschen Rassismus-Diskurses. Zwar hat es keinen Mangel an aufklärerischem Furor ("anregende Debatte"). Zugleich werden aber rassistische Stereotypen unreflektiert reproduziert. Man ist sich einerseits des Inkriminierten an der Bezeichnung "Neger" irgendwie bewusst, will andererseits aber doch alles unter diesen Begriff subsumieren, was irgendwie mit "Schwarzen" zu tun hat ("Ficksoul"). Was in den USA im gleichen Milieu undenkbar wäre, geht im weißen deutschen Schreiben zusammen: Der Artikel über den Rassismus in Ostdeutschland, der mit dem Schwarzen sympathisiert, den er portraitiert, bezeichnet dessen Tochter schließlich als "farbig".
Auf diese Weise wird Dummy - und darin ist die relativ unbedeutende Zeitschrift beispielhaft für Zeitungsartikel und Fernsehtalks - selbst zu dem Problem, über das es angeblich eine Diskussion führen will: Die Grauzone, in der der deutsche Rassismus-Diskurs gefangen ist, wird permanent neu eingerichtet.
(...)
Das diffuse deutsche Rassismusbewusstsein macht es sich derweil in seiner vagen Selbstsicherheit bequem, indem es einfach die Regeln im Sprachverkehr ändert: Nicht die Äußerung bestimmt über das Denken, sondern der, der sie tut. So kann man einerseits den ostdeutschen Nazi und auch Berlusconi durchschauen, weil auf die naturgemäß keiner etwas hält. Und so können andererseits die Dummy-Macher keine Rassisten sein, weil sie sich selbst als "links" bezeichnen und "weil wir uns zu sicher waren, dass DUMMY völlig unverdächtig ist, rassistisch oder rechts zu sein", wie es auf der Website des Magazins heißt.
(...)
Worauf aber gründet sich diese Gewissheit, wenn zugleich von "Farbigen" geredet wird? Und woran erkennt man, wenn nicht an Äußerungen, dann rassistisches Denken - an Bomberjacke und Springerstiefeln? Oder am weißen Kapuzengewand?
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"Political Correctness" im Grunde ein emanzipatorisches Projekt. Es geht nicht um schlichte Schablonen, sondern um kommunikative Regeln, die auch den Weg aus dem (verbalen) Sumpf einer beschämenden Kolonialgeschichte weisen. ...lesen
