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Friday, July 11, 2008

Wenn das Telefon merkwürdige Dinge tut

Seit Jahren wird gegen 27 G-8-Gegner und Linksradikale ermittelt, die angeblich Anschläge verübt haben sollen - und zwar mit allen Mitteln: Durchsuchungen, DNA-Analysen, Wanzen im Auto. Obwohl ihnen nichts nachzuweisen war, ziehen sich die Verfahren weiter hin.

Berlin - Wenn Armin Meyer, 66, aus der Küche seines Hauses in Niederfinow unweit der polnischen Grenze tritt, blickt er über das weitgehend unberührte Eberswalder Urstromtal. "Autonomes Altersheim" nennt der dreifache Großvater sein idyllisches Domizil. Verfassungsschützern, Polizisten und Bundesanwälten dagegen gilt das Haus als höchst verdächtiger Unterschlupf von subversiven Staatsfeinden oder gar als Treffpunkt für Terroristen.
Die Ermittler meinen, Meyer habe zusammen mit anderen Veteranen der Berliner Autonomenszene Linksradikale rekrutiert, die vor über einem Jahr aus Protest gegen G-8-Gipfel in Heiligendamm eine Serie von Brandanschlägen verübt hätten. Die Globalisierungsgegner, so warf es die Bundesanwaltschaft dem pensionierten Politologen und seinen Genossen vor, hätte eine "terroristische Vereinigung" gegründet.

Der Bundesgerichtshof (BGH) bremste die Bundesanwälte Ende vergangenen Jahres schon einmal kräftig aus. Der BGH entschied, Meyer und 19 weitere Beschuldigte dürften nicht nach Paragraph 129a als Terroristen verfolgt werden. Die Anschläge, um die es geht, seien nicht geeignet gewesen, den "Staat erheblich zu gefährden". Ähnliche, für die Bundesanwälte blamable Entscheidungen ergingen im Fall von Berliner Linksradikalen, die angeblich als Mitglieder einer "militanten gruppe" seit 2001 rund 25 Anschläge verübt haben sollen.
(...)
Die Beschuldigten haben das Gefühl, dass ihre Überwachung derweil munter weiterläuft.
"Unsere Telefone tun merkwürdige Dinge", sagt der Berliner Sozialwissenschaftler Andrej Holm ...lesen

Saturday, June 21, 2008

Punk wegen "Rune" auf Baseball-Kappe angeklagt

Ein gutes Jahr ist es her, da sprach der Bundesgerichtshof den Chef des Versandhandels Nix Gut aus Winnenden vom Vorwurf frei, er treibe Handel mit Nazi-Symbolen. Die Bundesanwälte hatten kistenweise Belastungsmaterial beschlagnahmt: T-Shirts, Anstecker und Kappen - mit durchgestrichenen Hakenkreuzen. Auch ein Käppi und eine Schallplatte der Punkband "Schleimkeim" waren darunter, auf deren Cover ein Hitlerkonterfei samt Hakenkreuz abgebildet war. Auf der Rückseite aber war das Wort "Faschoschweine" zu lesen. An dem Zacken-S, der germanischen Sigrune aus der SS-Ikonografie ähnlich, störten sie sich nicht. ...lesen

Monday, February 05, 2007

"Revolutionäre Zellen" : Die populäre Stadtguerilla steigt aus

Zwei Mitglieder der "Revolutionären Zellen" stellen sich nach 19 Jahren Illegalität - und erhalten Haftverschonung. Wie die RAF wurden die RZ als terroristische Vereinigung verfolgt, änderten aber nach der Ermordung eines ihrer Kämpfer die Richtung ...lesen

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