antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Thursday, July 17, 2008

Solidarität unter Kameraden

Kameradschaft die mehr als Freundschaft ist, verspricht die neonazistische Szene. Kameraden in Haft versucht die "Hilfsgemeinschaft Nationaler Gefangener" beizustehen, fehlt Geld für's Rechtsrockkonzert zahlen wieder andere. "Echte Kameradschaft, wahrer Zusammenhalt", sagt der Aussteiger Patrick B., "das halten die ganz hoch."

"Nationale Solidarität", heißt es in der Szene, "stellt mehr als eine leer Worthülse dar." Unter der Parole "Aktion 5+X" rufen Freie Kameradschaften und Internetprojekte derzeit zu Spenden für den "nationalen Liedermacher" Michael Müller auf. Auch die niedersächsische NPD bittet um Geld für ihren Kameraden aus Bad Lauterberg. Das Neuartige an der Aktion: Gesammelt wird, weil Müller an Krebs erkrankt ist. Ihr Mann kämpfe mit einem schlimmer Hirntumor, lässt Annett Müller wissen, ebenso ein rechter Szenestar. Seine Medikamente würden nur auf Privatrezept verschrieben.

Das Schicksal Müllers werde von der Szene gezielt zur Selbstdarstellung genutzt, sagt der Rechtsrock-Experte Christian Dornbusch - inklusive einer unablässigen Betonung der "Solidarität" und ständiger Kritik an dem Gesundheitssystem. "Diese Szene braucht Heroen und Mythen", sagt Dornbusch. Auch Aussteiger Patrick B. berichtet, wie "so eine Kampagne richtig inszeniert" werde: Gerade um zu kaschieren, dass es bei Schicksalsschlägen mit dem Zusammenhalt nicht weit her ist.

Ganz so solidarisch verläuft auch die Aktion für Michael Müller nicht: In einschlägigen Internet-Foren beschweren sich einige über den Kontoinhaber, anderen bekunden, die Medikamente würden nicht helfen. Und einer fragt: "Was bring's wenn er sowieso stirbt?"

Eine "Soli-Auktion" starten jetzt Freie Kameraden in Neumünster: Am Samstag werden im dortigen "Club 88" private Sachspenden versteigert. Da zu wird ein musikalisches Programm angekündigt.

Quelle
Taz [17.07.08]

Monday, March 23, 2009

Großrazzia gegen rechtsextreme Musikszene

Die Polizei hat laut Medienberichten eine bundesweite Aktion gegen Rechtsextremisten gestartet. Mehr als 200 Wohnungen und Geschäftsräume von Angehörigen der rechtsextremen Szene in allen Bundesländern würden durchsucht, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden demnach mit. Dabei sollten vor allem verbotene Gegenstände wie Tonträger sichergestellt werden. Über vorläufige Ergebnisse des Einsatzes der “AG Netzwerk” wollen die Behörden am Nachmittag in Stuttgart informieren.

Mehr Informationen: Hardcore als Neonazi-Marke geschützt, NS-Hardcore ausschalten, Produktion von Nazi-Rock: Dänemark liefert Neonazis aus, “Autonome Nationalisten”: Neues Outfit, alter Hass, Alle Meldungen zum Thema Rechtsrock

Quelle
NPD-Blog [04.03.09]


Siehe auch:

Millionen-Geschäft Rechtsrock: Bundesweite Razzia in Wohnungen und Läden
Bundesweite Razzien: Rechtsextreme Musik im Visier (Staatsanwaltschaft Stuttgart, "Sturmversand", "Unser Auktionshaus", Sascha Deuerling, RACords )
Razzia gegen Neonazis
Großrazzia gegen Neonazi-Musikszene [05.03.09]
Großrazzia gegen Neonazi-Rocker (Chefermittler kündigt weitere Aktionen an)
Ebay für Neonazis ausgehoben
Schlag gegen die braune Musikszene
Nach Großrazzia planen Nazirocker Neues (Christian Dornbusch: "Die werden im Internet ein neues Portal einrichten.") [10.03.09]
Ermittlungen gegen 209 Rechte [13.03.09]

Thursday, June 11, 2009

Hits-Hetze

Die lustigen Zillertaler texten Lieder wie "Männer" und "Arschloch" rechtsradikal um

Im Cyberspace ist die "neue nationale Musiksensation" bereits mit Songs zum Downloaden präsent: Die lustigen Zillertaler betexten bekannte deutsche Hits neu und deuten sie damit ganz ihrer Gesinnung entsprechend um. Aus "Männer" von Herbert Grönemeyer machten sie etwa ein Hetzlied: "Zecken sind geisteskrank. Zecken schreien ,Nazis raus!'. Zecken sind furchtbar dämlich. Sie quatschen dich voll vom Holocaust".

"Wir schalten unsere Rechtsanwälte ein", heißt es aus dem Management von Grönemeyer. Henri Schmidt von den Prinzen versichert: "Wir werden alles Mögliche unternehmen, um das zu unterbinden." Ihre Anwälte würden bereits die Fakten überprüfen, sagte er der taz. Die lustigen Zillertaler coverten von den Prinzen "Alles nur geklaut". Die neue Botschaft: "Sie raubten unser Land. Ein Viertel der Nation haben sie schon. (…) Sie haben uns bestohlen, ganz dreist und unverhohlen. Das werden wir uns alles wiederholen. Denn das ist alles nur geklaut (…) Doch das wird immer Deutschland bleiben".

18 Songs haben die neonazistischen Musiker unter dem Titel "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten" mit einschlägigen Texten neu arrangiert.
(...)
"Mit dem Projekt möchten Die lustigen Zillertaler an einen alten Erfolg anknüpfen", sagt Christian Dornbusch, ...lesen

Wednesday, August 13, 2008

Rechte Bands dringen in etablierte Szenen ein

Ein Musikvideo auf YouTube: Eine Band spielt vor kahlen Betonwänden - enge T-Shirts, Cargohosen, tätowierte Arme. Die Musik: aggressiver Hardcore, ein seit Ewigkeiten in der linken Szene verwurzelter Stil. Aber hier spielen bekennende Nationalisten. Es gibt viele solcher Beispiele. Denn rechte Musik, das ist heute weit mehr als stumpfer Rechtsrock von Glatzköpfen. In mehreren Szenen haben sich solche Strömungen etabliert.
NSHC ist das Kürzel für die rechten Bands, die den linken Stil aufgegriffen haben: National Socialist Hard- oder Hatecore. Nicht nur das Styling dieser Gruppen ist anders als das «traditioneller» Neonazi-Kapellen: «Viele Textzeilen könnten auf den ersten Blick genauso von linken Hardcore-Bands kommen», sagt Jens Thomas, freier Dozent und Kenner der Szene. Da wird, fast immer auf Englisch, nicht etwa gegen Ausländer gesungen, sondern gegen das Kapital oder für Umweltschutz - was erstmal nicht nur den braunen Mob anspricht. ...lesen

Zum Thema:

RechtsRock – eine Einführung von Christian Dornbusch & Jan Raabe [08.09.08]
Rückblick: Die Entstehung der rechtsextremen Bewegung in Deutschland (Beitrag der tagesthemen aus dem Jahr 1992) [12.10.08]

Wednesday, September 20, 2006

Schulhof-CD: Informationen und Gegenstrategien

Die Exoerten Jan Raabe und Christian Dornbusch haben bei turnitdown neue Informationen und Hilfen zu der aktuellen NPD-Chulhof-CD bereitgestellt. Die Rechtsextremen planen offenbar, die CD demnächst auch bundesweit zu verteilen. Beim Wahlkampf in MV kam die Propaganda-CD auch zum Einsatz.

Qeulle
NPD-Blog [20.09.06]