antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Monday, November 06, 2006

Weg über die Parlamente: „Märkischer Heimatschutz“ aufgelöst

Thursday, September 06, 2007

NPD-Kader im Elternrat: Schule bestellt bei Nazi-Versand

Eine Grundschule in Boizenburg hat einem Bericht von Endstation Rechts zufolge 28 T-Shirts mit dem Logo und dem Schriftzug der Schule darauf bei einem rechtsextremen Textilversand aus Brandenburg gekauft. Offenbar engagiert sich der Neonazi Thomas `Steiner` Wullf an der Schule im Elternrat; Wulff gab den Angaben zufolge den Eltern zu verstehen, dass er T-Shirts zu günstig organisieren könnte und brachte den Textilversand eines Rechtsextremisten aus Brandenburg ins Spiel. Die T-Shirts wurden dem Bericht zufolge beim Textilversand des bekannten Neonazis Gordon Reinholz gedruckt und an die Schule geliefert. Diese habe die Rechnung bereits bezahlt, heißt es weiter. Reinholz war laut Wikipedia Anführer der Neonazi-Bande `Märkischer Heimatschutz`. ...lesen

Thursday, April 10, 2008

Vernetzte braune Szene

Über Rechtsextremismus in Hennigsdorf und Umgebung.

Laut einer Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut Emnid aus dem Januar könnte die rechtsextreme NPD in Brandenburg derzeit aus dem Stand 3 bis 4 Prozent der Stimmen erreichen – ohne Wahlkampf und ohne im Potsdamer Landtag überhaupt vertreten zu sein – schon von daher ein beunruhigend hoher Wert.

Noch beunruhigender wird diese Umfrage bei näherem Hinsehen: unter Wählern, die 18 bis 30 Jahre alt sind, haben die emnid-Meinungsforscher 12 Prozent NPD-Wähler ausgemacht, unter männlichen Wähler in dieser Altersgruppe, zu der auch die Erstwähler gehören, sogar 15 Prozent, teilte emnid der Redaktion www.mut-gegen-rechte-gewalt.de auf Nachfrage mit.

Ein alarmierendes Zeichen. Rechtsextrem sein ist unter Jugendlichen längst wieder „cool“, melden Jugendsozialarbeiter, vor allem in ländlichen und kleinstädtischen Gebieten Brandenburgs. Ein wichtiges Lockmittel in die Szene ist dabei nach wie vor Musik. Die so genannten kostenlosen „Schulhof-CDs“ der NPD werden inzwischen gar nicht mehr zwangsläufig auf Schulhöfen verteilt, sondern auch an Eisenbahn- und Busbahnhöfen, wo viele Jugendliche im öffentlichen Raum zusammenkommen. Auch aus Henningsdorf berichten Schüler von dieser Erfahrung.

Das Dilemma: rechtsextreme Musik boomt nach wie vor, trotz aller Aufklärungsarbeit von Medien, Pädagogen und Initiativen. Der Verfassungsschutz in Brandenburg zählt derzeit allein 26 aktive Neonazi-Bands in Brandenburg – zum Vergleich: nur 5 in Berlin.

„Spreegeschwader-Laden“

In Hennigsdorf ist vor allem der der rechtsextreme Szene-Laden „On the Streets“ von Bedeutung. Inhaber von „On the Streets“ ist Alexander Gast, zentrale Figur der Rechtsrockszene sowie Sänger und Gitarrist der bekannten Berliner Band „Spreegeschwader“. Die 1994 gegründete Band hat enge Kontakte zur NPD und Neonazis. Mitglieder von „Spreegeschwader“ sind auch gemeinsam mit Michael Regener „Lunikoff“, Kopf der als kriminelle Vereinigung verbotenen Band „Landser“ aufgetreten. Regener, der zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt und erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen wurde, ist seit 2004 Mitglied der NPD. „Spreegeschwader“ ist schon bei mehreren NPD-Veranstaltungen aufgetreten.

„On the Streets“ bietet typische Neonazi-Devotionalien, darunter auch verbotene CDs. Angaben des brandenburgischenVerfassungsschutzes zufolge wurden im vergangenen Jahr mehrere Wohnungen in Berlin und ein Szeneladen in Hennigsdorf wegen der CD „Gift für die Ohren“ der Neonazi-Bands „Burn Down“ und „XxS“ durchsucht. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hatte zuvor einen allgemeinen Beschlagnahmebeschluss für sämtliche Exemplare der CD erlassen. Bereits im Dezember 2004 waren bei einer Hausdurchsuchung bei „On the Streets“ verbotene Neonazi-CDs und Kleidung beschlagnahmt worden. Der überregional frequentierte Laden „On the Streets ist ein „zentraler Bezugspunkt“ der rechtsextremen Szene („Nationaler Szene-Laden“, „Spreegeschwader-Laden“) auch aus dem Umland. Über „On the Streets“soll aber auch rechtsextremes Gedankengut unter Jugendlichen verbreitet werden, mitunter wird er nämlich von unpolitischen jungen Leuten aufgesucht.

Zur Stammkundschaft von „On the Streets“ sollen angeblich auch Mitglieder der als terroristische Vereinigung eingestuften und verbotenen Kameradschaft „Freikorps“ aus Falkensee gezählt haben, schreibt das Weblog „Störungsmelder“. Der Kameradschaft wurden unter anderem zahlreiche Brandanschläge auf von Migranten betriebene Imbisse im Osthavelland nachgewiesen.

Wegen eines brutalen Überfalls auf einen türkischen Imbiss-Mitarbeiter in Hennigsdorf im Sommer 2006 müssen sich drei Veltener seit Jahresende 2007 vor dem Amtsgericht Oranienburg verantworten. Mindestens einer von ihnen, der 19-jährige Christian W., gehört zur rechtsextremen Szene im Landkreis Oberhavel; er soll einer der führenden Mitglieder der „Interessengemeinschaft Sturm Oranienburg“ gewesen sein. Der „Sturm Oranienburg“ wurde im Dezember 2006 aufgelöst. Bei Wohnungsdurchsuchungen in Oranienburg, Velten und Kremmen waren von der Polizei zuvor Teleskopschlagstöcke, Baseballschläger, Wurfmesser, ein Armbrust sowie Fahnen sichergestellt worden. Mehrere der Neonazis waren bereits wegen Gewalt- und Staatsschutzdelikten polizeilich bekannt.

Neonazistische Neuzugänge zur NPD

Dem brandenburgischen Verfassungschutz zufolge sind in der Region auch Aktivitäten der neonazistischen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) bekannt geworden. Die HDJ, die eng mit zahlreichen NPD-Kadern verwoben ist, führt regelmäßig „Lager“ für Kinder und Jugendliche durch und drillt sie mit ihrer gefährlichen Ideologie.

Die NPD hat in Brandenburg einen amtlich geschätzten Mitgliederstand von 230 Personen. Ihrer Nachwuchsorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) gehören etwa 40 an, davon ein Großteil Neonazis.
Beobachtungen des Verfassungsschutzes zufolge ist es der NPD in Brandenburg bisher noch nicht gelungen, die neonazistischen „Freien Kräfte“ fest an sich zu binden. Allerdings weichten die Grenzen zwischen NPD-Strukturen und der Neonazi-Szene auf. Dies gilt insbesondere für die JN. Nach Meinung des Landesamtes sind „die neonazistischen Neuzugänge zur Partei kaum kontrollierbar“. So werden beispielsweise die JN-Stützpunkte in Oberhavel und Oranienburg von ehemaligen Kadern der aufgelösten Neonazigruppe Märkischer Heimatschutz (MHS) betrieben. Am 1. September vergangenen Jahres führte der JN-Stützpunkt Oranienburg mit „Freien Kräften“ ein „in erster Linie gegen die imperialistische Kriegspolitik der USA“ gerichtetes Fußballturnier mit sechs Mannschaften und 40 bis 50 Teilnehmern durch.

Für die brandenburgische NPD ist der Raum Overhavel auch zu einer Schaltstelle geworden, denn sie will sich an Brandenburgs Kommunalwahlen im Herbst 2008 beteiligen. Im Kreistag Oberhavel verfügt die NPD bereits über ein Mandat.
Dem NPD-Kreisverband Oberhavel gehören rund 40 Mitglieder an, ein NPD-Stadtverband existiert sowohl in Oranienburg wie auch Hennigsdorf/Velten. Die vom Kreisverband verbreitete „Oberhavelstimme“ soll angeblich eine Auflage von 20 000 Exemplaren haben.

Gewaltbereites rechtsextremes Spektrum

Der NPD-Vorsitzende Udo Voigt verlegte Ende der 90ger Jahre seinen Wohnsitz nach Hennigsdorf. Inzwischen ist er weitergezogen. Aber ganz in der Nähe, im sieben Kilometer entfernten Hohen Neuendorf ist inzwischen Stella Hähnel (vormals Palau) zuhause. Die ehemalige Anführerin des Skingirlfreundeskreises Deutschland (SDF) ist seit Ende 2006 Mitglied im Bundesvorstand der NPD und wurde Sprecherin des von ihr mitgegründeten Rings Nationaler Frauen (RNF). In Hohen Neuendorf wohnt sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem extrem rechten Liedermacher Stephan Hähnel, der ebenfalls Mitglied des NPD-Bundesvorstands ist. Der Raum Oberhavel ist für beide offenbar ein sicheres Terrain.

Für andere weniger, bis in die jüngste Zeit: Das rechtsextreme Spektrum in Hennigsdorf gilt als gewaltbereit, es gab eine Reihe von brutalen Überfällen.

So meldet die Brandenburger Opferberatungsstelle „Opferperspektive“ am 28.2.2008: „Eine junge Antifaschistin wurde gegen 1 Uhr morgens in der Nähe der Stadtbibliothek von zwei Männern angegriffen. Zunächst hörte sie hinter sich Stimmen, die sagten: ‚Da ist die Antifa-Schlampe’. Dann erhielt sie einen Schlag auf den Hinterkopf und fiel zu Boden. Am Boden liegend wurde sie getreten und ins Gesicht geschlagen.“
Einen solchen tätlichen Angriff von Rechtsextremisten erlebte die junge Frau bereits zum zweiten Mal: Am 16. Juli.2007 war sie bereits von fünf Rechtsextremisten angegriffen worden. Die junge Frau wurde am Hinterkopf gepackt und zweimal mit dem Gesicht gegen einen Briefkasten geschlagen. Sie zog sich eine Gehirnerschütterung, eine Schädelprellung und eine verletzte Nase zu. („Hennigsdorfer Generalanzeiger“, OPP)

Solche Vorfälle sind vor Ort keine Seltenheit. Im Jahr 2007 hat die Opferperspektive unter anderem noch folgende Vorfälle aus Henningsdorf erfasst:

7.11.2007: Hennigsdorf / Oberhavel
„Ein 14-jähriges Mädchen wurde in der Fußgängerzone bedroht und ins Gesicht geschlagen. Einer der Täter beschimpfte sie mit den Worten »Du alte Niggerschlampe, halt das Maul.“ (Quelle: LKA, OPP)
05.11.2007: Hennigsdorf / Oberhavel
„Ein 10-jähriger Junge wurde auf einem Schulgelände von einer Gruppe bedroht, gestoßen und getreten. Die ca. zwei Jahre älteren tatverdächtigen Kinder riefen u.a. »Die Schaukel ist nur für Weiße da.“ (Quelle: LKA, OPP)
11.07.2007: Hennigsdorf / Oberhavel
„Das am heutigen Tag von alternativen Jugendlichen besetzte Haus wurde am Abend von einer ca. 30 köpfigen Gruppe Rechter angegriffen. Die Täter warfen Steine, Flaschen und schossen mit Leuchtraketen. Die Polizei kontrollierte in der Nähe 15 Personen aus der rechten Szene und erteilte Platzverweise.“ (Quelle: HAI 15.07.2007, MAZ 13.07.2007)
11.07.2007: Hennigsdorf / Oberhavel
„Am späten Abend wurde ein linker Jugendlicher auf dem Weg zum Bahnhof von Rechten angegriffen. Aufgrund der dabei erlittenen Verletzungen musste er im Krankenhaus ambulant behandelt werden.“ (Quelle: HAI 15.07.2007)
20.02.2007: Hennigsdorf / Oberhavel
„Ein 34-jähriger Senegalese wurde von einem 29-Jährigen, der zuvor eine Scheibe der S-Bahn zerstört hatte, rassistisch beschimpft. Dabei soll er gedroht haben: »Nigger, wenn ich dich umbringe, lasse ich dich liegen.“ (Quelle: OPP)

Monday, March 31, 2008

Grün oder doch nur gefährlich braun?

Der „Märkischer Heimatbund“ engagiert sich in Premnitz vorgeblich für den Umweltschutz

„Heimatschutz ist Umweltschutz“ stand auf A4 – großen Zetteln geschrieben, die Mitglieder des „Märkischen Heimatbundes“ (MHB) vornehmlich an Mülltonnen und Abfallbehältern in Premnitz angebracht hatten. „Wer seine Heimat liebt, der schützt sie auch. Laßt eure Heimat nicht im Müll untergehen (…)“, so konnte der potentielle Abfallentsorger dort weiter lesen. Der „Märkische Heimatbund“ eine regionale Umweltinitiative?

Ein erster Blick in das Selbstverständnis der Vereinigung auf deren Internetdomain lässt jedoch erste Bedenken aufkommen. „Wir sind heimatliebende und volkstreue Märker die sich gegen den heutigen Zeitgeist stellen“ heißt es schon im ersten Satz und gibt einen kleinen Wink, wo die Reise tatsächlich hingehen soll. Auch die folgende eher konservativ ausgerichtete Programmatik kann dies nicht gänzlich überdecken. Der „Aufklärung des Volkes“ haben sich die Mitglieder des MHB verschrieben, um zu zeigen das „Heimat mehr als (…) nur ein Wort (ist)“. „Natur, Kultur, Geschichte, Sprache, Traditionen und Brauchtum“ will man sich so vornehmlich widmen.

Einer dieser „Bräuche“ ist offenbar die Wahrung des Andenkens an den SA Führer Horst Wessel, dem der Märkische Heimatbund mit einem selbstangefertigten Banner in einer Propagandaaktion auf dem Milower Berg in einer Nachbargemeinde von Premnitz ehrte, andere die Teilnahme an den (Neo)naziaufmärschen in Magdeburg und Dresden. ...lesen