antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Tuesday, February 17, 2009

Kamen: NPD-Veranstaltung verhindert

Der NPD Kreisverband Unna/Hamm wollte Samstag eine "Reichsgründungsfeier" in der Methleraner Gaststätte "In der Kaiserau" durchführen. Auf der Veranstaltung sollte der bekannte Neonazi und NPD-Bundesvorstandsmitglied Jürgen Rieger sprechen. Mitglieder der "Antifa UNited" und der Bürgerinitiative "Zivilcourage für Kamen" informierten am vormittag den Wirt Jürgen Weber, welcher der NPD umgehend absagte. Die NPD machte sich auf die Suche nach einer Ersatzlokalität – dies scheiterte aber, weil auch die anderen Wirte informiert wurden.

Die NPD Unna/Hamm organisiert jeden Monat unter konspirativen Umständen eine Saalveranstaltung im Kreis Unna. Der NPD-Sprecher und Versicherungsmakler Hans Jochen Voss aus Unna mietete den Saal unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Er verschwieg bewusst, dass es sich um eine NPD-Veranstaltung handelt. Der betroffene Gastwirt hat am Samstag ein großartiges Beispiel für zivilcouragiertes Engagement gezeigt. Obwohl er Verluste durch den Ausfall der Veranstaltung befürchten muss, zögerte er nicht der NPD abzusagen. ...lesen

Siehe auch:

“Zivilcourage” und “Antifa” informieren Wirt: NPD-Veranstaltung musste verschoben werden

Wednesday, September 13, 2006

Unna: Organisator von NPD-Veranstaltungen

Seit Jahren betreibt der NPD Kreisverband Unna/Hamm regelmäßige, konspirativ organisierte Schulungs- und Informationsveranstaltungen. Zuletzt sprach am 19. August 2006 der sächsische Landtagsabgeordnete Jürgen W. Gansel in Holzwickede. 50 Neonazis versammelten sich in der Gaststätte Emscherhof an der Bahnhofsstraße, um Gansels Ausführungen zur Arbeit der "nationalen Opposition" im Landtag zu lauschen. Jetzt stellte sich heraus, dass einer der Organisatoren der NPD-Veranstaltungen als Versicherungsmakler in Unna tätig ist. Hans Jochen Voß betreibt die Versicherungsvermittlung Zentrum GmbH (VVZ). Das unabhängige Unternehmen betreibt ein Geschäftslokal am Markt in Unna. ...lesen

Monday, December 11, 2006

Frank Rennicke spielte erneut im Kreis Unna

Wie schon im letzten Jahr veranstaltete der NPD Kreisverband Unna/Hamm ein sogenanntes Julfest, Szene-Jargon für Weihnachtsfeier. Dies teilte die Antifa UNited, ein Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen im Kreis Unna, mit. Bei der Veranstaltung trat erneut der extrem rechte Liedermacher Frank Rennicke auf. ...lesen

Friday, March 30, 2007

Aufrüstung im Westen

Die NPD will in Nordrhein-Westfalen ihre bisher löchrigen Strukturen ausbauen.

Im größten Bundesland ist für die Partei bislang nichts zu holen. Die Mitgliederdichte ist mit 750 NPDlern auf 18 Millionen Einwohner gerade einmal halb so groß wie im Bundesdurchschnitt. Und bei den Wahlergebnissen bildet Nordrhein-Westfalen im Bundesvergleich das Schlusslicht. Auf gerade einmal 0,9 Prozent brachte es die Partei bei der Landtagswahl 2005 – sogar zu wenig, um in den Genuss der Wahlkampfkostenerstattung zu kommen. Bei der Bundestagswahl im selben Jahr sprangen gar nur 0,8 Prozent heraus. Obwohl sie auf ihren ersten Listenplätzen mit Parteichef Udo Voigt und dem Deutschlandpakt-Partner Gerhard Frey Rechtsaußen-„Prominenz“ präsentierte, lag das Ergebnis der NRW-NPD gerade einmal halb so hoch wie im Bundesdurchschnitt (1,6 Prozent).

In einer Reihe von Kreisen wurden in den letzten Monaten nun neue Kreis- und Ortsverbände gegründet, darunter in Düren, Siegen, Solingen, dem Rhein-Erft-Kreis, Wesel und Borken sowie Heinsberg. Andere Kreisverbände wurden wiederbelebt, wie der in Dortmund, von dem jahrelang nichts zu hören war und der ganz im Schatten der regionalen Freien-Szene gestanden hatte. Gleichzeitig bemüht sich der Nachwuchs der Szene um einen Wiederaufbau der Jungen Nationaldemokraten auf Landesebene. Neue JN-Gruppen gibt es bereits in Bocholt, Gladbeck, Witten, Essen, Köln und Herford.

Eine größere Rolle sollen auch in NRW künftig die Frauen in der Partei spielen. In Oberhausen bildete sich am 17. März ein Landesverband des „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) unter Vorsitz der Studentin Susann Graw. Eine ihrer Stellvertreterinnen ist Marion Figge, die aus dem hessischen NPD-Landesverband nach Nordrhein-Westfalen gewechselt war und inzwischen als Beauftragte für Veranstaltungen Aufnahme im NPD-Landesvorstand gefunden hat. Ihre Aufgabe: das Veranstaltungs- und Schulungsangebot auszubauen.

Starker Mann hinter dem blassen und zuweilen unbeholfen wirkenden Landesvorsitzenden Stephan Haase ist sein Stellvertreter Claus Cremer. Er hat auch die Aufgaben des Landesgeschäftsführers und Pressesprechers übernommen und koordiniert die Kontakte mit den parteifreien Neonazis. Diese Kontakte sind nicht nur wegen der organisatorischen Schwäche der Partei im Flächenland Nordrhein-Westfalen wichtig. Auch programmatisch steht die Landespartei den offen neonazistischen Kameradschaften näher als mancher andere Landesverband der NPD. Die NRW-NPD lebe „die von der Parteiführung postulierte Volksfront in besonderer Weise vor“, lobte denn auch das Aktionsbüro Westdeutschland in einem Grußwort zum Jahreswechsel und erwähnte nicht nur die Kooperation bei Demonstrationen, sondern auch die finanzielle Unterstützung, die der NPD-Kreisverband Hamm/Unna den örtlichen parteifreien Neonazis habe zukommen lassen.

Besonders eng sind die Kontakte des neuen Dürener NPD-Kreisverbandes zur Freien-Szene. Bei dessen Gründungsfeier sprach unter anderem der Anführer der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), Rene Laube. „Wenn wir Nationalisten 2009 ins Rathaus einziehen, dann hat Düren keinen Platz für alte und neue Kommunisten, alte und neue Volksverräter, alte und neue kriminelle Ausländer, alte und neue Drogendealer und alte und neue Kinderschänder. Dadurch ergibt sich allerdings reichlich Platz für alte und neue Nazis, alte und neue Nationaldemokraten und alte und neue Skinheads“, zitiert ihn die KAL.

Logisch ist, dass der Landesverband auch die Neonazi-Demonstration „Gemeinsam gegen Kapitalismus“ zum 1. Mai in Dortmund unterstützt. Ergänzend hat sie unter dem Motto „Arbeit für Millionen statt Profite für Millionäre“ eine Kundgebung in Essen für den 21. April angemeldet. Und auch zu einer Kundgebung am 28. April in Paderborn („Gemeinsam gegen Kapitalismus, Ausbeutung und Arbeitslosigkeit“) ruft sie gemeinsam mit „Freien Kräften“ auf.

Antikapitalistische Töne und eine stärkere lokale Verankerung: Das Erfolgsrezept ostdeutscher Landesverbände soll die NPD auch in NRW aus ihrer Misere führen. Dumm nur, aus der Sicht der Partei, dass ihr gerade jetzt in einigen Städten mit den Ablegern der „Bürgerbewegung pro Köln“ neue Konkurrenz ganz rechtsaußen erwächst.


Quelle
Bnr [30.03.07]

Friday, November 02, 2007

RechtsRock in NRW

In den LOTTA-Ausgaben #11 und #12 erschienen ausführliche Artikel über die RechtsRock-Szene in NRW. Auch in den folgenden Ausgaben wurde immer wieder über einzelne RechtsRock-Projekte berichtet. Nach nunmehr vier Jahren ist es jedoch an der Zeit, eine aktuelle zusammenfassende Betrachtung und Einschätzung vorzulegen. Der erste Teil behandelt die Bands und ihre Konzerte. In der nächsten Ausgabe werden wir uns den HändlerInnen, Läden und Labels zuwenden.

„Ihr treibt uns nicht in die Knie, wir sind so stark wie noch nie“, singt der als Sänger der Dortmunder Band Oidoxie bekannte Marko Gottschalk auf der jüngst unter dem Titel „Straftat“ erschienenen CD „Hail C18“. Auf der CD ist auch eine gleichnamige Hymne auf Combat 18, dem gewalttätigen Arm der in Deutschland verbotenen Organisation Blood&Honour, enthalten. Noch direkter bezieht sich die mit Oidoxie eng verbundene Gruppe Weisse Wölfe auf die Terrorgruppe. Sie bezeichnet sich selbst als Combat 18 Sauerland. Abbildungen von Rohrbomben und schwer bewaffneter Vermummter im Booklet ihrer neuen CD „Soundtrack zur Revolution“ zeigen deutlich, welche Art des Kampfes hier propagiert wird. Polizeiliche Repression scheint sie nicht mehr zu schrecken. Wenig verwunderlich, amüsieren sich Stepjan Jus, Marko Gottschalk und ihre Kameraden nach anfänglichem Schrecken währenddessen eher über den in Dortmund laufenden Strafprozess gegen die Bandmitglieder der Weissen Wölfe, der immer wieder v erschoben wird. Der mutmaßliche Bassist Dennis Linsenbarth aus Werne (ex-Oidoxie, jetzt Sleipnir) wurde gar nicht erst angeklagt. Die Weissen Wölfe setzen inhaltlich also ihre Linie fort, von Mäßigung keine Spur.

Oidoxie ist noch immer die bedeutendste Band aus NRW. Nicht nur in Deutschland, sondern auch international sind sie häufig der Headliner. Im Ausland treten sie vor allem bei Konzerten des Blood&Honour-Netzwerkes auf, wie zuletzt in Belgien und Russland. Öffentliche politische Aktivitäten, wie 2003 gegen Antifa-Aktionen in Dortmund-Brechten, gehen allerdings nicht mehr von der Band aus. Um die Band herum existiert eine zirka 60 Personen starke Truppe, die sich Oidoxie Streetfighting Crew nennt. Trotz der großen Mitgliederzahl ist eine Mitgliedschaft in der Streetfighting Crew, zugleich Security bzw. Ordnerdienst auf Konzerten als auch engster Fanclub, ziemlich exklusiv. Der Crew gehören zahlreiche Neonazikader an, wie Pascal Zinn, Katja Jarminowski, Karin Lenzdorf (alle Dortmund), Dustin Guske (Hamm) und Rene Laube (Kreis Düren).

Neben Straftat ging auch das Projekt Life of Pain aus Oidoxie hervor. Hier spielen zwei ehemalige Gitarristen der Dortmunder RechtsRocker. Auch die Nachwuchsband Extressiv, die sich den Proberaum mit Oidoxie teilt, orientiert sich an der Szene-Größe. Die aus dem nördlichen Kreis Unna und dem angrenzenden Münsterland stammenden Bandmitglieder stellen auch einen Teil der Streetfighting Crew ...lesen