München: SDAJ: Rote Schulhof-CD
Die NPD hatte seinerzeit mit dem Slogan »Der Schrecken aller linken Spießer und Pauker!« für ihre Schulhof-CD geworben. Sie sollte Jugendliche mit NS-Romantik ansprechen.
Quelle
Junge Welt [12.04.07]
antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen
infos aus unabhängiger- und szenepresse zum thema antifaschismus
Gestern ist eine neue rechtsextreme Schulhof-CD an mehrern Schulen im Landkreis Sächsische Schweiz aufgetaucht. LehrerInnen & Lehrer sowie Schulleiter bemerkten die Exemplare bei Schlern. "Wir haben sofort erkannt, dass diese CD nichts an einer Schule zu suchen hat", sagte Sozialarbeiter Peter Baldauf. ...lesen
Vor dem Landgericht Lübeck ging es darum, ob Lars Jacobs aus Rostock und Martin K. aus Bad Malente für das Verbreiten der im Sommer 2004 in den Umlauf gebrachten Schulhof-CD „Anpassung ist Feigheit – Lieder aus dem Untergrund“ zur Rechenschaft gezogen werden können oder nicht. In der ersten Instanz verhängte das Amtsgericht Oldenburg gegen beide Männer noch Geldstrafen wegen Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole. ...lesen
Der junge Familienvater G. ist ziemlich sauer. Vor einigen Tagen erreichte ihn ein Strafbefehl, der ihn doch erschreckte, aber auch wütend machte.
Der Vorfall liegt jetzt acht Monate zurück. Es war zwei Tage vor der Landtagswahl. G. war mit zwei Mitarbeitern dabei, den Schulhof am Warener Engelsplatz zu bepflanzen. "Da bemerkten wir, dass ein Mann dort Kinder ansprach", erzählt er. Klar, dass sie aufmerksam wurden. Zumal sich schnell herausstellte, dass dieser Mann Wahlwerbe-Flyer der NPD und CDs - offenbar handelte es sich um die so genannten Schulhof-CDs - an Minderjährige verteilte. ...lesen
Siehe auch:
Strafbare Zivilcourage? [10.10.07]Vittorio Veneto, am 2. September 2006. Die »Veneto Fronte Skinheads« feiern ihr zwanzigjähriges Bestehen mit einem Konzert. Das Publikum feiert die baden-württembergische Neonazi-Band »Noie Werte« mit »Sieg Heil« und Hitlergruß, stimmt »Blut muss fließen knüppelhageldick« an. »Noie Werte«-Sänger Steffen Hammer bedankt sich bei den Organisatoren: »Thank you for your politics« und singt »Alter Mann von Spandau«, das auf den NPD-Schulhof-CDs enthaltene »Fuck the USA« und »German British Friendship«. Neben ihm auf der Bühne steht Gitarrist Oliver Hilburger aus Althütte, der in einer GbR mit Hammer seit 1994 das ebenfalls »German British Friendship« bzw. »G.B.F.-Records« benannte Label in Reutlingen betreibt.
Der Name rührt aus den engen Beziehungen der Stuttgarter »Kreuzritter für Deutschland« zur britischen »Blood & Honour« (B&H)-Kultband »Skrewdriver« her, deren Produkte sie als »Skrewdriver Services« ab 1991 in Deutschland vertrieben. »G.B.F.-Records«, aus dieser Liaison hervorgegangen, hat später immer wieder Konzerte britischer Bands des B&H-Netzwerks in Deutschland organisiert. Zehn CDs sind seither bei »G.B.F-Records« erschienen, u.a. die indizierte CD »Willkommen in Deutschland« von »Ultima Ratio« (Stuttgart).
Seit vielen Jahren spielen Steffen Hammer und Oliver Hilburger gemeinsam auf »Blood & Honour«-Festivals, 1994 schon traten sie in Großbritannien, zusammen mit Stigger, vor einer Hakenkreuzflagge auf. Und Hammer und Hilburger teilen noch eine andere Tätigkeit, die Juristerei: Hammer als Rechtsanwalt in Reutlingen, Hilburger als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht in Stuttgart. ...lesen
Am Montag, 8. Oktober 2007, suchten mehrere Neonazis die Realschule in Eberbach (Odenwald) heim, an der seit Beginn des Schuljahres der Antifaschist Michael Csaszkóczy unterrichtet, der zuvor wegen seiner AIHD-Mitgliedschaft jahrelang mit Berufsverbot belegt worden war. Dabei hatten die "Nationalen Sozialisten", wie sie sich selbst in Internetveröffentlichungen nennen, die bereits berüchtigte "Schulhof-CD" sowie Hochglanzbroschüren der sächsischen NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) im Gepäck. Bei dem an die RealschülerInnen verteilten Material handelt es sich um speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Propagandaerzeugnisse, mit denen ihnen die menschenverachtende Ideologie der Neonazis nahe gebracht werden soll.
Die Neueinstellung Michael Csaszkóczys nahmen die Faschisten zum Anlass, um gegen den "liberalen Geist" an Bildungseinrichtungen, gegen den "linksextremen 68er-Schwachsinn" und gegen die Vermittlung von "linken Mythen" an SchülerInnen zu wettern. Damit verbunden waren Drohungen gegen die Schule und die Ankündigung, so lange wiederzukommen, bis sie, so ihre Ankündigung auf diversen Homepages,
"ein demokratisches Gegengewicht zu den Ansichten des Antifalehrers" geschaffen hätten. Die hinzukommenden Lehrkräfte, die ihnen Hausverbot erteilten und das Propagandamaterial einsammelten, wurden von den Provokateuren abgefilmt. Mittlerweile ist das Filmmaterial auf verschiedenen einschlägigen Internetseiten zu sehen.
Die Eberbacher Polizei zeichnet sich durch offensive Untätigkeit angesichts zunehmender Naziaktivitäten vor Ort aus, wodurch sie den rechten Einschüchterungsversuchen Tür und Tor öffnet. Bei den beteiligten Neonazis handelte es sich keineswegs um Unbekannte oder die viel zitierten Einzeltäter; vielmehr waren seit vielen Jahren aktive Kader aus der Region darunter, federführend der mehrfach verurteilte Nazi-Schläger und Ludwigshafener NPD-Kreisvorsitzende Christian Hehl, der als Bindeglied zwischen den klandestin agierenden "Freien Kameradschaften" und der NPD fungiert.
Auch ist Eberbach nicht zum ersten Mal Ziel von faschistischen Umtrieben. Während im Umland bereits seit geraumer Zeit Neonazistrukturen etabliert sind, kam es in der Kleinstadt selbst im Juli 2006 zu einem Aufmarsch, der maßgeblich vom "Aktionsbüro Rhein-Neckar" initiiert worden war.
Faschistische Aktivitäten lassen sich nicht durch Ignorieren oder Totschweigen bekämpfen. Sie fordern entschlossene Gegenwehr und öffentlichen Widerspruch. Nazistrukturen müssen zerschlagen werden - im Odenwald und überall.
Quelle
uebergebuehr.de [21.10.07]
Siehe auch:
Naziumtriebe im Odenwald erfordern entschlossene Gegenwehr [24.10.07]