antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Monday, March 24, 2008

Ludendorffer, "autonome" Nazis und Widerstand

Seit mehr als drei Jahrzehnten richtet der „Bund für Deutsche Gotteserkenntnis“ (Ludendorffer) jedes Jahr seine Ostertagung in Dorfmark (Lüneburger Heide) aus.
Doch seit einigen Jahren regt sich immer mehr Widerstand…
Bei den Ludendorffern handelt es sich um eine völkische, rassistische und antisemitische Weltanschauungsgemeinschaft.
Grundlage dieser Weltanschauung sind die Werke Mathilde Ludendorffs, in diesen unterteilt die Autorin die Menschen in „Licht- und Schachtrassen“.
Nach Ludendorffs Theorie ist das deutsche Volk durch Kommunismus, Freimaurer- und Christentum „entwurzelt, so dass Juda leichtes Spiel hat“. Weiter heißt es in ihren antisemitischen Schriften, dass die „jüdische Schachtrasse“ deutsche Kinder durch "verjudete christliche Erziehung" schaden würde. Dagegen müssten die „Lichtrassen“ mit ihrem „Recht des Stärkeren“ vorgehen.
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Bereits bevor der Informationsstand gegen 14 Uhr aufgebaut wurde, sammelten sich vor dem „Deutschen Haus“ acht „autonome Nationalisten“, darunter Söhnke Dorten, Lars Poppke und Patrick Robert Riemer aus Soltau, Julian Monaco aus Bomlitz und Martin Pieger aus Walsrode.
Dorten, Poppke, Riemer und Monaco waren bei der Störung einer Informationsveranstaltung am 24. Januar in Ganderkesee beteiligt. ...lesen

Siehe auch:

Rassistische Beleidigungen in Dorfmark [25.03.08]

Zum Thema:

“Ludendorffer” trafen sich erneut in Dorfmark [14.04.09]

Friday, April 06, 2007

Für Gott und Rasse

Jahrzehnte war der "Bund für Gotteserkenntnis" (BfG) im niedersächsischen Dorfmark wohl gelitten. Die Gäste würden Geld in die Gemeinde bringen, argumentierten Lokalpolitiker des Luftkurorts. Rund 150 Anhänger des rechtsextremen Bundes waren im vergangenen Jahr zur traditionellen Ostertagung in die Heide gereist. Meist kommen ganze Familien, vom Opa bist zur Enkelin. ...lesen

Thursday, March 20, 2008

Rassistische Ostertagung

Die Stimmung in der Gemeinde ist angespannt. Seit mehr als 30 Jahren richtet der "Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e. V." im niedersächsischen Dorfmark seine Ostertagung aus. "Wir haben denen viel zu verdanken", sagt eine Wirtin. "Friedliche Leute" seien das, die "viel Geld" brächten, bestätigt eine Angestellte eines Hotels. Karfreitag erwartet die Anhänger von Mathilde Ludendorff aber auch Protest: Straffrei dürfe gesagt werden, dass "Ludendorffer Antisemiten und Neofaschisten sind", erklärt Steffen Ahrens (SPD), stellvertretender Bürgermeister von Bad Fallingbostel. Seine Partei ruft dazu auf, am Freitag an einer Gegenkundgebung teilzunehmen. ...lesen

Sunday, June 14, 2009

Braune Kulturwelt

Ein Netzwerk aus rechtsextremen Organisationen und völkisch-bündischen Jugendgruppen trifft sich seit Jahrzehnten zu germanischer Brauchtumspflege und Volkstänzen.

Gleich nach Feierabend oder Schulschluss, am Wochenende und in den Ferien, gestalten Tausende von Rechtsextremisten ihre eigene, oft nationalsozialistisch geprägte Kulturwelt. Abgeschottet von Öffentlichkeit, fernab von provokanten Aufmärschen oder Parteiveranstaltungen finden sie sich ungestört zur Pflege germanischem Brauchtums, Volkstanz oder Singewettstreiten zusammen. Zusammenhalt geben den diversen Gruppen und Organisationen eine gemeinsame nationalistische Ideologie sowie ehrgeiziges Streben nach deutschem Elitegeist. Dabei werden harmlose alte Traditionen wie das Hissen eines Maibaumes oder das Schöpfen von Osterwasser aufgegriffen und für ihre Zwecke vereinnahmt.

Es gibt aber auch Kulturveranstaltungen anderer Art, die im Verborgenen laufen. Anfang Juni luden sächsische Neonazis in den Chemnitzer Europark. Unauffällig, in der Gaststätte „Yesterday“, sollte der „nationale Schriftsteller“ Eric Kaden aus Dresden einen Vortrag über Kurt Eggers – einem in völkischen Kreisen kultartig verehrten SS-Dichter – halten.
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Ein Blick hinter die Kulissen offenbart ein straff organisiertes Netzwerk aus jahrzehntelang gewachsenen rechtsextremen Kulturorganisationen, völkisch-bündischen Jugendgruppen und Freundeskreisen, die mit kultureller Vielfalt und demokratischer Zivilgesellschaft nicht viel am Hut haben. Ausschließlich, wer aus der eigenen ethnischen Gruppe stammt, wird eingeladen, darf teilnehmen. Ausnahmen sind alljährliche europäische Treffen wie zum Beispiel die „Gästewoche des Deutschen Kulturwerkes“, an der Kaden im September 2006 in Graz teilnahm. Sein Chemnitzer Vortrag wurde unter anderem von der Gruppe „Sonnenritter“ um NPD-Aktivist Tony Gerber aus Zwickau intern beworben. Gerber sieht sich und seine Sonnenritter als „Organisation zum Schutz und Erhalt des Volkes und Kulturgutes“.
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Teilnahme an Sängerfesten und Singewettstreiten

Der erfolgreiche Karate-Kampfsportlehrer Eric Kaden ist vielseitig kulturell aktiv. So war er beteiligt an Gruppen wie dem einflussreichen „Freundeskreis Ulrich von Hutten“, in dem sich zahlreiche Alt- und Neonazis gemeinsam mit zurückhaltenden Hintergrundakteuren tummeln. Im Schulungslager der militanten „Wiking-Jugend“ gewannen seine Kameraden aus dem „Gau Sachsen“ einst den „Bundessingewettstreit“ mit dem Pflichtlied „Und der da vorn die Trommel schlägt“ den ersten Platz.

Insbesondere in rechten Jugendbünden wie dem „Freibund – Bund Heimattreuer Jugend“, dem „Sturmvogel – Deutscher Jugendbund“ oder in nationalistischen Burschenschaften wird heute einschlägiges Liedgut gepflegt. Deren Mitglieder versuchen immer wieder, sich an überbündischen oder Pfadfinder-nahen Singewettstreiten und Sängerfesten zu beteiligen, oft werden sie inzwischen ausgeschlossen oder bekommen im Vorfeld Hausverbot.
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„Liedersammlung“ der verbotenen HDJ

Fester Bestandteil der Brauchtumspflege ist auch der Volkstanz. So beteiligten sich nicht nur HDJ-ler wie die ehemalige Bundesmädelführerin“ Holle Böhm an einer Vorführung beim „Pressefest“ der NPD in Dresden, sondern Anhänger der HDJ-Einheit „Hermannsland“ oder des „Heimatbund Pommern“ versuchten auch, an außerpolitischen Tanzveranstaltungen teilzunehmen. Personen wie beispielsweise der heidnische Trauerredner Gerd Rothe richten andererseits Feiern aus, um außerhalb der Szene Tanzbegeisterte anzulocken. Rothes „9. Ostwestfälischer Volkstanzball“ sollte Mitte März in Bad Oeynhausen-Rehme starten. Rothe, der Anhänger der rassistischen „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“ war, schart seit Jahren Volkstänzer um sich. 2008 berichteten Angehörige des völkischen „Freibundes“ über ihre Teilname am Ball in der bundeseigenen Zeitschrift.

Ende April lud der „Tanz- und Spielkreis Mitteldeutschland“ um Kai Pfürstinger zum internen Fest ins Erzgebirge ein. Pfürstinger, Landesvorsitzender der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO) und Ausrichter des jährlichen Neonazi-Aufmarsches zur Bombardierung Dresdens, beteiligt sich immer wieder an bündischen Treffen. So zum Beispiel im Jahr 2008 beim so genannten „überbündischen Burgfest“, das seit 1995 jährlich auf wechselnden Burgen stattfindet. Bis 2006 auch unter Beteiligung der HDJ. Seine Anhängerschar findet Pfürstinger unter anderem in den Reihen von ehemaliger HDJ, der thüringischen „Schlesischen Jugend“ oder dem heidnisch-religiösen „Bund für Gotterkenntnis – Ludendorff e.V.“. Der Veranstaltungsort wurde bis zuletzt geheim gehalten.

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„Mitteldeutscher Volkstanzkreis“ sucht neue Mitstreiter

Insbesondere heidnische Feste wie das Julfest im Dezember, die Sonnenwenden im Sommer und Winter oder die Ostara-Feiern gehören zum Pflichtrepertoire der Szene. Anfang April dieses Jahres lud zum Beispiel ein Kreis von Aktivisten, die sich selbst als „Wandergruppe Knotenstock“ bezeichnen, in den Raum Chemnitz „auf einen bekannten 4-Seitenhof“ in Cossen ein.
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Interessierte an „deutschen Volkstänzen“ sollten sich telefonisch melden. Die angegebene Handynummer hatte in den vergangenen Jahren der ehemals militante Neonazi Steffen Hupka genutzt. Hupka, der in Trebnitz bei Halle ein Schulungszentrum errichten wollte, bot nebenher seine antiquarischen Bücher unter anderem bei einer Ostertagung der rassistischen Ludendorff-Gemeinschaft 2006 in Dorfmark an. Neonazis sind umtriebige Menschen – vor allem im Hintergrund. ...lesen