antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Thursday, January 10, 2008

Milde Strafen für volksverhetzende Neonazi-Musik

Das Landgericht Gießen hatte sich gestern mit zwei Mitgliedern der Neonazi-Band "Gegenschlag" aus Kirtorf zu befassen, die im Jahr 2003 eine CD mit dem Titel "Die deutsche Jugend schlägt zurück" produziert hatte. Die Band, die in jedem hessischen Verfassungsschutzbericht ab 2002 als eine der tonangebenden hessischen Skinheads-Bands aufgeführt wurde, war im Umfeld der "Kameradschaft Berserker Kirtorf" entstanden. In Kirtorf waren auf einem Bauernhof seit vielen Jahren Neonazi-Konzerte veranstaltet worden; ein Prozess gegen die Konzert-Veranstalter endete beim Landgericht Gießen mit Bewährungsstrafen. Der Neffe des Bauernhofbesitzers, Glenn Engelbrecht, war zugleich auch Manager von "Gegenschlag".

Ein erster "Gegenschlag"-Prozess wegen der volksverhetzenden Texte war vor dem Amtsgericht Alsfeld bereits Anfang Juni 2005 mit Geldstrafen für vier Bandmitglieder ausgegangen. Mit einer Auflage von 3.000 Exemplare war die CD über das Internet vertrieben worden; Vertriebspartner der Band und Produzent der CD war der Nazirock-Händler und jetziges NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise. Vor Gericht waren die Angeklagten größtenteils mit schwarzen "Berserker"-T-Shirts erschienen; zu ihrer Mitgliedschaft in der Band und zur Verantwortlichkeit für die Texte wollte sich keiner äußern. Unter anderem anhand von Auftritts-Fotos wurde ein als Sänger und Texter identifizierter Mann zu 4.000 Euro Geldstrafe verurteilt, der Gitarrist musste 3.500 Euro zahlen, dem Manager wurden 2.500 Euro auferlegt. Der Schlagzeuger, zur Tatzeit noch Heranwachsender, bekam eine Auflage von 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit. ...lesen

Thursday, February 15, 2007

Alsfeld/Kirtorf : Happige Geldstrafe für vier Rechtsrock-Musiker

Amtsgericht: Mitglieder von Garde 18 traten im Juli 2004 in Kirtorf mit "Blut-Lied" auf: Zu je 125 Tagessätzen verurteilt ...lesen

Monday, July 23, 2007

Gießen: Bewährung für geständige "Berserker"

Ermäßigte Strafen bekamen drei Neonazis heute in der Berufungsinstanz vom Landgericht Gießen. Überraschend hatten die Organisatoren eines Nazi-Konzertes in Kirtorf (Hessen) vor Gericht den Vorwurf der Volksverhetzung akzeptiert. Dem Haupttäter bleibt damit eine sechsmonatige Haftstrafe erspart. ...lesen

Sunday, December 28, 2008

"Neuer" Treffpunkt für Neonazis in Giessen

Schon seit Februar scheinen sich die „Onkelz Partys“ im Irish Rover in Giessen zu einem Treffpunkt für Neonazis zu entwickeln.
Es ist von mindestens 15 – 20 dem rechtsextremen Lager zurechenbaren Besucher_innen auszugehen. Darunter ist unter anderem der bekannte Neonazi „Glenn Engelbrecht“ aus Kirtorf.
Bestandsaufnahme:
Nachdem sich schon im Hardrock in Langgöns unter anderem die Onkelzparties zu einem Anziehungspunkt für Rechtsextremisten aus der ganzen Region entwickelt hatten, scheint nun nach der Schließung des Hardrock, aufgrund der Rechten Umtriebe, ähnliches in Giessen zu passieren. Genauer gesagt, bei den Onkelz Partys im Irish Rover.

Mittlerweile haben seit Dezember 2007 fünf Onkelzparties stattgefunden, die erste am 22.12.07, die folgenden Parties am 23.02.08, 31.05.08, 06.09.08 sowie die bisher letzte am 27.11.08. Insgesamt dürften bei den verschiedenen Parties jeweils zwischen 200 und 350 Besucher_innen vor Ort gewesen sein.
Anhand der eigens ins Netz gestellten Bilder, sowie aufgrund von eigenen Beobachtungen, ist spätestens seit der Party im Februar von mindestens 15 – 20 dem rechtsextremen Lager zurechenbaren Besucher_innen auszugehen. Erkennbar sind diese unter anderem an ihrer eindeutigen Kleidung ...lesen

Monday, January 07, 2008

Neonazis: "Dortmund ist unsere Stadt"

Neonazi-Attacken werden gerne als Ost-Problem wahrgenommen. Doch in letzter Zeit häufen sich die Überfälle im Ruhrgebiet. Die Polizei möchte sich über eine mögliche politische Motivation nicht äußern. Die Linkspartei spricht von Verharmlosung

Standesgemäß beging die rechte Szene in Dortmund das neue Jahr. Mit bengalischen Fackeln zog ein rund 30-köpfiger schwarz gekleideter Schlägertrupp durch die Silvesternacht, grölte Naziparolen und machte in der Innenstadt Jagd auf diejenigen, die Pech hatten, ihm in die Quere zu kommen. Nur zwei Tage später griffen vier Neonazis mit "Sieg-Heil"-Rufen drei Jugendliche an - "ohne erkennbaren Grund", wie es im Polizeibericht heißt.

Dort ist auch zu lesen, dass dem Staatsschutz "bereits Erkenntnisse" über das rechte Prügelquartett vorlägen, das kurze Zeit später festgenommen werden konnte. Trotzdem will sich die Polizei bislang nicht festlegen: "Ob die Tat einen rechtsextremen Hintergrund hat, ist derzeit nicht bekannt und Gegenstand weiterer Ermittlungen." Auch in der Neujahrsnacht hatten die Beamten zumindest einen Tatverdächtigen ausgemacht, "der dem rechten Spektrum zuzuordnen ist". Trotzdem gilt auch hier: "Ob es sich bei dem vorliegenden Sachverhalt jedoch um eine politisch motivierte Tat handelte, ist zurzeit noch unklar und wird ermittelt." Business as usual in Dortmund.

Solche Übergriffe sind keine Einzelfälle. So überfielen im April 2006 etwa 25 vermummte Neonazis die linke Kneipe Hirsch-Q, wobei mehrere Gäste durch Reizgas und Schlagstöcke verletzt wurden. Seitdem kam es immer wieder zu Neonazi-Attacken auf den Club in der Innenstadt. Erst Mitte November 2007 überfiel eine Gruppe von 30 Neonazis die türkische Gaststätte Casablanca im Dortmunder Westen. Dabei schlugen die bewaffneten Täter die Scheibe ein und verletzten einen Besucher. Die Polizei konnte fünf der Neonazis festnehmen.

Seit Jahren schon gilt die Ruhrgebietsmetropole als eine der Hochburgen des militanten Rechtsextremismus im Westen. "Dortmund ist unsere Stadt", lautet die Parole von Siegfried "SS-Sigi" Borchardt, einst Landesvorsitzender der FAP, heute so etwas wie der "Elder Stateman" der "Bewegung".

Mit seiner "Borussenfront" fing es Anfang der 1980er-Jahre an: Borchardts "Front", die gewaltbereiten Fußballhooliganismus mit rechtsextremer Gesinnung verband, agitierte die Fans im Westfalenstadion. Heraus kam dabei eine - im wahrsten Sinne des Wortes - schlagkräftige Truppe, die berüchtigt war für Angriffe auf Linke und Nichtdeutschstämmige und auch der NPD als Saalschutz diente. Offiziell existiert die "Front" nach ihrem Stadionverbot nicht mehr, doch die alten "Borussenfront"-Kämpfer haben bis heute Einfluss. Bei den Heimspielen von Borussia Dortmund würden verstärkt rechtsextreme Jugendliche auftauchen, berichten Stadionbesucher. "Um ein klares Zeichen gegen rechts zu setzen", verbot die Vereinsführung deshalb Zuschauern, die Kleidung der Firma "Thor Steinar" zu tragen. Die alten "Front"-Mitglieder feierten derweil im März 2006 im hessischen Kirtorf "20 Jahre Borussenfront" - 600 Gäste grölten "SS, SA, Borussia".

Nach Erkenntnissen des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes hat sich der einschlägig vorbestrafte Borchardt inzwischen "erkennbar aus der Führungsarbeit zurückgezogen". An seine Stelle seien sogenannte Autonome Nationalisten getreten. Ihr Aktionsradius beschränke sich dabei nicht allein auf Dortmund: Sie nähmen vielmehr "an allen bedeutsamen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen der bundesweiten Neonazi-Szene" teil.

Offenkundig bekomme die Stadt ihr Neonazi-Problem nicht in den Griff, kritisiert die linke Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke, auf deren Wahlkreisbüro ebenfalls mehrfach Anschläge verübt wurden. Jelpke wirft der Polizei und dem SPD-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer eine "Strategie der Verharmlosung" vor. "Sie schweigen sich ihre Stadt schön, die für Menschen mit Migrationshintergrund und Angehörige des linken Spektrums längst zu einem Ort der Angst und der Bedrohung durch Nazis geworden ist", kritisiert die Parlamentarierin.

Quelle
Taz [07.01.08]

Tuesday, January 23, 2007

Alsfeld: Musiker vor dem Kadi

Vor dem Amtsgericht Alsfeld (Hessen) müssen sich seit Montag vier Mitglieder der westthüringischen Skinband „Garde 18“ (Chiffre für „Garde Adolf Hitler“) wegen gemeinschaftlicher Volksverhetzung verantworten.
„Garde 18“ war am 3. Juli 2004 in Kirtorf (Vogelsbergkreis) bei einem als private Geburtstagsfeier deklarierten Konzert auf dem Anwesen des Skinheads Bertram Köhler aufgetreten. Bei der Veranstaltung wurde wiederholt das indizierte antisemitische Hetzstück „Blut“ („Wetzt die langen Messer auf dem Bürgersteig, lasst die Messer flutschen in den Judenleib“) gespielt. Vor Ort waren 260 Besucher/innen hauptsächlich aus dem süddeutschen Raum. Ein ARD-Team hatte heimlich die Konzertveranstaltung gedreht. Nachdem durch eine Fernsehsendung das Konzert in der Öffentlichkeit bekannt geworden war, untersagte das Landratsamt Vogelsberg Köhler unter Androhung von Zwangsgeld die Durchführung aller Musikveranstaltungen auf sämtlichen Liegenschaften. (am)

Quelle
Bnr [23.01.07]