antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Saturday, January 06, 2007

Riesa/Schnellroda: Kampf gegen die „Versozialdemokratisierung“

Götz Kubitschek, Mitinitiator und Leiter des neurechten Instituts für Staatspolitik (IfS) mit Sitz auf dem Rittergut Schnellroda in Sachsen-Anhalt, steht der Januar-Ausgabe des NPD-Bundesorgans „Deutsche Stimme“ Rede und Antwort.
Das im Mai 2000 aus dem engsten Umfeld der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ gegründete gemeinnützige IfS will laut Kubitschek (Jg. 1970) „junge Rechtsintellektuelle sammeln“, die „im Kern nicht zu erschüttern sind.“ Neben dem Aufbau von „geistigen Eliten“ gilt dem IfS der Kampf wider die „Versozialdemokratisierung“ der Unionsparteien als Hauptaufgabe. Das IfS gibt im 4. Jahrgang die Quartalsschrift „Sezession“ heraus, für die vorwiegend Autoren der „Jungen Freiheit“ zur Feder greifen. Wunschvorstellung der Neurechten ist ein „Reemtsma-Institut von rechts“. Als Teil der IfS-Agitation sieht Kubitschek laut Interview mit der „Deutschen Stimme“ die „Provokation“, da man nur durch einen „Coup öfentliche Wahrnehmung erzwingen“ könne. Kubitschek, Ex-Redakteur der "Jungen Freiheit" und bis 2002 Aktivensprecher der stramm national ausgerichteten „Deutschen Gildenschaft", stellt sich der „Deutsche Stimme“-Leserschaft als „Wahlpreuße“ vor, der „den Tabubruch“ pflegt, „den gezielten Regelverstoß, den zivilen Ungehorsam“ und „die Respektlosigkeit als politische Waffe“ einsetzt. Kubitschek weiter: „Ich kann die Parteiendemokratie mit ihrem Parteienproporz für die Zerstörung des Gemeinsinns, die Verschwendung horrender Summen, letztlich für die Herrschaft der Schmarotzer verantwortlich machen.“ Der bundesdeutsche Staat, so Kubitschek, „fördert eine Entwicklung, die der deutschen Nation nicht dient“. (am)

Quelle
Bnr [05.01.07]

Tuesday, March 17, 2009

„Rechtskonservativ“ – Ein Vorschlag vom anderen Ufer zur Beilegung eines sinnlosen Streits

Die Wogen scheinen geglättet: Während es zwischen „Junge Freiheit“ (JF) und dem „Institut für Staatspolitik“ (IfS) noch vor Wochen in der Kiste so richtig rappelte, redet man nun wieder gepflegt miteinander. Jüngst erschien gar ein Gespräch zwischen dem JF-Herausgeber Dieter Stein und dem IfS-Chefdenker Dr. Karlheinz Weißmann. Indes offenbart der Fortgang der Debatte mehr substanzielle Probleme als Lösungen.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2008 fand auf dem Rittergut Schnellroda eine IfS-Akademie zum Thema „Strategie“ statt. Seinerzeit referierten auch Dieter Stein und Götz Kubitschek. Während Stein als Selbstbezeichnung den Begriff „Neue Rechte“ ablehnte, weil der Begriff „rechts“ negativ besetzt sei, hielt Kubitschek umgekehrt den Begriff „konservativ“ für nichtssagend und gerade die Provokation des Gegners durch entsprechende Selbstbezeichnungen auch für einen identitätsstiftenden Akt.

Gegen Ende des Jahres 2008 entsponn sich dann eine peinliche Entblößungsdebatte im Blog der IfS-Nachwurchsorganisation „Blaue Narzisse“. ...lesen


Verwandte Themen:

Linktipp: “RECHTSKONSERVATIV - Im Moment sehr erheitert” [26.05.09]

Tuesday, May 15, 2007

Albersoda/Thüringen: Konspirative Kontakte

Götz Kubitschek, Kopf des neurechten Instituts für Staatspolitik (IfS; Sitz: Albersoda), hat auf der Homepage des IfS den Inhalt eines an ihn gerichten Schreibens veröffentlicht.
Den Brief, so mutmaßt Kubitschek, erhielt er, „ausgelöst wohl durch den Plattschuss, den Weikersheim" erlitten haben soll. In dem Schreiben bittet ein namentlich nicht genannter CDU-Funktionär, dass Kubitschek seine „Bekanntschaft mit einer Reihe von ... JU-und CDUlern absolut vertraulich“ behandeln solle. Man habe in der CDU „viel erreicht“, „aber im Moment scheint alles extrem gefährdet. Ich bitte Dich wirklich dringend, keine Nachfragen zu stellen und nicht den Kontakt mit mir zu suchen.“ Der anonyme Christdemokrat appelliert an Kubitschek: „Bitte vernichte dieses Schreiben und auch alle bisherige Kommunikation zwischen uns, soweit diese noch bei Dir vorhanden ist. Ich meine das wirklich sehr ernst. Bitte!“ Kubitschek antwortete auf dieses „jämmerliche Schreiben“ demnach unter anderem folgendermaßen: „Deinem Chef richte aus: Er hat sein Sezession-Abonnement noch nicht beglichen“. „Sezession“ ist das Sprachrohr des Instituts für Staatspolitik, das im Jahr 2000 durch Personen aus dem engsten Umfeld der „Jungen Freiheit“ gegründet wurde. Ziel des IfS, eines „Aktivpostens neurechter Bildungsarbeit“ (Verfassungsschutz), ist die Bildung „geistiger Eliten“. In IfS-Broschüren, so der Verfassungsschutz, wurde auf „antidemokratische Ideologen, insbesondere solche der konservativen Revolution, rekurriert und versucht, deren staatsphilosophische Erklärungsmuster weiterzuentwickeln“. (am)


Quelle

Bnr [15.05.07]

Thursday, September 06, 2007

Albersroda: Lehrer-Präsident bei Neurechten

Josef Kraus, seit 1987 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), will beim rechtsradikalen "Institut für Staatspolitik (IfS)" zum Thema "Kritik der Bildungskritiker" referieren. Ausgerichtet wird die Veranstaltung Anfang November als "15. Berliner Kolleg". Das von Karlheinz Weißmann und Götz Kubitschek geleitete IfS mit Sitz auf einem Rittergut in Sachsen-Anhalt lässt sich der sogenannten "Neuen Rechten" zuordnen und gehört zum Umfeld der Jungen Freiheit (JF). ...lesen

Siehe auch:

Zusage zurückgezogen [13.09.07]

Wednesday, July 01, 2009

Das Institut für Staatspolitik - die wichtigste Weiterbildungseinrichtung der neurechten Szene

Gustav Landauer - auch der Name des anarchistischen Philosophen und Revolutionärs der Münchener Räterepublik, der nach ihrer Niederschlagung am 2. Mai 1919 dort dem weißen Terror zum Opfer fiel, ist auf der Website des Kulturhistorischen Vereins Friedrichshagen zu finden. Der Verein kümmert sich um die Pflege des Erbes des “Friedrichshagener Dichterkreises” um Peter Hille, Bruno Wille und Wilhelm Bölsche. Landauer stand dem Kreis Ende des 19. Jahrhunderts als Herausgeber der Zeitschrift “Sozialist” nahe. Er käme ins Rotieren, wenn er wüßte, wer sich da an seinem Gedächtnis zu schaffen machte: Erik Lehnert, der neue Chef des rechtsradikalen, ultranationalistischen Instituts für Staatspolitik (IfS).

Das IfS gilt als wichtigste “Weiterbildungseinrichtung” der neurechten Szene und agiert in jener Grauzone zwischen Konservatismus und Neofaschismus, in der auch die “Junge Freiheit” und die Schülerzeitung “Blaue Narzisse” den rechten Aufbruch propagieren. Wie weit ins rechtsbürgerliche Lager dabei die Schnittmengen reichen, offenbart ein Blick auf die Liste der Referenten der Winter- und Sommerakademien und des “Berliner Kollegs”, schreibt die konkret ...lesen

Sunday, July 13, 2008

Protest gegen Kolleg in der Urania

Linkspartei und Grüne haben gegen ein angekündigtes "Kolleg" des rechtsorientierten "Instituts für Staatspolitik" (IfS) in den Räumen der renommierten Bildungsstätte Urania protestiert. Am Sonnabend soll dort offenbar der französische neurechte Vordenker Alain de Benoist sprechen, als Referenten der Veranstaltung unter dem Titel "Widerstand. Lage - Ziel - Tat" sind auch zwei Autoren der nationalen Tageszeitung "Junge Freiheit" vorgesehen. Linkspartei und Grüne forderten die Urania auf, die Vermietung der Räume rückgängig zu machen.

Quelle
Berliner Zeitung [12.07.08]

Siehe auch:

Urania beherbergt rechte Denkfabrik
Podium für französischen Rechtsextremen
Sa. 12.7. Neo Faschistische Konferenz Berlin
Verzweifelte Sinnsuche in der Urania

Sunday, February 08, 2009

Von der NPD zur ANR zum IfS – Kleine Entstehungsgeschichte der deutschen Neuen Rechten

Kontakt zwischen „Nouvelle Droite“ in Frankreich und „Neuer Rechter“ in Deutschland gab es sehr früh: Bereits 1966 – zu einem Zeitpunkt also, als Wahlerfolge der „alten Rechten“ gerade einsetzten – nahm der junge Publizist Henning Eichberg an einem deutsch-französischen Jugendaustausch teil, der ihn in ein Zeltlager mit jungen französischen Nationalisten in die Provence führte.

Rückblickend schrieb Eichberg: „Ich begegnete politischen Schriftstellern eines ganz anderen Typs, als ich ihn aus Deutschland kannte; Dominique Venner, Jean Mabire und Fabrice Laroche (d.i. Alain de Benoist) waren eher eine Art von Berufsrevolutionären.“ Dieses Zeltlager bezeichnet Eichberg als „wesentliche[n] Anstoß, mich von der bürgerlich-konservativen ‚alten Rechten’ in Deutschland zu lösen und eine ‚neue Rechte’ zu entwerfen.“ Später arbeitete Eichberg sogar an der 1968 von Alain de Benoist gegründeten Zeitschrift „Nouvelle École“ mit.

In Deutschland ist Eichberg vor allem durch seine Beiträge im „Jungen Forum“, „Fragmente“ und „Junge Kritik“ bekannt geworden, auch wenn er häufig unter dem Pseudonym „Hartwig Singer“ veröffentlichte. Auch das „Manifest einer europäischen Bewegung“, das er für die „Aktion Neue Rechte“ (ANR) verfasste, erschien unter diesem Namen. Dass Eichberg sich mit unmittelbarer politischer Betätigung derart zurückhielt, hatte wohl damit zu tun, dass er 1967/68 zwar eine „Alternativpartei“ anstrebte, die „die Dynamik der jugendlichen Revolte in sich aufnehmen und sinnvoll umlenken sollte“, er sich selbst aber „nicht als Führer einer solchen Bewegung, sondern als deren Theoretiker“ (Weißmann) sah. Dass er „nur“ das Manifest für die ANR schrieb, wird mit Vorbehalten gegenüber einer Parteiabspaltung zu tun gehabt haben. Verwunderlich ist daher nur, dass er später doch in der Abspaltung der ANR-Abspaltung „Nationalrevolutionäre Aufbauorganisation/ Sache des Volkes“ aktiv wurde. Allerdings brachte dieses Engagement keinen nennenswerten Nachhall in der Herausbildung einer „Neuen Rechten“. Heute versucht der geschasste NPD-Vordenker Jürgen Schwab auf seiner Internetseite, sich in eben jene Tradition zu stellen, allerdings konnte auch er die Schwelle zur politischen Bedeutung nie überwinden. ...lesen