antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Wednesday, August 30, 2006

Uwe Leichsenring tot

Thursday, August 31, 2006

Parlamentsnachrücker

Dresden – Der 34-jährige NPD-Kreisvorsitzende von Dresden, Rene Despang, zieht nach dem Tod von Uwe Leichsenring in den sächsischen Landtag ein.
Der NPD-Multifunktionär Leichsenring (39), unter anderem Parlamentarischer Geschäftsführer der NPD-Landtagsfraktion und Fraktionsvize, kam am Mittwoch, den 30. August bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Parlamentsnachrücker Despang machte bundesweit erstmals per Anzeige in der rechtsextremen Zeitschrift „Europa vorn“ im Sommer 1998 auf sich aufmerksam. Darin suchte er „Kameradinnen und Kameraden zum politischen Gedankenaustausch“ sowie eine billige Druckerei zur Herstellung von „preisgünstigem Propaganamaterial“. Damals war Despang bereits für die NPD aktiv und arbeitete am Aufbau des Pressearchivs des NPD-Landesverbandes Sachsen mit. Im April 2003 zählte Despang zu den Gründungsmitgliedern des „Nationalen Bündnisses Dresden“, dem er heute als Vorstandsmitglied angehört. (am)

Quelle
Bnr [31.08.06]

Siehe auch: Sachsen: Despang folt Leichsenring als Parlamentsnachrücker [01.09.06]

Tuesday, May 20, 2008

Sachsen: Der NPD geht das Personal aus

Die rechtsextreme Partei hat ihre Listen für die Wahlen in drei Wochen offensichtlich nur mit viel Mühe gefüllt.
Die rechtsextreme NPD schickt zu den Kreistags- und Landratswahlen Anfang Juni mehr als 180 Kandidaten ins Rennen. Sie unterstreiche damit ihren Anspruch als Landespartei, teilte der stellvertretende Vorsitzende Johannes Müller mit. Tatsächlich aber offenbaren die Listen gut vier Jahre nach dem Einzug in den Landtag ein gewaltiges Personalproblem der Rechtsextremisten.
Am deutlichsten zeigt sich das bei den Landratskandidaten. So muss im künftigen Großkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge der parlamentarische Berater Olaf Rose antreten. Nach Angaben des Kreiswahlleiters hat Rose bisher nicht einmal seinen Hauptwohnsitz nach Sachsen verlegt. Er ist im 600 Kilometer entfernten Bochum gemeldet. Die Personalie hat auch Kenner der Szene überrascht.
„Aber nach dem Tod von Uwe Leichsenring hat es in der Sächsischen Schweiz niemanden mehr gegeben, der die NPD-Anhänger ähnlich integrieren konnte wie er“, sagte Petra Schickert vom Kulturbüro Sachsen. Leichsenring war Landtagsabgeordneter aus Königstein und galt als charismatischer Kopf der NPD in der Sächsischen Schweiz.

In Mittelsachsen will der Fraktionsmitarbeiter Hartmut Krien neuer Landrat werden. Er sitzt eigentlich für das Nationale Bündnis im Stadtrat von Dresden. Im künftigen Landkreis Görlitz kandidiert ebenfalls ein Mitarbeiter der Fraktion, Andreas Storr, der auch Kreisvorsitzender ist. Beobachtern gilt er als „Reisekader“, der auftauche, wo gerade Personal fehle.

Ganze Familien kandidieren. ...lesen

Siehe auch:

Sachsen: NPD will bei Wahlen punkten [21.05.08]
Sachsen: Ex-SSS-Kader auf NPD-Wahllisten (Martin Schaffrath, Thomas Rackow und Lars Hein)
Nazis werden Brüder: „Freies Netz“ und NPD (Thomas Gerlach, Daniel Peschek, Maik Scheffler, Alexander Schliwka, Gunnar Finder ) [29.05.08]
NPD mit Personalproblem (Kreistagswahl Sachsen) [05.06.08]
Wahlen im Vogtland - NPD (Olaf Martin - Inhaber des rechtsextremen Laden „Ragnarök“ in Mylau) [08.06.08]

Sunday, October 08, 2006

Erbe von Leichsenring in der Kreis-NPD

Nach dem Tod vom Kreisgeschäftsführer des NPD Kreisverbandes Sächsische Schweiz, Uwe Leichsenring galt es die Nachfolge in diesem Amt zu klären (1). Heute (06. Oktober 06) wurde dazu in der "Sächsischen Zeitung" folgende Mitteilung der Nazis veröffentlicht:...lesen

Wednesday, April 16, 2008

Sachsens NPD bietet Milbradt-Nachfolger

Bei der für den 28. Mai vorgesehenen Neuwahl des sächsischen Ministerpräsidenten wird die rechtsextreme NPD erneut mit einem eigenen Kandidaten antreten. Ihr Abgeordneter Jürgen Gansel kündigte am Dienstag in Dresden die Bewerbung des parlamentarischen Geschäftsführers der Fraktion, Johannes Müller, an.

Quelle
Junge Welt [16.04.08]

Siehe auch:

Sachsen: NPD hofft auf “Leichsenring”-Effekt
NPD tritt mit eigenem Kandidaten an

Zum Thema:

“NPD-Eklat” im sächsischen Landtag? [28.05.08]
Geisterstimmen für NPD-Kandidat
NPD-Kandidat: Eine Stimme weniger als eigene Fraktionsstärke (alt)
Zum Skandal hat es nicht gereicht [29.05.08]
NPD erhält mehr Stimmen bei Ministerpräsidentenwahl in Sachsen als ihre Fraktion Sitze hat
Politik mit Fantasie - NPD bietet imaginären Unterstützern Zusammenarbeit an

Tuesday, May 29, 2007

Dresden: In die Mitte der Gesellschaft

Die sächsische NPD-Landtagsfraktion beabsichtigt Berichten zufolge Ende diesen Monats eine neue öffentliche Anlaufstelle für rechtsextreme Propaganda als so genanntes Bürgerbüro zu eröffnen.

Am 22. Mai veröffentlichte das Dresdner AntifaRechercheTeam eine Mitteilung, nach deren Inhalt der NPD-Landtagsabgeordnete Renè Despang am 31. Mai im Ortsteil Pieschen ein so bezeichnetes Bürgerbüro eröffnen werde. Der ehemalige NPD-Kreisvorsitzende ist neben seiner Tätigkeit als Abgeordneter zudem in Dresden-Cotta Ortsbeiratsmitglied für das sich selbst so betitelnde örtliche Nationale Bündnis. In den Landtag rückte Despang für den tödlich verunglückten vormaligen "Mäzen der Skinheads Sächsische Schweiz", Uwe Leichsenring, nach. ...lesen

Thursday, July 05, 2007

Berlin: Großzügige Spender

Der NPD haben laut dem kürzlich veröffentlichten Rechenschaftsbericht für 2005 eine Reihe von Gönnern und Parteifunktionären gespendet.
NPD-Großspender im Jahr 2005 waren Rolf Hanno (Marbella, Spanien, 24 000,-- Euro), Georg Banszerus (Höxter, 10 700,--) und die NPD-Spitzenfunktionäre Erwin Kemna (Ladbergen, 11 420,-- Euro), Holger Apfel (Dresden, 10 825,-- Euro), Johannes Müller (Sebnitz, 12 303,90 Euro) und Udo Voigt (Moosburg, 10.250 Euro). Der zwischenzeitlich verstorbene sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Uwe Leichsenring (Königstein) hatte 11 346,60 Euro gespendet. Dies geht aus den vom Bundestagspräsident Anfang Juni vorgelegten Rechenschaftsberichten der Parteien hervor. (am)

Quelle
Bnr [04.07.07]

Verwandte Themen:

NPD finanziert sich zu 64 % aus Steuergeldern

Tuesday, August 05, 2008

Demonstrationssplitter August ´08

Erneute Nazi-Demo in der Sächsischen Schweiz (Königstein, Uwe Leichsenring, Thomas Rackow) [30.08.08]

Vermeintlicher Anschlag auf Naziautos (Biesenthal, Mike Sandow,Marco Rhode, Klaus Mann, Udo Voigt, Klaus Beier, „Freie Kräfte Teltow Fläming“, „ Nationales Infoportal Brandenburg“) [26.08.08]

Erneut Aufmarsch von Nazis in Leipzig (Istvan Repaczki) [25.08.08]
Und noch eine Demonstration in Reudnitz
400 Hinweise werden überprüft
"Todesstrafe für Kinderschänder"

Diesmal zeigte Suhl Flagge [24.08.08]

24.08.08 Nazi-Demonstration in Zittau

Heutiger Naziaufmarsch in Berlin [23.08.08]
Proteste bei NPD-Aufmarsch in Berlin-Neukölln
Kleine gelbe Menschen in Neukölln (Thomas Vierk)
Nazis schenken Hindus Freunde
Mit Räucherstäbchen gegen Rechte
NPD macht Stimmung gegen Berliner Hindu-Tempel
NPD pöbelt gegen Hindutempel in Berlin. 800 Antifaschisten protestieren
Gute Nachbarn gegen Nazis
Protest gegen NPD-Demo in Neukölln
700 Demonstranten protestieren gegen einen Aufmarsch der NPD in Neukölln
Fotostream von iGuerilla
NPD Demo gegen Hindutempalneubau und Antifaprotest 23.08.2008
Video: NPD-Aufmarsch in Neukölln 23. August
“Hindus sind fast Kameraden - und Hakenkreuze haben die auch noch!” (Transkription des tatsächlich gesprochenen Wortes in der Rede von Thomas Vierk)

23.08.08 Quedlinburg/"AN"s mangelhaft, setzen
Demonstration und Straßenfest
Quedlinburg stellt sich quer
250 Menschen protestierten gegen Rechtsextreme
23.08.08 - Quedlinburg/Harz: Nazis ohne Plan

Nazis demonstrieren in Pirna

Hunderte gegen Neonazis auf der Straße
(In Berlin und Sachsen-Anhalt)

Russlanddeutsche NPDler vor dem Landtag (Düsseldorf, u.a. Johann Thießen, Andrej Triller, Joachim Schäfer, Claus Cremer, Thorsten Crämer, Heinrich Daub, Viktor Kasper, Anatoli Ganzhorn, Rene Laube)

Lippstadt: Sponti nach Naziaktionen (der "Aktionsgruppe Ruhr-Lippe") [22.08.08]

Nazidemo in Leipzig nach Kindermord [21.08.08]

Ruhig und deutlich (Wildau)

Demonstration gegen NPD-Veranstaltung (Berlin, Rathaus Treptow) [18.08.08]
Die NPD macht mobil – und trifft auf Widerstand
NPD-Veranstaltung in Berlin-Treptow

Sponti nach Naziübergriff in Naumburg [17.08.08]

allene Feiern für Hitler-Stellvertreter (Warmensteinach, Forchheim, Frankenthal, Mannheim, Braunschweig) [16.08.08]
BÜRGER VERHINDERN NEONAZI-FEIERN FÜR RUDOLF HESS
Tausende protestieren am Heß-Gedenktag gegen die NPD
Kein Heß-Gedenken in Wunsiedel
NAZIS IN BRAUNSCHWEIG
Polizei beendet Aufzug Rechtsextremer
Nazis in Kiel auf Achse - Rudolf Hess
Polizei verhindert "Heß-Gedenkfeiern" (Altmarkkreis Salzwedel und der Kreis Stendal, Derenburg (Harzkreis), Matthias Heyder aus Elbingerode (Harzkreis) in einer Gaststätte in Blankenburg (Harzkreis))
In der Fußgängerzone rechtsgerichtete Parolen skandiert - Hilden (Wohnort in Windeck, Grevenbroich und Heinsberg)

Antifa Lübben fordert linken Jugendtreff
Kommentar: Augen und Ohren auf

Kundgebung der Rechten in Altenburg

NPD-Funktionäre bei illegaler Kundgebung in Tschechien (Per Lennart Aae, Katrin Köhler, Carola Holz, Ein Vertreter Freier Nationalisten aus Dortmund)
Hradec Krávolé (CZ): »Gentle breeze over Europe«

Dresden: Spontandemonstration nach rassistischen Angriffen (unter anderem am vom Neonazis betriebenen Geschäft 'Larvik' vorbei) [14.08.08]
Proteste gegen fremdenfeindliche Übergriffe in Dresden

NPD kam nicht nach Passau [09.08.08]
Demo gegen neonazistische Umtriebe in Passau

Spontan Demo gegen rechte Gewalt in Malchin
Antifa-Demo nach Nazi-Überfall in Malchin(MV)
Spontan-Demonstration in Malchin MV

Sponti-Demo in Dessau-Süd erfolgreich! (zu den Wohnungen der bekannten Neonazis Alexander Weinert, Steffen Muschner und Swen Behrendt, festgenommen wurden u.a. auch Steffen Muschner, Martin W. und Martin Vetter) [07.08.08]
Ausschreitungen zwischen Rechten und Linken verhindert

Über 400 Neonazis bei "Trauermarsch" (Bad Nenndorf, Thomas "Steiner" Wulff, Christian Meier, Marco Siedbürger, Marcus Winter, Arwid Strelow, Constant Kusters, Andreas Biere, Sven Skoda) [02.08.08]
Bad Nenndorf: 300 Menschen protestieren
Rechter "Trauermarsch" in Bad Nenndorf
Protest gegen Nazi-Aufmarsch
Protest gegen Neonazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf
DGB besorgt über Neonazi-Märsche
"Ihr heult, wir feiern" - Bad Nenndorf 2008 (Julian Engels)
Fotos: 02.08.2008 / Bad Nenndorf: Nationalsozialismus reloaded
Fotos: Neonazi-”Trauermarsch” in Bad Nenndorf
Nach Rede in Bad Nenndorf: Angeblich Anzeige gegen Neonazi Kusters *

Rockt die Provinz in Greiz
Jugend bietet Nazis die Stirn

Protest gegen Prozess in Dessau (Oury Jalloh)

Tuesday, February 20, 2007

Pirna: SSSler bei der NPD

Der ehemalige Aktivist der verbotenenen „Skinheads Sächsische Schweiz“ (SSS), Thomas Rackow, ist Vorstandsmitglied des NPD-Kreisverbands Sächsische Schweiz.
Bei der Jahreshauptversammlung des NPD-Kreisverbandes Sächsische Schweiz am 8. Februar wurde der bisherige Kreisvorsitzende Johannes Müller in seinem Amt bestätigt. Müller ist zugleich NPD-Landtagsabgeordneter und Parlamentarischer Geschäftsführer der NPD-Landtagsfraktion. Stellvertretende Kreisvorsitzende sind Michael Jacobi und Hartmut Gliemann. Im Jahr 2000 fand das sächsische Landeskriminalamt bei einer Razzia im Zusammenhang mit den zwischenzeitlich verbotenen SSS Sprengstoff und Waffen in Jacobis Schuppen. Das Amt der Kreisgeschäftsführerin übt weiterhin Carmen Steglich, Lebensgfährtin des verstorbenen NPD-Parlamentariers Uwe Leichsenring aus. Als Beisitzer gehören dem Vorstand Steffen Richter, Lars Hein, Steffen Konkol, Mario Viehrig und Thoma Rackow an. Rackow, so die Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Sächsischen Landtag, ist bekannt als wegen schweren Landfriedensbruchs, Nötigung, Körperverletzung und Bildung einer kriminellen Vereinigung vorbestrafter Rädelsführer der SSS. (am)

Quelle
Bnr [17.02.07]

Monday, January 22, 2007

Tübingen:

Der Verleger Wigbert Grabert (65) muss sich derzeit vor dem Tübinger Amtsgericht wegen Volksverhetzung verantworten.
Grabert, der bereits wegen Volksverhetzung rechtskräftig verurteilt ist, hatte in der März-Ausgabe 2006 der in seinem gleichnamigen Verlag erscheinenden geschichtsrevisionistischen Vierteljahresschrift „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ (DGG) einen Artikel des finnischen Autors Henrik Holappa nachgedruckt. Holappa ist auch Autor des NPD-Sprachrohrs „Deutsche Stimme“ und hat sich im Internet-Kondolenzbuch zum Tod des sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Uwe Leichsenring verewigt. Grabert will an den Artikel „via Internet“ gekommen sein und weder dessen Verfasser noch Übersetzer kennen. Einer der Übersetzer des Artikels ist der finnische Holocaust-Leugner Toivo Kettukangas, ein Sympathisant des von ihm „sehr verehrten Dr. Joseph Goebbels“. In dem Beitrag von Holappa wird die Multikultur als „Diskriminierung der Mehrheit durch die Minderheit“ diffamiert. „Multikultaristen“, so heißt es, gehen „die Belange fremdvölkischer Minderheiten über die Belange der eigenvölkischen Mehrheit“. In diesem Zusammenhang orakelt der Finne von einer „speziellen Methode von Völkermord“. „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“ erscheint – wie am ersten Prozesstag festgestellt wurde – nur noch in einer Auflage von 2 000 Exemplaren. Verteidigt wird Grabert vom Szene-Anwalt Thor von Waldstein, früher Vorsitzender der NPD-Studierendenorganisation Nationaldemokratischer Hochschulbund (NHB) und Referent bei der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik. Der nächste Verhandlungstag am Amtsgericht Tübingen findet am 6. Februar um 14.00 Uhr statt. (am)

Quelle
Bnr [22.01.07]

Monday, September 18, 2006

Skinheads in grauen Anzügen

Gewalttätige Übergriffe auf Journalisten bei der NPD-Wahlparty in Schwerin.
Der Platzplatz vor der weißen Baracke mit der Aufschrift „Pension am Flughafen“ in Anklam wirkte gestern nachmittag wieder wie ausgestorben. Nichts war mehr von dem Trubel der letzten Tage zu spüren, als dort die Wahlkampfzentrale der NPD unter Führung von Holger Apfel und Matthias Rochow untergebracht war. Wahlhelfer aus dem gesamten Bundesgebiet hatten das Gelände bevölkert, Busse aus Dresden fuhren NPD-Material durch die Lande. Sonntag vormittag gegen zehn Uhr bestieg die NPD-Mannschaft zwei schwere schwarze Audis und fuhr zur Wahlparty nach Schwerin.
In den letzten Tagen des Wahlkampfes hatten Apfel und Co. noch einmal versucht, alle Register zu ziehen: das kleine Sportflugzeug eines sächsischen NPD-Anhängers schwebte über das flache Land bis zum Schweriner Schloss, im Schlepptau ein Banner mit der Aufschrift „Wählt NPD“. Zahlreiche Wahlkampfhelfer beschallten aus Lautsprecherwagen heraus die Bürger von Greifswald und der Insel Usedom. Es wurden die letzten Reserven an Plakaten aufgehängt und Flugblätter von Haus zu Haus verteilt.
Während viele der regionalen NPD-Spitzen am vorhergehenden Freitag zur Beerdigung von Uwe Leichsenring nach Sachsen gefahren waren, versuchten Direktkandidat Andreas Theißen und Kameraden an einem kleinen Infostand in Hagenow, Wähler mit Kaffee und Kuchen zu locken. Wie uniformiert trugen alle agierenden Neonazis gebügelte karierte Hemden über ihren Tattoos. Auf die Frage, was Theißen 1996 mit dem Sprengstoff, der bei ihm gefunden wurde, vorhatte, schwieg der aggressive Neonazi. 1999 hatte das Amtsgericht Hagenow den ehemaligen Wiking-Jugend-Aktivisten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Am Sonntagabend während der Wahlparty fiel Theißen als NPD-Ordner wieder aus der Rolle und griff einen Kameramann des NDR vor den Augen anderer Medienvertreter tätlich an. Gegen ihn laufen jetzt Ermittlungen wegen Körperverletzung.
Für den Wahlkampf im Raum Ludwigslust hatten Udo Pastörs und Co. extra ein Haus in Groß Krams für angereiste Wahlhelfer angemietet. In dem kleinen Dorf bei Hagenow wurde die NPD mit über 26 Prozent stärkste Partei.
Im „Nationalen Wohnprojekt“ von Alexander Wendt in Salchow bei Anklam waren zahlreiche Helfer untergebracht, unter ihnen auch der mehrfach vorbestrafte Christian Hehl aus Ludwigshafen. Einige Anwohner sympathisieren inzwischen offen mit den Neonazis im Dorf.
Landesweit waren die Wahlhelfer zu absoluter Zurückhaltung verdonnert, keine Gewaltaktion irgendeines Skinheadhelfers sollte den Einzug der NPD in den Schweriner Landtag mehr gefährden. Als die Polizei jedoch am Samstagabend den Ort Salchow absperrte, weil sie Hinweise auf eine Naziparty erhalten hatten, reagierten die anwesenden Kameraden gereizt – zumal alle Feiern erst für den Wahlabend geplant waren.
„Kein Mann der Worte, sondern der Taten“
Die Kameradschaften des „Sozialen und Nationalen Bündnis Pommern“ unter Tino Müller und Michael Gielnik führten in der Uecker-Randow-Region einen eigenen Wahlkampf, unabhängig von den NPD-Spitzen in Mecklenburg. Flächendeckende Plakatierung und zahlreiche kleinere Aktionen brachten Müller schließlich ein zweistelliges Ergebnis an Wählerstimmen. Jugendliche aus Ueckermünde berichten, dass es für nicht-rechte Schüler schwer sei in dem Ort. Hitlergruß und Nazi-Parolen seien an der Tagesordnung und Lehrer verhielten sich machtlos. Rechte Cliquen seien in der Jugendszene dominant. Die Neonazis um Müller treffen sich offen in einem Cafe am Marktplatz oder im Garagenlabyrinth an der Belliner Straße. Kameradschaftsaktivisten tragen ihr Logo „Aryan Warriors“ auf T-Shirts offen zur Schau.Im Schweriner Landtag dagegen wirkte Müller am Sonntagabend eingeschüchtert und überließ Michael Gielnik an seiner Seite das Reden. Mit hochroten Köpfen gaben die beiden Neonazis ein Interview nach dem anderen. Volkstümlich in Trachtenjacken gekleidet, konnte Müller nicht darüber hinweg täuschen, dass er mit der „National-Germanischen Bruderschaft“ eine der straffesten Kameradschaften führen soll. Der Maurer und Vater von zwei Kinder behauptet von sich, er sei „kein Mann der Worte, sondern der Taten“. Obwohl die NPD außerordentlich viel Mühe darauf verwandt hatte, den Ort der Wahlparty geheim zu halten, erschienen am Nachmittag bereits die ersten Pressevertreter vor den „Radeberger Bierstuben“, einem idyllischen kleinen Lokal am Faulensee, nur wenige hundert Meter vom Schweriner Schloss entfernt. Der Ordnerdienst von Manfred Börm verhinderte den freien Eintritt, die Neonazis wollten zunächst unter sich sein. Es schien, als wenn nur ausgewählte NPD-Helfer an der Feier teilnehmen durften, Kameradschaftsaktivisten waren kaum zu sehen. Nicht nur NPD-Kandidat Birger Lussow lief im grauen Anzug herum, auch ehemalige Skinheads wie Jens Pühse, der jetzt für den „Deutsche Stimme“-Verlag zuständig ist. Peter Marx und Stefan Rochow organisierten den Ablauf, da Udo Pastörs in Berlin weilte. Sie hofierten besonders Rolf Hanno aus Marbella. Der vermögende Rentner aus Marbella, der bereits den Schlosskauf der NPD in Trebnitz bei Halle finanzierte, hatte auch die mecklenburgische NPD mit einer Spende aus Geldnöten befreit. Parallel zur Feier am Faulensee, trafen sich die NPD-Kandidaten um Udo Pastörs im NH-Hotel in Schwerin-Krebsförden. Ein eigener Shuttle-Bus sorgte für die Verbindung. Als die ersten Hochrechnungen bekannt wurden, schwappte die Stimmung der Neonazis über, nur Udo Pastörs wirkte hölzern wie immer. Mit 7,3 Prozent der Stimmen blieb das Ergebnis jedoch unter den Erwartungen der Neonazis, die bereits mit einem zweistelligen Sieg gerechnet hatten. Doch auch teure graue Anzüge konnten bei den anwesenden Skinheads und Neonazis nicht darüber hinweg täuschen wes’ geistiges Kind deren Träger sind. Kaum waren die ersten Wahlergebnisse bekannt, da schwappte die Gewalt schon über. Ein Kameramann wurde geschlagen, die Ordnertruppe drängelte und provozierte Medienvertreter, es gab zahlreiche lautstarke Drohungen vonseiten der Neonazis und schließlich wurde ein dpa-Fotograf angegriffen. Börms Truppe konnte kaum die eigenen Leute zurückhalten, als auch noch eine Gruppe von protestierenden Antifaschisten mit der Israel-Fahne vor dem Lokal aufzogen.Von den Kabarettisten der „Apfel-Front“ aus Greifswald, die die Nazis vor dem Schloss parodierten, anderen Gegenkampagnen vor Ort und dem riesigen Banner „Kein Sex mit Nazis“ vor der Staatskanzlei, hatten auch die NPD-Anführer nichts mitbekommen, weil sie den Schweriner Landtag heimlich durch den Hintereingang betraten.Thomas Wulff, der nur ein aussichtloses Direktmandat für Schwerin ergattert hatte, zeigte den Medien das Siegerzeichen und gab sich euphorisch. Begeistert gab er den Kamerateams Interview. Als ein RTL-Reporter ihn jedoch fragte, wie er heiße, antwortete er verdutzt: „Thomas Wulff, genannt Steiner“. Und welchen Posten er bekleide? Er sei Sekretär vom Bundesvorsitzenden, antwortete Wulff beleidigt. Als der Interviewer dann noch fragte „Sekretär von wem?“ ging Wulff wortlos.
Andrea Röpke

Quelle Bnr [18.09.06]

Thursday, July 20, 2006

NPD-Abgeordnete ausgeschlossen

Dresden. Die sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Uwe Leichsenring und Johannes Müller sind aus dem Untersuchungsausschuß des sächsischen Landtags zur SachsenLB ausgeschlossen worden. ...lesen

Siehe auch: NPD-Abgeordnetem droht Ermittlungsverfahren
NPD provoziert erneut einmaligen Vorgang