antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Thursday, October 16, 2008

Wolfenbüttel : Helden für das Volkstum

Unter dem Motto „Helden gesucht!“ ruft die rechtsextreme „Kontinent-Europa-Stiftung“ (KES) mit einer Anzeige in dem NPD-Blatt „Deutsche Stimme“ zu einem „Geschichts-Wettbewerb“ auf.

Der KES-Wettbewerb richtet sich gegen den 21. Geschichtswettbewerb (2008/09), der unter Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler steht und das Thema „Helden verehrt − verkannt −vergessen“ behandelt. Und dies läuft nach Ansicht der 2004 im schwedischen Jönköping ins Leben gerufenen KES und ihres Gründers Patrick Brinkmann „wieder einmal auf eine Suche nach Nicht- oder Antihelden hinaus“: „Denn der Begriff des Helden droht durch einseitige zeitgeistige Aktionen liberalistisch besetzt und damit inhaltlich entstellt zu werden.“ Die KES ruft deshalb dazu auf, „einen Helden darzustellen, der sich für sein Volkstum und damit auch für Europa in uneigennütziger Weise verdient gemacht hat und mithin als Vorbild für den heutigen Kampf um Identität dienen kann.“ Anmeldungen zum rechtsextremen "Geschichts-Wettbewerb“ nimmt der NPD-Multifunktionär Andreas Molau im niedersächsischen Wolfenbüttel entgegen. (am)

Quelle
Bnr [13.10.08]

Monday, April 30, 2007

Rostock: Spende für kranke Kinder

Am 19. Mai findet in Rostock, Mecklenburg-Vorpommern, ein Konzert für „Freunde der etwas härteren Musikrichtung“ (Einladungstext) statt.
Aufgespielt wird von der Bremer Hooliganband „Kategorie C – Die Band“, die laut Verfassungsschutz überregional dafür bekannt ist, „dass an ihren Veranstaltungen Fußballfans, Rocker und Skinheads teilnehmen“. Der genaue Veranstaltungsort soll dann auf den Eintrittskarten stehen. Das Konzert bildet den Auftakt der diesjährigen Tour von „KC – Die Band“ – unter dem Motto "SPORT FREI!". Aus der Einladung geht hervor, dass jeweils ein Euro vom Eintrittspreis (Vorauskasse 10,-- Euro - Abendkasse 12,-- Euro) an die Kinderkrebsstation der Universitätsklinik Rostock gehen soll. Eingeladen wird zu dem Konzert per Mailrundbrief von „NMN-Veranstaltungstechnik“. Dahinter verbirgt sich der Neonazi Lars Jacobs (Rostock), der mehrmals als Anmelder des "Heldengedenktages" in Halbe namentlich in Verfassungsschutzberichten aufgeführt ist. (am)

Quelle
Bnr [30.04.07]

Siehe auch:

Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock [08.05.07]

"Neonazis suchen nach neuen Räumen für Konzert" [17.05.07]

"Neonazi-Konzert heute in Klingendorf bei Rostock"[19.05.07]

Rechte rotteten sich in Klingendorf zusammen [21.05.07]



Verwandte Themen:

Rechtes Konzert in letzter Sekunde verhindert (Wolfenbüttel)

Friday, November 30, 2007

Wolfenbüttel: NPD-Mitgliedschaft oder Kirchenamt

Ein evangelischer Kirchenvorstand darf nicht zugleich Mitglied der rechtsextremistischen NPD sein. Die evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig hat jetzt einen NPD-Funktionär aus dem Kreis Helmstedt, der in seiner Heimatgemeinde Süpplingen dem Kirchenvorstand angehört, ultimativ zum Parteiaustritt aufgefordert. Der Kreistagsabgeordnete müsse bis zum 14. Dezember seine NPD-Mitgliedschaft kündigen, nur dann könne er Mitglied im Kirchenvorstand bleiben, sagte Kirchensprecher Michael Strauß gestern. Wenn der NPD-Funktionär der Aufforderung zum Parteiaustritt nicht nachkomme, werde ihn der Vorstand der Propstei Königslutter aus seinem Amt als Kirchenvorstand entlassen müssen. Dies gehe aus einem Schreiben des Propsteivorstands an den NPD-Funktionär und die Kirchengemeinde Süpplingen hervor.

Quelle
Taz [30.11.07]

Siehe auch:

Kirche will keine NPD-Mitglieder

Thursday, April 02, 2009

Von Umwelt- und Heimatschutz

Es sind keine zehn Minuten mit dem Auto. Aber nicht wegen der Nähe zwischen Wohnhaus und Atommülllager bringt Niedersachsens NPD-Vizechef Andreas Molau seine Partei nun gegen Asse II in Stellung. Nicht zum ersten Mal: "Umweltschutz ist Heimatschutz" verkündet die rechtsextreme Partei seit Jahren. Nun hat sie ein neues Flugblatt verfasst: "Wer musste aufpASSEn?" Auch reihten sich einige NPD- und Kameradschaftsangehörige bei der großen Lichterkette Ende Februar ein.

"Eine solche Aktion hatten wir erwartet", sagt Udo Dettmann, Pressesprecher des Asse-Koordinationskreises. An jenem Donnerstag, dem 26. Februar, protestierten in der Region Braunschweig-Wolfenbüttel an die 15.000 Menschen gegen die Atommülllagerung in dem ehemaligen Salzbergwerk. "Wir ahnten, dass nicht bloß das Thema, sondern auch die Aktionsform mit Fackeln Rechtsextreme anziehen könnte", sagt Dettmann: "Wir hatten geplant einzuschreiten. Auch die Polizei war informiert." ...lesen

Monday, November 05, 2007

Demonstrationssplitter November ´07

Mittweida - Demonstration nach Nazigewalt [26.11.07]
Soli-Demo gegen den Übergriff in Mittweida!





Gedenken an Silvio Meier (Berlin)
Linker Kiezspaziergang mit heftigem Ende
"Latsch-Demo" mit Feuerwerk
Berlin: Gedenk-Demonstration für Silvio Meier
Berlin: Über 2000 auf Silvo Meier-Demo
Festnahmen nach Gedenk- Demo für getöteten Hausbesetzer
Bilder: Silvio-Meier-Demo 2007 in Berlin
Fotos: Berlin : Silvio Meier Gedenkdemonstration 24.11.2007
Fotos: Silvio Meier Demo 2007
Video: Silvio-Meier-Demo Berlin 24.11.2007
Video: Antifademo Berlin Friedrichshain 24.11.

Getrennte Wege

15. Todestag von Silvio Meier
Bilder: Mahnwache für Silvio Meier 2007




zum Naziaufmarsch in Neumünster
Naziaufmarsch und Gegenaktivitäten Neumünster
Demo gegen Naziläden in Neunkirchen 24.11.07



Demonstration gegen den Frauenabschiebeknast
(Neuss)
Video





Hoyerswerda: 150 Nazis bei Fackelaufmarsch [23.11.07]






Kiel: Antifa verurteilt! Heute Spontandemo [21.11.07]

Kiel: 200 auf kämpferischer Spontandemo





Lüneburg : Nazis greifen Spontandemo an





Protest gegen Sammelanhörung afrikanischer Asylbewerber in Köln [20.11.07]





NPD-Heldengedenken in Rheinau am 18.11.07




Mittenwalder Verhältnisse (Berlin NeuKölln) [18.11.07]
Nazis suchen neue Helden
Angeschlagene »Helden«
»Heldengedenken« ohne Soldaten
Kundgebung gegen Heldengedenken in Neukölln friedlich verlaufen


volkstrauertag in augsburg


Nazigedenken in Bochum-Wattenscheid
Foto-/Berichtsperre über Nazigedenken ?



(Neo)nazikundgebung in Rathenow - West



Volkstrauertag 2007 in Südthüringen



"Heldengedenken" in Bitterfeld
VVN-BdA Bitterfeld zum Volkstrauertag in ABI





Rostock: Demonstration gegen Justizwillkür [17.11.07]
"500 Menschen demonstrierten in Rostock gegen Überwachungsstaat und Justizwillkür"
"Lasst euch nicht unter’n Rock schaun!"
Für demokratische Rechte und gegen Justizwillkür
Rostock: Rangeleien bei Antirepressionsdemo
Fotos
Anti-Repressionsdemo Rostock 17.11., Video





NPD stark in Unterzahl (Wahlkampf in Niedersachsen)
Desaster für die NPD in Walsrode & Umgebung
NPD-Nazis in Niedersachsen
Vechta: NPD lautstark gestört




Cambiad Furia y Tristeza a Resistencia! (Bochum)




Heldengedenken in Karlshorst




Anti-NPD Tour Südhessen (Gernsheim, Groß-Gerau und Rüsselsheim )





Antifa verhindert NPD-Veranstaltung in Kamen




Nazidemos in Nassau & Nastätten am 17.11.07





Berlin/Fhain Solidemo für L14 [15.11.07]




Antifa-Demo in Nastätten [14.11.07]




Bilder: Demo wegen getöteten Antifa in Madrid (Berlin) [12.11.07]
Bericht zur Gedenkdemo für Carlos in Berlin




Gedenkfeier zur Pogromnacht in Obernkirchen [09.11.07]

Berlin: Gedenkspaziergang in Mahlsdorf

Muc: Gedenken an die Opfer der Reichspogromna

09.11. Gedenkdemonstratin BS (Braunschweig)
Gedenkdemo 9.11. in Braunschweig - 200 Leute

Lippstadt: Gedenken zum 9. November

Berlin: Fotos 9. November Gedenk-Demo Moabit

Der 9.November in Neunkirchen/Saar

Antifa Demo am 9.November in Opladen

Nazis im thüringischen Vacha

Köln - Gedenkdemonstration am 9.11





Bernau: Gedenken an die Reichspogromnacht [08.11.07]

Duisburg: Gedenken an die Reichspogromnacht

Aachen: Gedenken an die Pogromnacht 1938

Gedenken zur Reichspogromnacht in Fürth


Nazis störten Gedenkkundgebung in Erfurt
Erfurt Nazis provozierten am 08. November




Bundesweiter Aktionstag: Freiheit statt Angst
- Bundesweit Proteste gegen Vorratsdatenspeicherung
- Freiheit statt Angst: Live-Ticker (Update 20:38)
- Totengräber für den Datenschutz
- Absage an Überwachungsstaat
- Furcht vor dem Überwachungsstaat
- Straßenproteste gegen Überwachung
- Fotos: Proteste gegen Vorratsdatenspeicherung
- Demos gegen Vorratsdatenspeicherung in 19 Städten

- "Freiheit statt Angst" Demonstration in Jena

- Aktion gegen Vorratsdatenspeicherung/Plauen

- Suhl: Spontankundgebung gegen die VDS



Für Rechte nichts zu holen (Werder) [03.11.07]
Bunte Plakate und ein fliegender Schirm
NPD-Mahnwache in Werder/Havel (Potsdam Mittel



Polizistinnen schikanierten Minderjährige (Weißenfels)
Polizeigewalt in Weißenfels
WSF: Polizistinnen demütigen Minderjährige
Befingern soll keine sexuelle Nötigung [08.11.07]



Potsdam: Soli-Sponti für Weißenfels



Antifademo in Fürth



Antifaschistische Aktionswoche in Magdeburg



Nazidemo in Augsburg und die Gegenproteste



Erfolgreicher Spaziergang in Wolfenbüttel! [02.11.07]



LE: Was geht in »TØNSBERG«? [01.11.07]

Monday, November 26, 2007

Kandidatenkür

Im niedersächsischen Wahlkampf muss sich die NPD auf politisch unberechenbare Neonazis mit unrühmlichem Vorleben verlassen.

Das Wochenende Mitte November stand für die niedersächsische NPD und die Freien Nationalisten ganz im Zeichen der kommenden Landtagswahl im Januar 2008. Am Samstag, den 17. hielten ab 9.00 Uhr rund 100 Neonazis eine Kundgebung in Georgsmarienhütte bei Osnabrück ab. Dort möchte Jörg Fischer aus Vechta als Direktkandidat antreten, gegen ihn läuft nach mehreren Hausdurchsuchungen ein Verfahren wegen Bildung einer bewaffneten Gruppe. Gemeinsam mit seinem Kameraden Christian von Velsen organisierte Fischer auch die anschließend stattfindende zweite Kundgebung in seinem Wohnort Vechta. Fischer und von Velsen sind beide in der für die Kinder- und Jugenderziehung im braunen Lager zuständige „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) aktiv.

An diesem Samstag läuteten die Glocken von St. Georg in der Vechtaraner Innenstadt zur vollen Stunde besonders lange. Von bürgerlichem Protest war nichts zu sehen, aber junge Gegendemonstranten klapperten gleich neben der NPD-Kundgebung mit den Deckeln von Mülltonnen. An den Polizeisperren machten an die 300 Nazigegner mit lauter Stimme und Musikinstrumenten zudem großen Lärm. Eine Geräuschkulisse, die die Neonazis auf dem Europaplatz sichtlich nervte, denn trotz Lautsprecheranlage gingen die Redebeiträge von Christian von Velsen, Dennis Bührig aus Celle, Christian Worch, Thomas Wulff und Marcus Winter aus dem Weserbergland unter. Andreas Molau ließ sich entschuldigen, in Georgsmarienhütte wurde seine Botschaft an die Kameraden vom Band abgespielt. Der NPD-Direktkandidat für Vechta, Markus Pohl, fehlte ebenfalls. Pohl, kaufmännischer Angestellter mit Hooligan-Background, stammt ursprünglich aus Lengerich in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder setzte sich Pohl für den Aufbau der Neonazi-Strukturen in Münster, Steinfurt, Osnabrück und Vechta ein – immer in Kooperation zwischen Kameradschaften und Partei. Auf der Homepage der NPD-Niedersachsen wird stolz verkündet, dass die Unterstützerunterschriften für den Wahlkreis Vechta bereits zusammengekommen seien.

In der Lüneburger Heide dagegen wird noch eifrig gesammelt. Direktkandidat für den Wahlkeis Soltau-Fallingbostel will der Anführer der Kameradschaft „Snevern Jungs“, Matthias Behrens aus Schneverdingen werden. Angeblich will auch Stefan Klingbeils kandidieren. Unterstützung bekamen die Freien Nationalisten vom NPD-Strategen Peter Marx und dem Leiter des Bundesordnungsdienstes Manfred Börm aus Lüneburg.

„Keks für das Deutsche Reich“

Nachhilfe für die potenziellen Wahlkreis-Kandidaten scheint bitter nötig. Viele der heute bemüht bieder auftretenden Neu-NPDler tummelten sich vor kurzem noch auf Kameradschaftsabenden oder Skinhead-Partys. Ihre parteipolitische Erfahrung ist begrenzt, der bürgerliche Auftritt in der Öffentlichkeit ungewohnt. Ausgerechnet in NPD-Zielgebieten, wirtschaftlich schwächere Regionen wie an der Nordsee zwischen Wilhelmshaven und Wittmund, muss sich die Parteiführung auf Neonazis mit unrühmlichem Vorleben und politischer Unberechenbarkeit verlassen.

Gegen den neuen NPD-Chef in Wilhelmshaven, Nico Ahlrichs, wurde bereits mehrfach polizeilich ermittelt. Ahlrichs war wie Manuel Wojtczak in der „Freien Jugend Ostfriesland“, später „AG Wiking“, aktiv. Beide nahmen an einer Maibaum-Feier in Carolinensiel vor zwei Jahren teil. Nachdem der Maibaum in Form einer Lebensrune errichtet worden war, verlief die Party mit „Sieg Heil“-Gegröle und Neonazi-Musik. Auf Filmmaterial ist zu sehen, wie Ahlrichs in die Kamera schreit: „Ich esse diesen Keks für das Deutsche Reich!“, Wojtczak sogar beim Pogo-Tanz den Arm zum Hitlergruß erhebt. Der Freie Nationalist und Anführer der Kameradschaft AG Wiking will für den Wahlkreis Wittmund kandidieren. Der 1981 in Gardelegen geborene Wojtczak ist nach Recherchen von Stop-Rechts in Wilhelmshaven mehrfach verurteilt, unter anderem wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung, Beleidigung, Bedrohung und Hausfriedensbruch sowie wegen versuchter vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung – ausgesetzt zur Bewährung.

Gewalttaten von rechts gehen im Nordwesten unter, dort gibt es weder Opferberatungsstellen noch mobile Einsatzteams. In Oldenburg läuft ein Prozess gegen einen 19-jährigen Neonazi aus Westerstede. Der Angeklagte schlug nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mehrfach ältere Migranten auf der Straße, einem 15-Jährigen, der zur Hilfe kam, rammte er ein Springmesser in den Bauch. Während der Attacke beleidigte der Neonazi sein Opfer noch mit ausländerfeindlichen Parolen.

Den für die NPD interessanten Raum Cuxhaven decken erfahrene NPD-Wahlkämpfer wie Adolf Dammann und Fritz-Ulrich Bundt aus Stade mit ab. Der 1953 geborene Bundt, der auf Platz 10 der Landesliste kandidiert, blickt auf eine militante politische Vergangenheit zurück. Er war an mehreren Übergriffen beteiligt, pflegte nach Recherchen des Buchautors Jürgen Pomorin Kontakte zu Schlägerbanden, fuhr mit seinem Auto in eine Menschenmenge. Aus beruflichen Gründen bewegt sich der niedersächsische NPD-Schatzmeister als wichtiger Drahtzieher im Hintergrund, denn Bundt ist wie Dammann gelernter Bankkaufmann. Überhaupt versuchen viele der NPD-Kandidaten in Kleingewerbe und Mittelstand Fuß zu fassen. Es sind Bauunternehmer, Unternehmens- und Finanzberater, Antiquitätenhändler, Handwerker, Bäcker und ein Landwirt darunter. Ralf Tarnozek, der im Wahlkreis Bramsche bei Osnabrück kandidieren will, betreibt einen Armee- und Gotchashop.

Einen Hang zu Waffen haben auch die NPD-Wahlkämpfer Marc Reuter aus Bremervörde und Roman Greifenstein aus Munster bewiesen. NPD-Stadtrat Reuter gehörte zu den norddeutschen Führern des militanten „Stahlhelm-Kampfbund für Europa“, bei dessen Anhängern in der Pfalz Ende der 90er Jahre schwere Waffen gefunden wurden. Greifenstein saß Ende der 90er Jahre eine Haftstrafe wegen Gewaltdelikten ab, zuvor war er bereits mit Waffen aufgefallen. Greifenstein, der die „Freien Kräfte Munster“ im Internet mit der Reichsfahne in der Hand repräsentiert, will als Direktkandidat der NPD für den Wahlkreis Lüneburg antreten.

Hauptansprechpartner vonseiten der Freien Nationalisten ist für NPD-Spitzenkandidat Andreas Molau ein kleiner rothaariger Mann mit Nickelbrille: Dieter Riefling aus Hildesheim. Der überzeugte Anhänger des „Deutschen Reiches“ wirkt seit über 20 Jahren in der radikalen braunen Szene. Er war in der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (1995 verboten) und dem Blood&Honour-Netzwerk“ (verboten 2000) aktiv, führte die Kameradschaft Recklinghausen, sang in einer Skin-Band. Einem zivilen Polizisten zertrümmerte Riefling das Nasenbein. Seine Bewährung für Straftaten reichte bis Oktober 2004. Von Hildesheim aus steuert Riefling die Vernetzung der Freien Kräfte in Niedersachsen, bildet so genannte „Bürgerinitiativen für Zivilcourage“ und tritt als Direktkandidat für den Wahlkreis Hildesheim an.

„Ein Mann, der mit den Bürgern sprechen kann“

Ebenso rührig geht es zur Zeit in den Landkreisen Goslar und Osterode zu. Seitdem sich immer mehr Neonazis in Bad Lauterberg ansiedelten und dort auf alteingesessene bürgerliche NPD-Strukturen zurückgreifen können, wächst die rechte Szene dort mit einem hohen Maß an Selbstbewusstsein. Der ehemalige Skinhead Michael Hahn, der nach Verfassungsschutzangaben in der Vergangenheit auch an Schlägereien in Berlin beteiligt war, sitzt heute im Stadtrat von Bad Lauterberg. Allein vier Neonazis aus dem Ort sind auf der Landesliste der NPD vertreten, neben Hahn noch die Liedermacher Annett und Michael Müller, sowie der wegen Volksverhetzung verurteilte Carsten Steckel. In der Region gab es Übergriffe mit Verletzten, konspirative Veranstaltungen in einer Stammkneipe, eine Attacke auf einen aussteigewilligen Jugendlichen und jüngst ein gemeinsames Heldengedenken mit den Kameradschaften Northeim und Eichsfeld im Siebertal. In Harzvororten wie Vienenburg und Salzgitter bemühen sich NPDler und Kameradschaftsaktivisten, neue Strukturen aufzubauen.

Ruhig und ungestört lebt es sich in Groß Denkte, dem Wohnort des NPD-Spitzenkandidaten Andreas Molau im Landkreis Wolfenbüttel. Das Namensschild an dem unscheinbaren Einfamilienhaus ist Handarbeit aus Naturholz. Molau, schwärmt NPD-Bundesvorsitzender Udo Voigt, sei „ein Mann, der mit den Bürgern sprechen kann“. Ob der das in seiner Heimatgemeinde macht, bleibt fraglich. Dort scheint sich der NPD-Mann kaum einzubringen. Nur einer der Anwohner, direkt nebenan, kennt ihn: „Ein sehr netter Herr. Die NPD ist ja nicht verboten.“ Im Vereinsleben, weiß der stellvertretende Bürgermeister Jan-Christian Müller (Grüne), taucht „Herr Molau“ nicht auf.