antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Monday, March 31, 2008

Grün oder doch nur gefährlich braun?

Der „Märkischer Heimatbund“ engagiert sich in Premnitz vorgeblich für den Umweltschutz

„Heimatschutz ist Umweltschutz“ stand auf A4 – großen Zetteln geschrieben, die Mitglieder des „Märkischen Heimatbundes“ (MHB) vornehmlich an Mülltonnen und Abfallbehältern in Premnitz angebracht hatten. „Wer seine Heimat liebt, der schützt sie auch. Laßt eure Heimat nicht im Müll untergehen (…)“, so konnte der potentielle Abfallentsorger dort weiter lesen. Der „Märkische Heimatbund“ eine regionale Umweltinitiative?

Ein erster Blick in das Selbstverständnis der Vereinigung auf deren Internetdomain lässt jedoch erste Bedenken aufkommen. „Wir sind heimatliebende und volkstreue Märker die sich gegen den heutigen Zeitgeist stellen“ heißt es schon im ersten Satz und gibt einen kleinen Wink, wo die Reise tatsächlich hingehen soll. Auch die folgende eher konservativ ausgerichtete Programmatik kann dies nicht gänzlich überdecken. Der „Aufklärung des Volkes“ haben sich die Mitglieder des MHB verschrieben, um zu zeigen das „Heimat mehr als (…) nur ein Wort (ist)“. „Natur, Kultur, Geschichte, Sprache, Traditionen und Brauchtum“ will man sich so vornehmlich widmen.

Einer dieser „Bräuche“ ist offenbar die Wahrung des Andenkens an den SA Führer Horst Wessel, dem der Märkische Heimatbund mit einem selbstangefertigten Banner in einer Propagandaaktion auf dem Milower Berg in einer Nachbargemeinde von Premnitz ehrte, andere die Teilnahme an den (Neo)naziaufmärschen in Magdeburg und Dresden. ...lesen

Monday, September 17, 2007

NPD-Wahlkampf: Von Eva Herman bis zur `Doitschen Säuferfront`

Die NPD will in den niedersächsischen Landtag einziehen, gewählt wird im Januar 2008. Nominiert hat die rechtsextreme Partei den Multifunktionär Andreas Molau. Nach eigenen Angaben will die NPD bis zu 11 Prozent der Stimmen holen - was natürlich riesengroßer Unsinn ist. Aber in der Aussicht, möglicherweise in einen weiteren Landtag einzuziehen und so Posten und Geld zu bekommen, hat Molau es geschafft, den Konflikt zwischen NPD und anderen Neonazis in dem Bundesland vorerst beizulegen und ein Bündnis zu schmieden. Dies spiegelt sich auch in der Rednerliste bei der Veranstaltung in Hannover wider. Neben Molau wird NPD-Chef Voigt sowie Christian Worch, Neonazi aus Hamburg, sowie den niedersächsischen Neonazi Dieter Riefling.

Die NPD und ihr Spitzenkandidat geben sich allerdings möglichst bürgerlich. Mit pseudo-revolutionärer Attitüde kommt man nämlich zwischen Meppen und Wolfsburg nicht wirklich weiter. Daher schreibt Molau in seinem für NPD-Verhältnisse ausführlichen Wahlprogramm viel über Schulen, Umweltschutz, den Mittelstand und die innere Sicherheit. Als Familienpolitische Beraterin wollte er Eva Herman ins Boot holen. ...lesen


Siehe auch:

Niedersachsen: NPD will sechs Prozent + x [16.09.07]
NPD hofft auf "6 plus x" [17.09.07]
11 Prozent für Worch & Co? [18.09.07]

Tuesday, May 27, 2008

Beständiges Kratzen am rechten Image

taz-Serie "Rechte Ecken" (Teil 1): Die Weitlingstraße in Lichtenberg ist seit langem als Nazi-Kiez verschrieen. Mittlerweile engagieren sich viele Gewerbetreibende und AnwohnerInnen gegen rechts. Doch es sind kleine Schritte, noch immer sind die Rechten im Stadtbild präsent
Eine junge Frau hockt in einem Beet mit lila Stiefmütterchen und hält zwei der Blumen in ihren Händen. Sie hat lange, blonde Haare und lächelt den Betrachter an. "Umweltschutz ist Heimatschutz" steht darüber - in Runenschrift. ...lesen

Verwandte Themen:

Im Hinterland ums Eck (Wollankstraße, Schulzestraße, Pankow) [04.06.08]
Vorstadtparadies mit verlorener Unschuld (Das Blumenviertel im Neuköllner Ortsteil Rudow) [10.06.08]
"Jedes Wochenende passiert was" (Friedrichshain) [18.06.08]
Niederschläge in den Statistiken (Prenzlauer Berg) [05.07.08]
Das Nazinetz im Westen (An der Rudower "Spinne" treffen sich die Neonazis aus dem Süden von Neukölln) [24.07.08]

Thursday, April 02, 2009

Von Umwelt- und Heimatschutz

Es sind keine zehn Minuten mit dem Auto. Aber nicht wegen der Nähe zwischen Wohnhaus und Atommülllager bringt Niedersachsens NPD-Vizechef Andreas Molau seine Partei nun gegen Asse II in Stellung. Nicht zum ersten Mal: "Umweltschutz ist Heimatschutz" verkündet die rechtsextreme Partei seit Jahren. Nun hat sie ein neues Flugblatt verfasst: "Wer musste aufpASSEn?" Auch reihten sich einige NPD- und Kameradschaftsangehörige bei der großen Lichterkette Ende Februar ein.

"Eine solche Aktion hatten wir erwartet", sagt Udo Dettmann, Pressesprecher des Asse-Koordinationskreises. An jenem Donnerstag, dem 26. Februar, protestierten in der Region Braunschweig-Wolfenbüttel an die 15.000 Menschen gegen die Atommülllagerung in dem ehemaligen Salzbergwerk. "Wir ahnten, dass nicht bloß das Thema, sondern auch die Aktionsform mit Fackeln Rechtsextreme anziehen könnte", sagt Dettmann: "Wir hatten geplant einzuschreiten. Auch die Polizei war informiert." ...lesen

Monday, February 25, 2008

Bayern: NPD tritt flächendeckend an

Nach eigenen Angaben besetzen “die Bayerische Nationaldemokraten erstmals alle 91 Stimmkreise im Freistaat” Bayern. Die stimmberechtigten Mitglieder im Münchner Wahlkreis 107 (Ramersdorf) wählten demnach Karl Richter, Spitzenkandidat der Bürgerinitiative Ausländerstopp München, zu ihrem Stimmkreisbewerber zur bayerischen Landtagswahl im September. Damit wurde den Angaben zufolge der letzte der 29 oberbayerischen Stimmkreise besetzt und damit erstmals seit 1972 alle bayerischen Stimmkreise mit eigenen Kandidaten besetzt. ...lesen

Siehe auch:

NPD-Wahlkampf in Bayern: Wahlantritt gefährdet? [22.06.08]
Bayern: NPD tritt flächendeckend an [22.07.08]

Zum Thema:

Bayern: Der “Kampf um die Straße” und der “Kampf und die Parlamente” (Die Süddeutsche Zeitung beschäftigt sich mit der Strategie und dem Auftreten der rechtsextremen NPD in Bayern.) [29.07.08]
Die NPD will provozieren [30.07.08]
Bayern: Grillabend statt Großveranstaltung [10.08.08]
Ein Toter als Kandidat (Kandidat auf Listenplatz Nummer 9 in Niederbayern, Edmund Nothaft, ist bereits im Februar dieses Jahres verstorben) [14.08.08]
Brauner Ausflug ins Grüne (NPD versucht beim Thema Ökologie an Profil zu gewinnen – mit Erfolg) [20.08.08]
Braune unterm grünen Deckmäntelchen (Partei setzt verstärkt auf Umweltschutz) [23.08.08]
Bayern: Die Kandidaten der rechtsextremen NPD (Sascha Roßmüller, Fred Eichner, Günter Kursawe, Karl Richter, Roland Wuttke, Norman Bordin , Björn-Christopher Balbin, Renate Werlberger, Willi Wiener, Matthias Fischer, Sebastian Schmaus, Ralf Ollert, Wielant Hopfner , Per-Lennart Aae, Uwe Brunke, Udo Sieghart, Tony Gentsch, Anneliese Michel) [25.08.08]
Plakate beschlagnahmt und abgehängt [27.08.08]
NPD in Aschaffenburg (gewillt, die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner mit Gewalt zu führen) [30.08.08]
Bayern: Männer dominieren NPD-Listen, sind aber kaum zu erreichen [01.09.08]
Weiß-brauner Himmel über Bayern (besonders außerparlamentarisch wird die NPD ihre Erfolge erzielen und Strukturen etablieren. Bereits heute finden wir hier enge Verbindungen zur gewaltbereiten Neonaziszene)
NPD will in Landtag (Neonazis kandidieren flächendeckend bei Wahlen in Bayern. Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung. Breite Bündnisse mobilisieren gegen rechte Auftritte) [03.09.08]
Hassreden in der Provinz (Bei der Landtagswahl hofft die NPD auf "fünf Prozent plus X". In Eggenfelden warben Funktionäre mit Hetzreden gegen Ausländer und Juden um Zustimmung)
Mit dem Führer gegen Zeitarbeit [05.09.08]
Wahlkampf in Bayern: Betrunkene NPD-Anhänger bepöbeln Passanten (Passau) [06.09.08]
Blauweiß-braun (Auch an Bayern geht die flächendeckende Offensive der NPD nicht vorbei) [10.09.08]
Muc: wieder NPD Infostand in Pasing [12.09.08]
Beten, kandidieren, festsetzen (Im Freistaat soll der Sprung in ein Westparlament gelingen) [16.09.08]
CSU-Kandidat und NPD-Funktionär: Gemeinsam für die Vertriebenen (Arthur Bechert, Willi Wiener) [17.09.08]
Bayern: NPD irgendwo zwischen null und zwei Prozent [19.09.08]
Bayern: NPD-Wahlkämpfer sollen Rep-Landeschef niedergeschlagen haben (Landesvorsitzender Johann Gärtner von einem NPD-Plakatiertrupp auf eigenen Grundstück in Kissing erheblich verletzt worden) [23.09.08] *
Klingt eigentlich toll (Es gibt gute Gründe, die NPD nicht zu Wahlsendungen des Bayerischen Rundfunks einzuladen. Sie haben wenig mit der NPD und viel mit dem Bayerischen Rundfunk zu tun: Andreas Bachmann und Matthias Keller-May, Sascha Roßmüller)
Bayern: NPD und JN ziehen noch einmal alle Register (wenige Tage vor der Landtagswahl gegen den demokratischen Widerstand in Gräfenberg und Weißenohe. Neonazis versuchen im Stil der SA die Sprecher des Bürgerforums Gräfenberg als Feinde der Gemeinschaft zu denunzieren)
NPD schlägt Republikaner [24.09.08]
"Gutmenschenmafia" (ziehen Rechtsextreme alle Register ihrer Feindbildpropaganda, Diffamierungen und Aufmärsche vor der Haustür ihrer Gegner)
NEU und mutig: nazistopp-nuernberg.de (Plakat-Aktion kurz vor den Bayerischen Landtagswahlen)
Aggressive NPDler in Lindau [24.09.08]
Bayern vor der Landtags- und Bezirkstagswahl: Schafft die NPD 1 Prozent? („Heimat statt Globalisierung“) [26.09.08]
Landtagswahl in Bayern, Kommunalwahlen in Brandenburg [28.09.08]
Bayern: NPD-Anhänger überklebten Wahlplakate von anderen Parteien (Freising und Attaching) [03.10.08]

Ergebnis:

Bayern: NPD kommt auf 1,2 Prozent (sie könnte somit ihr Minimalziel erreichen: Geld aus der Wahlkampfkostenerstattung) [28.09.08]
Landtagswahl in Bayern 2008: NPD bei 1,2 Prozent [29.09.08]
Staatsknete für Rechtsextremisten
NPD verfehlt Wahlziele in Bayern und Brandenburg...

Zum Thema:

Teurer Wahlkampf für die NPD in Unterfranken (Neben den üblichen Kosten für die NPD, sind in den letzten Wochen der "heißen" Wahlkampfphase etliche dazugekommen, Pascal Scholz, Matthias Bauerfeind, Michael Diener) [29.09.08]

Monday, November 24, 2008

Angriffe in Leipzig Grünau aufs Komm-Haus

Der dritte nennenswerte Angriff auf den Kultur- und Kommunikationstreffpunkt Komm-Haus in Leipzig Grünau führte dazu, dass das Erdgeschoss nahezu völlig ausbrannte. Es gab in letzter Zeit drei nennswerte Angriffe auf das Komm-Haus im Leipziger Plattenbauviertel Grünau. Beim ersten vor mehreren Wochen wurde die Fassade mit Parolen sogenannter autonomer Nationalisten verschandelt. Im Zuge der damals stattfindenden Hess-Gedenkwochen, waren es vor allem Parolen dieser Art, die mit Schablonen und schwarzer Farbe an die Wände gebracht wurde.

In den Wochen danach entfernten Beteiligte des Komm-Hauses regelmäßig Aufkleber mit Aufschriften "Kampf dem Kapital" oder "Umweltschutz ist Heimatschutz", wie sie im Leipziger Westen an bestimmten Orten in regelmäßigen Schüben auftauchen.

In der Nacht vom 22. zum 23.11. wurden vier Scheiben des Komm-Hauses eingeworfen. Der traurige Höhepunkt ereignete sich eine Nacht später, als gegen 2.30 im Erdgeschoss des Gebäudes Feuer gelegt wurde. Die Büroräume im Erdgeschoss wurden komplett zerstört. ...lesen

Siehe auch:

PM zu Brandanschlag in Leipzig-Grünau
Leipzig: Brandanschlag auf Kulturzentrum [25.11.08]
Demonstrationssplitter November ´08

Wednesday, August 13, 2008

Rechte Bands dringen in etablierte Szenen ein

Ein Musikvideo auf YouTube: Eine Band spielt vor kahlen Betonwänden - enge T-Shirts, Cargohosen, tätowierte Arme. Die Musik: aggressiver Hardcore, ein seit Ewigkeiten in der linken Szene verwurzelter Stil. Aber hier spielen bekennende Nationalisten. Es gibt viele solcher Beispiele. Denn rechte Musik, das ist heute weit mehr als stumpfer Rechtsrock von Glatzköpfen. In mehreren Szenen haben sich solche Strömungen etabliert.
NSHC ist das Kürzel für die rechten Bands, die den linken Stil aufgegriffen haben: National Socialist Hard- oder Hatecore. Nicht nur das Styling dieser Gruppen ist anders als das «traditioneller» Neonazi-Kapellen: «Viele Textzeilen könnten auf den ersten Blick genauso von linken Hardcore-Bands kommen», sagt Jens Thomas, freier Dozent und Kenner der Szene. Da wird, fast immer auf Englisch, nicht etwa gegen Ausländer gesungen, sondern gegen das Kapital oder für Umweltschutz - was erstmal nicht nur den braunen Mob anspricht. ...lesen

Zum Thema:

RechtsRock – eine Einführung von Christian Dornbusch & Jan Raabe [08.09.08]
Rückblick: Die Entstehung der rechtsextremen Bewegung in Deutschland (Beitrag der tagesthemen aus dem Jahr 1992) [12.10.08]

Thursday, October 23, 2008

Liebe Tiere, böse Juden

Auch unter Neonazis hat sich eine Tierrechts- und Veganerbewegung etabliert (Jungle World 16/07). Sie kann sich dabei nicht nur auf die NSDAP beziehen, die mit dem Reichstierschutzgesetz 1934 sehr vielen Forderungen von Tierschützern entgegenkam und auch Tierversuche so stark reglementierte wie nie zuvor. Ihre ideologischen Wurzeln findet sie auch bereits beim Komponisten Richard Wagner, der gegen Tierversuche und Fleischverzehr als »das Böse und das Jüdische« argumentierte, und ebenso beim Antisemiten Paul Förster, für den Tierliebe und Judenhass zwei Seiten derselben Medaille waren.

»Zu wundern brauchen wir uns nicht«, meinte Friedrich Nietzsche am 15. Oktober 1889. Er hatte vom Schlaganfall Paul Försters gehört. »Ein Mann wie Förster«, sagte er, »welcher seinem Nervensystem schon so viel durch die antisemitischen Geschichten zugemutet hat, (…) hat seine Nerven einfach überreizt.« Der Schlaganfall des »Forstmanns«, wie Nietzsche den Bruder seines Schwagers bezeichnete, dürfte nicht nur seinem antisemitischen Engagement geschuldet gewesen sein. Denn Förster, der damals der antisemitischen Reichstagsfraktion angehörte, war auch aktiv in der Naturheilkunde-, Verganismus- und Tierrechts­bewegung. Für ihn war das kein Widerspruch: Der Gymnasialprofessor klagte bereits 1898 in »Tierschutz in Gegenwart und Zukunft« über die Trennung von »Menschen- und Tierrechten« und wetterte auf Kongressen gegen Tierschützer, die nicht konsequent für Tierrechte eintraten. »Tierschützer mit Vorbehalt« nannte er sie 1900 in »Die Vivisektion«. Fleischgenuss und Vivisektion wurden auch schon 1881 in der Entourage von Richard Wagner mit antisemitischen Ressentiments verwoben.

Heute, über 100 Jahre später, findet sich Förster auf Websites von Tierrechtlern und Verganern, wie etwa xxx.vegetarismus.ch, wieder. ...lesen

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