antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Saturday, April 05, 2008

Machtkampf in Thüringer NPD

Am 12. April findet sich die NPD Thüringen zu einem geheimen Wahlparteitag zusammen. Der Vorstand soll neu bestimmt werden. Zwei Lager drohen dabei die Rechtsextremen zu spalten. Thorsten Heise und Kai-Uwe Trinkaus haben die bisherige Parteiführung unter Frank Schwert und Patrick Wieschke herausgefordert. Zudem wächst der Widerstand gegen den Wahlpakt mit der DVU 2009.
Erfurts NPD-Chef Kai-Uwe Trinkaus sei tot. Diese Meldung kursierte am 1. April im Internet. Er wäre bei einem Unfall ums Leben gekommen, weil die Bremsleitungen an seinem Wagen manipuliert waren. Seither wabert eine Debatte darüber, ob die eigenen, dem umstrittenen Kreischef nicht freundlich gesinnten, Leute oder die Antifa die Nachricht platzierten. ...lesen

Siehe auch:

Thüringen: Machtkampf bei der NPD
Thüringen: Hauen und Stechen um den Chefposten
NPD bekämpft sich in Thüringen selbst [12.04.08]
Schlammschlachten unter Parteifreunden [30.05.08]

Verwandte Themen:

Archivsuche zu "NPD Thüringen"
Parteitag im Hegelsaal

Friday, July 13, 2007

Biedermann-Masche

Rechtextremisten führen Mobilisierungskampagne in Thüringen durch.

Die Thüringer NPD will am kommenden Sonnabend ihre vor zwei Monaten ausgerufene Mitgliedergewinnungskampagne vor der Staatskanzlei in Erfurt ausklingen lassen. Von 150 Mitgliedern im Jahr 2003 haben die Nationaldemokraten inzwischen ihren Bestand auf über 450 steigern können. In Strategiepapieren mobilisiert man zu einem kommunalen Angriff, so sind die gestiegenen Aktivitäten im gesamten Bundesland zu erklären.

Doch auch die Landtagswahlen 2009 hat man im Auge. Die Landeshauptstadt wurde nicht von ungefähr am 1. Mai zum Aufmarsch-Ort auserkoren. Dort versucht es die Partei inzwischen mit der Biedermann-Masche, so hat sie hat Mitglieder in den Bund der Vertriebenen (BdV) geschickt, zeigt sich in der Bürgerinitiative für den Erhalt eines zur Schließung anstehenden Schwimmbades und lädt Unternehmer zu einer Gesprächsrunde ein. Der Kreisvorsitzende Kai-Uwe Trinkaus gehört zu dem von anderen rechten Aktivisten wie Patrick Paul und Tobias Kammler gegründeten Verein „Schöner leben in Erfurt“. Die Stadtparlamentssitzungen werden seitens der NPD von den Zuschauerplätzen aus verfolgt, beim Tag der offenen Tür des Landtages provokant Sitzproben im Plenarsaal auf den Plätzen der Erfurter Abgeordneten der Linken vorgenommen.

In Erfurt gab es Infostände der NPD mit dem Kreischef Trinkaus, der 1994 für wenige Monate einmal PDS-Ratsherr in Erfurt war. Trinkaus macht auch Anbiederungsversuche bei seiner ehemaligen politischen Heimat, der Linken. Deren Landesvorsitzenden Knut Korschewsky bezeichnet er über das gemeinsame Hobby Tauchen als Freund, was Korschewsky abstreitet. Trinkaus hat laut dem „Neuen Deutschland“ eine Zeit lang der Linke-Parlamentarierin Susanne Henning nachgestellt und ihr sogar Blumen in den Landtag geschickt, bis diese sich mit einer Stalking-Anzeige wehrte. Hennings Abgeordneten-Parteikollege Matthias Bärwolff wurde nach eigenen Aussagen vor kurzem mit seinem Auto von Trinkaus fotografiert. Henning und Bärwolff betreiben ein Wahlkreisbüro, bei dem vor wenigen Tagen die Scheiben eingeworfen wurden. Der NPD-Kreisverband hat scheinheilig 100,-- Euro Belohnung zur Ergreifung der Täter ausgelobt, obwohl Beobachter und Polizei davon ausgehen, dass die Sachbeschädigung aus der rechten Szene stammt. Aus dem Umfeld von Trinkaus und NPD stammt schließlich auch die Regionalzeitung „Bürgerstimme“, die nicht auf den ersten Blick als ein Produkt aus der Neonaziszene auszumachen ist.


Quelle
Bnr [13.07.07]

Friday, April 27, 2007

Erfurt: Von der PDS zur NPD

Neuer Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Erfurt/Sömmerda ist der 40-jährige Kai Uwe Trinkaus.
Der Erfurter Trinkaus, der der NPD seit über einem Jahr als Mitglied angehört, saß NPD-Angaben zufolge ehemals für die PDS im Erfurter Stadtrat. Der Neuwahl am 21. April war der Rücktritt des bisherigen NPD-Kreisvorsitzenden Michael Burkert, vormals Kader des „Nationalen und Sozialen Aktionsbündnisses Westthüringen“ (NSAW), zuvorgegangen. Zum Stellvertreter von Trinkaus wurde der 20-jährige Phillip Rethberg aus Sömmerda gewählt. (am)

Quelle
Bnr [26.04.07]

Saturday, May 17, 2008

Thür.: NPD zwischen Spaltung und Wahlantritt

Die Schlammschlacht und der einhergehende Machtkampf in der Thüringer NPD gehen weiter. Diesmal steht die Schlüsselfigur der Thüringer NPD, Patrick Wieschke, am Pranger. Im Fadenkreuz seiner homophoben Kameraden muss er sich den Vorwürfen erwehren, machtgierig zu sein, die eigenen Leute zu verprügeln und seinen sexuellen Bedürfnissen mit Männern nachzugehen - und das auch noch im Ausland. Auweia!
Vor einigen Tagen konnte man aus der TAZ, dem Tagesspiegel und nun aus dem Neuen Deutschland die Meldung vernehmen, dass der Deutschlandpakt zwischen NPD und DVU, der besagt, dass Thüringen DVU-Land ist, nachverhandelt wird und wohl zu Gunsten der Thüringer NPD geändert wird. ...lesen

Siehe auch:

Steht Thüringens NPD vor einer Spaltung? (In der Rechts-Außen-Ecke wird um den Einzug in die Kommunalparlamente gerungen – »Pro-Bewegung« wirbt um Mitglieder) [24.06.08]
Nazis vor dem Super-GAU (Als mögliches Sammelbecken der Abtrünnigen ist die »Pro-Bewegung« im Gespräch) [04.07.08]
Thüringen: NPD-Landesverband vor der Spaltung
Trinkaus raus aus NPD? (Kai-Uwe Trinkaus soll offenbar aus der Partei ausgeschlossen worden sein) [05.07.08]
“Kampf um den organisierten Willen”? - NPD in Thüringen gespalten [10.07.08]
Spaltpilz bei der NPD [11.07.08]
NPD bestätigt: Trinaus und Förster aus Partei ausgeschlossen

Monday, November 05, 2007

NPD macht gegen Linke mobil

Brauner Trojaner« schnüffelte in der linken Landtagsfraktion in Thüringen und beantragte zugleich Probemitgliedschaft in der SPD

Die thüringische NPD macht gegen die Linken Front – und dabei scheint ihr jedes Mittel recht. Erst vor wenigen Wochen demaskierte die Landtagsfraktion der Linken einen »braunen Trojaner«. Die Neonazis hatten Andy Freitag als Praktikanten eingeschleust, und der Chef der NPD in Erfurt, Kai-Uwe Trinkaus, gab gegenüber einer Zeitung unumwunden zu, daß die Aktion seit einem dreiviertel Jahr geplant worden sei. Ziel sei es gewesen, interne Informationen zu beschaffen und mit einer Enttarnung kurz vor den Landtagswahlen 2009 die Linkspartei zu diskreditieren. Das war bereits der zweite Fall einer Unterwanderung durch Neonazis in Thüringen: Schon vor knapp einem Jahr flog die Mitarbeit eines NPD-Schnüfflers im Kreisverband der Linken in Bad Salzungen auf.

Freitag hinterließ auch bei der SPD Eindruck. Dort beantragte der »braune Trojaner« nämlich noch während seines Praktikums bei der Linksfraktion die Probemitgliedschaft. Er ist zugleich Vorsitzender des Erfurter Sportvereins »Vorwärts«, einem gleichfalls braunen Sammelbecken. Wie am Wochenende bekannt wurde, hatte sich der einfallsreiche Vorstand darangemacht, prominente Bundespolitiker für eine Ehrenmitgliedschaft zu gewinnen. Mit Erfolg: Christine Scheel, Volker Beck, Renate Künast und Guido Westerwelle gingen der Werbung auf den Leim und schickten brav Autogrammkarten mit persönlicher Widmung an die Vereinsführung. Kurze Zeit später fanden sie ihre Fotos nebst Widmung auf der Homepage der NPD in Erfurt wieder.

Gerade die Erfurter NPD spielt in der Öffentlichkeitsarbeit der Partei in Thüringen sowie bei der Jagd auf die Linke eine besondere Rolle. Nach Protestaktionen im Juni gegen die berüchtigte Nazikneipe »Alter Fritz« veröffentlichte die NPD eine Liste mit Namen und Adressen von Antifaschisten, die sich angeblich daran beteiligt haben sollen. Aber woher kam die Liste? Offenbar von der Polizei, die 14 Antifaschisten verhaftet hatte, denen aber keine Beteiligung an der Aktion »Alter Fritz« nachgewiesen werden konnte. Die Namen auf der Polizeiliste sollen identisch mit denen sein, die die NPD auf ihrer Homepage veröffentlichte.

Die Schilderung der Vorgänge durch die Betroffenen läßt vermuten, daß die Erfurter Polizei eine zweifelhafte Rolle gespielt haben muß. So wurden die Betroffenen auf die Wache in der Andreasstraße gebracht, durchsucht, verhört, erkennungsdienstlich behandelt und bis Mitternacht festgehalten. »Keiner der Verhafteten hat zum Tatvorwurf ausgesagt. Die Polizei erlangte lediglich, teils durch Drohung und Täuschung, von einigen ein schriftliches Einverständnis zu einer DNA-Analyse«, teilte die Rote Hilfe in einer Pressemitteilung mit. Einige der Verhafteten berichteten, die Polizei habe es dem Erfurter NPD-Chef Trinkaus sogar gestattet, aus einem Streifenwagen heraus die Beschuldigten zu beobachten und zu bedrohen.

Quelle
Junge Welt [05.11.07]

Wednesday, May 21, 2008

Trittbrettfahrer der sozialen Frage

Zur Kommunalwahl 2009 wird das Antreten der NPD erwartet
Mit welchen Personen die NPD zur Kommunalwahl im kommenden Jahr antreten wird, das weiß noch keiner. Dass sie es aber tun wird, nachdem die Fünf-Prozent-Hürde gefallen ist, gilt als wahrscheinlich. "Es herrscht die Ruhe vor dem Sturm", ahnt Katja Fiebiger vom Mobilen Beratungsteam (Mobit) Thüringen. Und auch auf welchen Wahlkampf sich Bürger und demokratische Parteien einstellen müssen, lässt sich ahnen: Längst haben die Rechtsextremen die "soziale Frage" für sich entdeckt.

"Rechte Gedanken im linken Gewand" hieß dementsprechend eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am Montagabend vor 50 Bürgern im Geraer Rathaussaal. Auch wenn man "links" leicht durch "bürgerlich" hätte ersetzen können, wie ein Teilnehmer anmerkte. ...lesen


Siehe auch:

Vorbereitung für den Fall, dass der braune Gemeinderat kommt
Thüringen schwant Schlimmes [24.06.08]

Zum Thema:

Wahlen in Thüringen rücken näher: CDU fordert Einsatz gegen Rechtsextremismus [08.07.08]
Nordhausen - Es kommt, wie es kommen mußte! (NPD Nordhausen hat Unterstützung bekommen. Patrick Wieschke, Marco Kreutzer , Roy Elbert und zwei weitere Kameraden vor dem Rathaus um Unterstützerunterschriften werben) [27.04.09]
"Wir verurteilen diese Kandidatur" (Landesfeuerwehrverband bezieht Stellung gegen DVU-/NPD-Bewerber aus Ernstthal, Manuel Franke, Frank Schwerdt, Uwe Bäz-Dölle ) [12.05.09]
Nordhausen - Ihr habt die Panik, wir die Wahl [17.05.09]
Bewährungsstrafe für NPD-Spitzenkandidat [26.05.09]
Heillos zerstritten: Ex-NPD´ler im Wahlkampf gegen die ehemaligen Kameraden (im Internet kursieren Spekulationen, die daran zweifeln, dass Schwerdt tatsächlich in Erfurt wohnt. Die Vorwürfe kommen von einem ehemaligen Kameraden: Kai-Uwe Trinkaus) [29.05.09]
Plakatekleben an Szenetreffpunkten ("Keine Ort für Neonazis in Thüringen") [03.06.09]
Gegen Preisgabe der Demokratie [05.06.09]
Hildburghausen: Endlich offensiver Widerstand [06.06.09]


Ergebnisse* und Folgen der Kommunalwahl:

Kommunalwahl: CDU gewinnt trotz Minus - Rechte profitieren [08.06.09]
Dunkle Wolken über der CDU (Vertreten im Kreistag ist auch die rechtsextreme NPD) [09.06.09]
Ermittlungen gegen NPD-Landeschef (Frank Schwerdt unter Verdacht des Wahlbetrugs) [10.06.09]
Ermittlungen gegen NPD-Stadtrat
"Nicht mehr mit absoluter Mehrheit regieren" (Politologe Torsten Oppelland)
Überparteiliche Strategie gegen Rechtsextremismus
Neonazi Thorsten Heise im Kreistag
Sie sind aus Deutschland, da gehören sie hin! (Extrem Rechte im Parlament, seit dem 07. Juni 2009 auch in Thüringen) [11.06.09]
Wenig Zulauf für Extrem-Parteien (Schmalkalden) [13.06.09]
NPD gegen DVU nun in Brandenburg & Thüringen * [27.06.09]
Nordhäuser Muslime hoffen auf friedlichen Dialog ( Morgen tagt zum ersten Mal der neue Nordhäuser Stadtrat) [30.06.09]
Nordhausen-NPD!? Mittendrin, statt nur dabei! (Marco Kreutzer, Roy Elbert, Ralf Friedrich) [01.07.09]

Landtagswahl:

Direktkandidaten: NPD tritt in allen Wahlkreisen an [01.07.09]
NPD tritt in Thüringen flächendeckend an [03.07.09]
Thüringen: Diskussion um Kandidatur des vorbestraften NPD-Landeschefs Schwerdt (Ein Ausschussmitglied hatte dafür plädiert, Schwerdt nicht zur Wahl zuzulassen, weil dieser wegen Volksverhetzung verurteilt ist.) [04.07.09]
Wahlkampfauftakt der NPD im Parkhaus (In Jena rief sie zu einer “Mahnwache” vor einem islamischen Verein auf) [06.07.09]

Thursday, March 12, 2009

Kirchheim (Thüringen): NPD-Landesparteitag

In einem kleinen Dorf in der Provinz, geheim organisiert, unter massivem Polizeischutz, mit Schleusungspunkten, denn selbst die Delegierten dürfen im Vorfeld nicht wissen, wo das wichtigste Treffen der Landes-Partei stattfinden soll und trotzdem immer wieder von Protesten begleitet - das sind die Bedingungen unter denen gegenwärtig Landesparteitage der nach eigenen Angaben fünftgrößten Partei des Landes stattfinden können.
Und das ist gut so, aber nicht genug.
Am vergangenen Samstag, den 7. Februar fand der Landesparteitag der neonazistischen NPD in Kirchheim, einem 700-Einwohner_innendorf nördlich von Arnstadt, statt. Er wurde erst 5 Tage zuvor von der NPD angekündigt. Aus Angst die Location würde vorher von Antifaschist_innen entdeckt und unbrauchbar gemacht werden, legte die NPD bewusst eine Finte und schrieb auf ihrer Homepage der Parteitag werde im Osten Thüringens stattfinden. Dass Kirchheim keineswegs im Osten des Landes liegt, dürfte den Organisator_innen bewusst gewesen sein.

Trotzdem sickerte einen Tag zuvor der Tagungsort durch. Es war die Puszta-Scheune / Hotel Romantischer Fachwerkhof in Kirchheim, ein ungarisches Restaurant mitten im Ort. Der Chef des Lokals leugnete, dass sich die NPD bei ihm eingenistet hat und log sogar bezüglich der Kapazitäten seines Ladens. Er behauptete das Lokal könne nur 30 Menschen bewirten, dabei stand auf seiner Homepage, dass Veranstaltungen bis 300 Leute ausgerichtet werden können. Von einer Anwohnerin erfuhr man, dass das Restaurant in der Gemeinde durchaus umstritten ist.

Gegen 11.30 Uhr fuhren ca. 20 Antifaschist_innen in den Ort und wurden erstmal ausgiebig von der anwesenden Polizei durchsucht und schikaniert. ...lesen

Siehe auch:

NPD-Thüringen bereitet sich auf Superwahljahr 2009 vor (Frank Schwerdt, Uwe Bäz-Dölle, Thorsten Heise, Sebastian Reiche, Jan Morgenroth, Peter Nürnberger, Thomas Gerlach, Boris Maier) [11.02.09]

Verwandte Themen:

Hildburghausen: NPD-Anhänger im Landkreis driften nach ganz Rechtsaußen (Kommunalwahl, Tommy Frenck, Frank Schwerdt, Thorsten Heise, Kai Uwe Trinkaus, Günter Deckert, Frank Fischer) [14.03.09]

Archivsuche zu "NPD-Thüringen"

Monday, June 25, 2007

Erfurt: Gemeinsames Dach

Die thüringische NPD hat in der Landeshauptstadt Erfurt erstmals ein so genanntes Bürgerbüro eröffnet.
Träger ist der NPD-Kreisverband Erfurt. Neben der NPD residieren in dem Haus auch der Kreisverband Erfurt des Bundes der Vertriebenen (BdV) und der der NPD nahe stehende Trägerverein der „Bürgerstimme Schöner Leben“. Vor Ort waren bei der Eröffnung des Büros die NPD-Funktionäre Patrick Wieschke, Hendrik Heller, Kai-Uwe Trinkaus (zugleich BdV-Mitglieder) sowie Patrick Paul, der auch Vorsitzender von „Schöner Leben Leben in Erfurt e.V." ist. (am)

Quelle
Bnr [25.06.07]

Wednesday, January 09, 2008

Neonazis wollen Recht sprechen

Minister reagiert auf NPD-Aufruf zur Schöffenwahl - Richterbund hofft auf Selbstreinigung
Justizminister Harald Schliemann (CDU) hat gestern die Thüringer erneut aufgerufen, sich für die Schöffenämter zu bewerben. Zugleich ging er indirekt auf die NPD-Aktivitäten bei der aktuellen Schöffenwahl ein. Dem MDR Thüringen Journal sagte der Minister, er hoffe, dass die zuständigen Ausschüsse "genügend personelle Alternativen hätten und "die Geeignetsten für das Ehrenamt benannt werden könnten.

Der Vorsitzende des Thüringer Richterbundes, Andreas Becker, sagte, möglicherweise lasse es sich nicht verhindern, dass ein Rechtsextremer Schöffe werde. Er vertraue aber auf die "Selbstreinigungskräfte der Gerichte. "In dem Moment, wo ein Laienrichter seine politische Gesinnung in die Verfahren einbringt, wird er ausgeschlossen."

Die Thüringer NPD hatte Ende Dezember mitgeteilt, dass einige Mitglieder eine Bewerbung als Jugendschöffe eingereicht hätten. Sie sollten - nach der Lesart von Neonazis - "schon jetzt die Chance beim Schopfe ergreifen, unsere Vorstellungen von Recht, Gesetz und Moral auch aktiv in die Rechtsprechung einfließen zu lassen". Patrick Wieschke, Landesgeschäftsführer der NPD in Eisenach, frohlockte: "Über ein Amt als Jugendschöffe können unsere Mitglieder einflussreicher denn je am gesellschaftlichen Prozess teilhaben und dann auch als Teil der Judikative junge Menschen entsprechend beeinflussen." Für den Fall, dass NPD-Mitglieder zu Schöffen ernannt werden, wollen die Rechtsextremisten keine Namen und Gerichtsstandorte nennen, sondern "ausnahmsweise darauf Wert legen, im Hintergrund den gewünschten gesellschaftlichen Veränderungsprozess voranzutreiben", hieß es.

Im vergangenen Jahr war mehrfach öffentlich geworden, dass Rechtsextremisten sozial klingende Vereine für ihre Zwecke unterwandert oder selbst gegründet hatten. So machte die Landessprecherin von Bündnis90/Die Grünen, Astrid Rothe-Beinlich, darauf aufmerksam, dass Kai Uwe Trinkaus, Kreischef der NPD in Erfurt, mit Postwurfsendungen als Vorsitzender des Pro Kid e.V. um Spenden für Alleinerziehende und sozial Benachteiligte warb.

Bevor die Amtsgerichte die Schöffenlisten benennen, treffen Gemeinden und Landkreise sowie Jugendhilfeausschüsse eine Vorauswahl anhand der Bewerber- oder Vorschlagslisten. Die Amtsperiode der aktuell gesuchten Schöffen beginnt 2009 und dauert fünf Jahre. Schöffen müssen mindestens 25 Jahre alt sein und ihren Wohnsitz in Thüringen haben. Sie dürfen selbst weder vorbestraft noch insolvent sein.

Quelle
OTZ.de [08.01.08]

Thursday, August 30, 2007

Erfurt: NPD-Sympathisant in der PDS gekündigt

NPD unterwandert Vereine und Parteien
Erfurt (OTZ). Die Landtagsfraktion der PDS/Linke hat einem NPD-Sympathisanten in ihren Reihen gekündigt. Das teilte gestern Werner Buse, Parlamentarischer Geschäftsführer, mit.

Nach Recherchen des MDR sei bekannt geworden, dass einer der sechs Teilnehmer des Mentoring-Programms der Fraktion seit Monaten Schatzmeister des NPD-nahen Vereins "Alleinerziehende in Not" sei. Chef dort ist der Erfurter NPD-Kreisvorsitzende, Kai-Uwe Trinkaus. ...lesen


Siehe auch:

Der Praktikant


Friday, May 09, 2008

NPD provoziert bei Israel-Tag in Erfurt

Am 8. Mai fand auf dem Erfurter Fischmarkt eine Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft anlässlich des 60. Geburtstages von Israel statt. Erfurter NPD-Kader (u.a. Kai-Uwe Trinkaus und Dominik Weinlich, ) stören die Veranstaltung, verteilen Flyer, bekommen Platzverweise und werden zum Teil in Gewahrsam genommen. ...lesen

Thursday, December 13, 2007

Erfurt: Nazis trainieren den Nahkampf

Das soll Badminton sein! Der Nazisportverein "SV Vorwärts" in Erfurt - angeblich hechten seine Mitglieder in der Erfurter Bechstein-Turnhalle den Federbällen hinterher. Was seine Mitglieder wirklich treiben, fanden am Mittwochabend Erfurter Antifas heraus.
[...]
Mit am Start: Der NPD-Kreisvorsitzende Kai-Uwe Trinkaus, Rotkreuz-Helfer Martin Lukas M. und Andy Freitag [...] ...lesen

Saturday, July 26, 2008

NPD Erfurt hat Kaderprobleme

Wenn die Sitzung des NPD-Kreisverbandes Erfurt/Sömmerda am Freitag, 18. Juli 2008, in der Melchendorfer Klause etwas verdeutlicht, dann dies: Die NPD Erfurt hat ein ganz massives Kaderproblem.
Nachdem bereits ein Teil der Kameraden aus der Partei ausgetreten sein soll, wählte der letzte versammelte Rest angesichts fehlender Alternativen den 64-jährigen Frank Schwerdt zum Vorsitzenden. Vielleicht hatten einige auch schon zu tief ins Glas geschaut.
Der neue KV-Vorsitzende ist in der Naziszene kein Unbekannter, hat er doch allerlei Posten inne. So ist Schwerdt, der bereits wegen mehrerer Verurteilungen eine Haftstrafe verbüßte, Bundesgeschäftsführer der extrem-rechten Partei. Nachdem der damalige Thüringer Landesvorsitzende Frank Golkowski auf Grund veruntreuter Parteigelder die NPD fast vor den Baum gefahren hätte, übernahm Schwerdt mit seiner Wahl am 21. April 2001 den maroden Landesverband. Unter seiner Ägide wurden in den folgenden Jahren verstärkt militante Kameradschaften in die NPD eingegliedert. Nun darf sich Schwerdt auch noch mit dem internen Gezänk der Erfurter Naziszene rumschlagen. Glückwunsch!!
(mehr Infos zu Schwerdt unter: http://artthur.antifa.net/index.php?option=com_content&task=view&id=21&Itemid=26)

In der organisierten Erfurter Naziszene hatte es bereits um den Jahreswechsel 2007/2008 kräftig zu rumoren begonnen. Der erste, für den der Fallstrick aufgespannt wurde, war der Student der Staatswissenschaft, Patrick Paul, zu dieser Zeit einer der aktivsten Nazis in Erfurt, Herausgeber der Bürgerstimme und vermutlich maßgeblicher Initiator der sogenannten "Antikapitalismus-Kampagne". Seitdem er von Kai-Uwe Trinkaus (damals noch Chef des Kreisverbandes), Konrad Förster und Konsorten rausgemobbt wurde, ist Paul auf keiner Demonstration oder Veranstaltung der extremen Rechten in Thüringen mehr gesehen worden. Die Seite des "Aktionsbündnis für Erfurt" ist seitdem down, Anfang 2008 stellte auch die "Bürgerstimme" ihr Erscheinen ein ...lesen