antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Saturday, June 07, 2008

Wird das Internet zum “Weltnetz”?

Das Angebot an deutschsprachiger, rechtsextremer Propaganda im Internet hat nach Angaben einer Arbeitsgruppe der Bundesländer im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Das Team beobachtete 1635 rechtsextreme Websites und dokumentierte mehr als 750 rechtsextreme Videos und Profile auf interaktiven Web-2.0-Plattformen wie vor allem YouTube oder SchülerVZ. Das war so viel rechtsextremes Material wie noch nie seit Beginn der Beobachtungen im Jahr 2000, wie der Leiter des Teams jugendschutz.net, Stefan Glaser, in Berlin erläuterte. Die Stelle geht von Mainz aus systematisch gegen rechtsextreme Propaganda im Internet vor. ...lesen

Siehe auch:

Neonazis verschärfen Hetze im Netz
Websites von Rechtsextremen boomen
Tarnnetz für Nazis
Rechtsextremes Angebot im Internet erreicht Höchststand
Hass 2.0
Rechte Propaganda 2.0

Zum Thema:

Nazi Videos auf Youtube (Report Mainz*) [27.08.07]
Die Nazis und das Netz [29.01.09]
Braune Propaganda im Internet [11.03.09]

Thursday, November 22, 2007

Wiesbaden: Kampf gegen Neonazis im Internet

Jugendschutz.net lässt rechtsextreme Seiten sperren


Rechtsextreme Parteien und Organisationen nutzen zunehmend das Internet für ihre Propaganda und die Mobilisierung von Sympathisanten. Betrieben deutsche Neonazis im Jahr 2006 noch 1 200 Webseiten, ist diese Zahl im laufenden Jahr bereits auf 1 450 gestiegen. 178 davon werden nach Angaben der Organisation "jugendschutz.net" NPD-Gliederungen zugeordnet, 230 den regional organisierten Neonazi-Kameradschaften. Darüber hinaus agitieren Rechtsextreme immer häufiger auch auf unabhängigen Videoplattformen wie YouTube oder sogenannten Social Networks wie SchülerVZ, wo vornehmlich die Internet-User selbst die Inhalte beisteuern. ...lesen

Siehe auch:

Kampf gegen Neonazis im Internet

Verwandte Themen:

Datenantifa

Thursday, April 02, 2009

Dortmund: Neonazis outen Linke im Internet

Engagement wird zum Sicherheitsrisiko
Seit Jahresbeginn "outen" lokale Rechte wöchentlich einen ihrer Gegner im Netz - mit Name, Fotos und Adresse. Die Linken fühlen sich von der Polizei zu wenig unterstützt.

"Wenn ich jetzt abends Bahn fahre oder zu Fuß nach Hause gehe, fühle ich mich unsicher - man weiß ja nie, wer da auf einen wartet", beschreibt Michael seine aktuellen Sorgen. Seit Jahresbeginn stellen Dortmunder Neonazis auf einer Internet-Seite jede Woche einen ihrer politischen Gegner an den Pranger. Mit Namen, Fotos, Freundeskreis, häufigen Aufenthaltsorten, schulischem oder beruflichem Umfeld, Geburtsdatum, Telefonnummer und Adresse. Engagement gegen Rechts als Sicherheitsrisiko - Michael sieht sich bedroht: "Ich habe jetzt einfach kein gutes Gefühl mehr, früher war das gar nicht so."

Dass Nazis Erkenntnisse über Antifaschisten sammeln und auf Passwort-geschützten Seiten im Internet austauschen, ist nichts Neues ("Anti-Antifa"). ...lesen

Siehe auch:

Neonazis terrorisieren Linke im Internet [20.03.09]

Zum Thema:

Thursday, February 22, 2007

Kassel: Neonazis nennen Daten von Gegnern

Rechtsextreme veröffentlichen "Schwarze Liste" im Internet / Telefonterror gegen Schülervertreterin
Nordhessische Neonazis versuchen immer offensiver, ihre Gegner einzuschüchtern: Auf die Ankündigung eines Schüler- seminars gegen Rechts reagierten sie mit Drohanrufen. Im Internet tauschen sie unter dem Stichwort "Anti-Antifa" detaillierte Informationen über Antifaschisten aus. ...lesen

Siehe auch:

Nordhessen: Die etwas kreativere Aktion
Hessen: Drohungen per Internet
Kassel: Erneute Einschüchterung [01.03.07]
Hatz auf Neonazi-Gegner im Internet [04.03.07]
Kamerad Stalker [14.03.07]

Wednesday, July 23, 2008

Nazis prangern Gegner an

Sie beschimpfen, drohen mit Gewalt, veröffentlichen Wohn-Adressen

Die Anhänger der Neo-Nazis und ihre miesen Methoden! Jetzt nutzen sie das Internet, um Bürger, die ihnen missfallen, an den Pranger zu stellen. Und sie drohen im Netz sogar mit Gewalt.

Der Hamburger Verfassungsschützer Manfred Murck nennt die rechtsradikalen Internetseiten "ungewöhnlich aggressiv und hetzerisch". Auf speziellen Pranger-Seiten werden Fotos, Details aus dem Leben und sogar die Adressen der Nazi-Feinde ins Netz gestellt.

So wurde einem Kieler Richter, der ein NPD-Mitglied verurteilt hatte, im Internet gedroht: "Mancher Leser würde gern mal einen Richter in freier Wildbahn erlegen." Eine bayrische Neo-Nazi-Gruppe stellte Fotos von über 200 Personen ins Netz, die gegen die Nazis demonstriert hatten. Hessische Nazis stellten ins Internet Stadtpläne, die den Weg zu Wohnungen von Politikern zeigten, berichtet der "Spiegel".

Diese Inhalte aus dem Netz zu verbannen, ist schwierig. Denn die meisten Seiten der Nazis liegen auf einem Server in den USA. Dort sind – anders als in Deutschland – Nazi-Seiten nicht strafbar. So muss die deutsche Justiz weitgehend ohnmächtig zusehen, wie die Rechten vom Ausland aus gegen politisch Andersdenkende hetzen.

Quelle
Berliner Kurier [21.07.08]

Verwandte Themen:

Archivsuche zu "Anti-Antifa"

Archivsuche zu "Internet"

Friday, June 05, 2009

Politiker drohen Amazon mit Boykott

Das US-amerikanische Internet-Versandhaus Amazon führt eine Homepage der NPD in einem "Partnerprogramm", das der rechtsextremen Partei einen stetigen Geldzufluss bietet. Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei drohen dem Internet-Versandhaus nun mit Boykott.

Die NPD steckt im Finanzchaos und sucht verzweifelt nach neuen Geldquellen. Da darf man nicht wählerisch sein, und so wurde die Partei fündig beim sonst so geschmähten US-amerikanischen Kapitalismus: Das Internet-Versandhaus Amazon führt die Homepage des Kreisverbands Barnim-Uckermark der rechtsextremen Partei in einem „Partnerprogramm“, das der NPD einen stetigen Zufluss von Einnahmen bietet. Auf der Homepage „Nationales Netztagebuch“ ist eine Rubrik unter dem Titel „Kaufen & Helfen“ eingerichtet, die mit Amazon.de verlinkt ist. Geworben wird in der Rubrik für einschlägige Literatur zu „Judenfragen“ und zu Rudolf Heß, die über Amazon zum Kauf angeboten wird. Die NPD verdient einige Prozente mit, wenn ein Käufer über den Link zu Amazon gelangt und sich dann mit rechtem Lesestoff eindeckt. Und nicht nur das: Es fließt auch Geld in die Kasse der Partei, wenn über den Link der Kauf eines anderen, unverdächtigen Produkts zustande kommt. Die NPD freut sich: In der Rubrik steht „Vielen Dank dafür“. ...lesen

Siehe auch:

Politiker drohen Amazon mit Boykott
Dem Computer sind Nazis egal [06.06.09]
Kritik an Amazons „Komplizenschaft mit Faschisten“
Amazon beendet Partnerprogramm mit der NPD
Amazon beendet Kooperation mit NPD [09.06.09]
Mit Nazis Kohle machen (Die Partnerschaft zwischen dem Internet-Kaufhaus Amazon.de und der Brandenburgischen NPD ist wohl der aktuellste Fall von intensiven Geschäftsbeziehungen zwischen Rechtsextremisten und Wirtschaft in den letzten Wochen. Zwar hat Amazon aufgrund des öffentlichen Druckes die direkte Partnerschaft beendet, aber wir prüften einmal nach, wie es eigentlich um die Produktpalette auf dieser Verkaufsplattform so steht... ) [19.06.09]

Saturday, November 03, 2007

Wikipedia rechtsaußen

Ein Buch beleuchtet, wie braune Wortergreifungsstrategie im weltweit größten Internet-Lexikon funktioniert

Neonazi-Videos bei YouTube, Profile von Rechtsextremisten bei MySpace - das Internet als unkontrollierbares Medium, in denen Nazis machen können, was sie wollen. Doch während Videos und Musik von Neonazis unschwer zu erkennen sind, geht es bei Wikipedia deutlich subtiler zu. Das meint nicht nur Günter Schuler. Er hat die größte Online-Enzyklopädie ausführlich analysiert und das Buch 'Wikipedia inside' vorgelegt. Ein Interview.

Wer im Internet-Lexikon Wikipedia aufmerksam blättert, stößt dort seit Anbeginn der Wikipedia-Geschichte auf auffallend viele Einträge, die offenbar ganz gezielt von Rechtsextremen eingestellt worden sind oder bearbeitet werden. Ein ganz banales Beispiel: Im Eintrag über den Hamburger Neonazikader und Organisator zahlreicher rechtsextremer Aufmärsche Christian Worch gibt es etwa einen Verweis auf einen Eintrag "Willi Worch". Sie kennen ihn? Genau. Muss man nicht, aber es ist erhellend, warum er offensichtlich dort platziert worden ist. Christian Worch will offenbar darstellen, eine gute Nazivergangenheit zu haben. Deshalb erfahren wird dort u.a., dass Willi Worch nicht nur 1896 als Sohn des Schreinergesellen Adam Worch geboren wurde und eine Ausbildung zum Bierbrauer genoss. Zu lesen ist bei Wikipedia auch, was den späteren "Vertreter" noch auszeichnen soll um eines Platzes in der Web-Enzyklopädie würdig zu sein (mit Stand vom 2.11.2007):

"...Seit 1923 war er aktiv in völkisch-nationalen Gruppierungen und wurde am 1. Januar 1926 Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 24375) und der SA, welcher er bis 1930 angehörte. Zwischen 1927 und 1929 war Worch Bezirksführer des Bezirks Karlsruhe der NSDAP und zwischen 1930 und 1935 Stadtrat mit dem Mandat der NSDAP. Von 1930 bis 1932 war Worch Sektionsleiter der NSDAP Karlsruhe-Südstadt und wurde im Sommer 1932 zum NSDAP-Kreisleiter von Karlsruhe ernannt, dieses Amt übte er vom 1. Januar 1933 bis Ende 1944 hauptamtlich aus. 1933 trat er der NSV bei und 1935 wurde Worch Mitglied des NS-Fliegerkorps. Er war verheiratet seit 1935 mit Erika geb. Riedner, aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor. 1936 wurde er Mitglied des RLB. In der Zeit von 1937 bis 1944 war Worch Beisitzer beim Volksgerichtshof....Seit 1949 arbeitete Worch als Vertreter. Sein Enkel Christian Worch ist einer der führenden Köpfe der rechtsextremen Szene in Deutschland...".

Eine geschickt platzierte Naziabstammungslehre. Doch bei Wikipedia passiert noch mehr in dieser Richtung, dokumentiert in einem neuen Buch ("Wikipedia inside"), über das NPD-blog-Autor Patrick Gensing für mut-gegen-rechte-gewalt.de mit dem Autor Günter Schuler sprach (hk.): ...lesen


Siehe auch:

Wortergreifungsstrategie 2.0: Rechte bei Wikipedia
Wikipedia: Im Visier der Rechten (Günter Schuler beschreibt die weitere Entwicklung nach dieser kurzen öffentlichen Debatte) [16.10.08]

Tuesday, May 06, 2008

Nazis machen Meinung im Net

Betreiber von Blogs und Diskussionsforen kennen es zur Genüge: Geht es um einen Moscheebau oder um die Straffälligkeit von Ausländern, sind sofort Kommentatoren zur Stelle, die den Sachverhalt aus ihrer Sicht darstellen – mehr oder weniger unverhohlen rechtsextremistisch. Für die Neonazis ist das Internet ein wichtiger Ort geworden, um die eigene Sichtweise zu verbreiten.

In der realen Welt versuchen Rechtsextremisten Einfluss auf das Denken anderer zu nehmen, indem sie sich in Vereinen engagieren, Nachhilfe anbieten oder CD verteilen. Aber auch im Internet findet der "Kampf um die Köpfe" statt: Rechte tummeln sich bei Youtube, eröffnen Gruppen in Netzwerken oder suchen in Singlechats nach Gleichgesinnten. "Rechtsextremismus im Internet ist die moderne, multimediale Form des Rechtsextremismus", erklärt Michael Wörner-Schappert von jugendschutz.net, einer Einrichtung, die das Netz auf jugendgefährdende Inhalte hin überprüft. ...lesen

Wednesday, August 08, 2007

"Stadtreiniger" verbreitet braunen Schmutz

Rechtsextreme nutzen auch seriöse Internet-Foren für ihre Propaganda / Ein Beispiel aus Kassel

Das Internet ist ein Tummelplatz für Rechtsextreme. Doch nicht nur in den einschlägigen braunen Ecken des weltweiten Datennetzes verbreiten Neonazis dabei ihre Propaganda, sondern auch in ganz seriösen Diskussionsforen - der Schutz, den die Anonymität bietet, macht es möglich.
Wer etwa in Kassel von Zeit zu Zeit das Internet-Forum der örtlichen Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) besucht, wird schon dem Pseudonym "Stadtreiniger" begegnet sein. Dahinter steckt nach Informationen der Frankfurter Rundschau der vorbestrafte Rechtsextremist Markus H. (31). ...lesen

Tuesday, July 08, 2008

Bunt statt grau: Internet-Offensive der NPD-Parteizeitung

Noch vor kurzem wirkte der Internet-Auftritt der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme" (DS) antiquiert und war äußerst unübersichtlich. Seit Neuestem ist die Seite vollkommen überarbeitet und präsentiert sich im modernen Design. ...lesen

Verwandte Themen:

“Medienoffensive” im Internet - mit drei Jahre altem Beitrag / Nachtrag 21. Juli
Fundstück: Im Osten nichts neues? [04.09.08]

Die NPD-”Weltnetzseite”: Rassengünthers Baustelle (Mehr als zwei Monate nach dem Parteitag hat sich auf der Seite der NPD weiterhin nicht viel getan) [17.06.09]

Tuesday, August 14, 2007

Übersicht: Die NPD im Internet

Das Internet-Projekt Endstation-Rechts hat eine hervorragende Übersicht erarbeitet: Auf einer Deutschlandkarte sind die Internet-Angebote der NPD inklusive Verantwortlichen eingetragen. Endstation Rechts betont, dass diese Sammlung ausschließlich aufklärerischen Zwecken dient: `Wir distanzieren uns daher ausdrücklich von allen Inhalten dieser Seiten sowie aller Internetseiten, die mit ihnen verlinkt sein sollten. Es ist außerdem nicht gestattet, diese Daten zu verlinken oder auf einem eigenen Server anzubieten.` Kompliment an die Kollegen für diese Arbeit! Klick!

Quelle
NPD-Blog [13.08.07]

Saturday, May 02, 2009

Neonazis nutzen Netzwerk Facebook für Propaganda

Adolf Hitler hat viele Fans - zumindest im Online-Netzwerk Facebook. Gibt man dort den Namen des Diktators in die Suchmaske ein, kommen zwölf Seiten mit Treffern. Das entspricht mehr als 100 Gruppen und Fan-Profilen, die den Begriff «Adolf Hitler» im Namen tragen.

Nur wenige dieser Seiten betrachten den Nationalsozialismus kritisch. In einem Großteil der Einträge wird Hitler zur Kultfigur erhoben. In dieser Woche hat das US-Unternehmen nach der Kritik von Bloggern bereits einige Seiten gesperrt - doch bei weitem nicht alle. Jugendschützer wollen sich die neonazistischen Einträge jetzt genauer ansehen.

Nach wie vor finden sich Nazi-Glorifizierung und unverhohlener Antisemitismus auf Facebook. Es gibt Benutzer, die sich unter Namen wie «Josef H Goebbel S» anmelden, ein Bild von Hitler oder ein Hakenkreuz-Symbol als Profilfoto hochgeladen haben oder mit Tattoos mit eindeutig rechtsradikaler Symbolik posieren. Sie schließen sich zu Gruppen zusammen, die sich «Antisemiten und Holocaust-Leugner» nennen und kommentieren Fotos aus der Zeit des Nationalsozialismus mit «Heil Hitler». Viele der Seiten verstoßen gegen geltendes deutsches Recht und sind damit auch gemäß der Nutzungsbedingungen von Facebook verboten.

Dass Neonazis das Internet nutzen, um Jugendliche für ihre verfassungsfeindliche Ideologie zu ködern, ist kein neues Phänomen. Bislang standen aber vor allem Online-Angebote wie die deutschsprachigen Netzwerke StudiVZ und SchülerVZ und das Videoportal YouTube in der Kritik, von rechtsradikalen Gruppierungen für Propagandazwecke missbraucht zu werden. ...lesen


Siehe auch:

Neonazi-Propaganda im Online-Netzwerk
Rechte machen Facebook zu schaffen [17.04.09]
Neonazis nutzen Netzwerk für Propaganda
Telekom stoppt Facebook-Werbung [18.04.09]
Weltnetz 2.0 (Das Web ist Tummelplatz von Neonazis. Dabei dienen soziale Netzwerke wie StudiVZ oder Facebook vor allem der Propaganda – glücklicherweise nicht immer mit Erfolg) [24.04.09]

Zum Thema:

Internet und Rechtsextremismus – Ein MUT-Interview (Eva Rosenstein, Holger Kulick) [18.05.09]
Die braune Seite des Web 2.0 (Musikportale, Weblogs, Twitter, Video-Communitys: Immer mehr Rechtsextreme nutzen die neuen Möglichkeiten im Internet für Propaganda) [19.05.09]
Facebook - (k)eine Chance für Nazis (Fernsehbeitrag von FAKT (ARD), Für die Löschung der Gruppe „Keine Gnade für Kinderschänder“) [18.07.11]

Friday, July 13, 2007

Bericht zum Prozess gegen den Neonazi Marcus Winter wegen Volksverhetzung

Am 10. Juli 2007 begann vor dem Landgerichts Bückeburg das Berufungsverfahren gegen Marcus Winter aus Minden (- Ns 305 Js 825/07 (52/07)).

Am 19. März 2007 wurde der mehrfach vorbestrafte Kopf der "Nationalen Offensive Schaumburg" (NOS), vom Schöffengericht Stadhagen wegen Volksverhetzung zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten Haft verurteilt. Der Richter sah Winter als Verantwortlichen der ehemaligen NOS-Internetseite. Auf der wurde ab dem 28. Januar 2007 in dem Text "Holocaust-Überlebende fordern NPD-Verbot – Wann endlich verbietet man Holocaust-Überlebende" letztere in NS-Diktion als "Volksschädlinge" verunglimpft und deren Nachkommen als "Mischpoke" diffamiert. Der Schmähtext gipfelte in der Forderung: "Schmeißt die Bande endlich raus."

Am 8. Februar 2007 hatten Staatsanwaltschaft Bückeburg und das Fachkommissariat Staatsschutz der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg die ehemalige Wohnung von Marcus Winter, Schöttlingerstraße 14 in Lindhorst durchsucht. Dabei wurden zwei Computer beschlagnahmt.

Die vorläufige technische Auswertung im so genannten "Beschleunigten Verfahren" führte zu einer "lückenlosen Beweiskette", wie es im erstinstanzlichen Urteil heißt. Demnach hatte Winter als Domain-Inhaber der Seite die antisemitischen Hasstiraden ins Internet gestellt.

Gegen das Urteil legte die Staatsanwaltschaft noch am 19.03. Berufung ein, da sie es als "zu milde" ansah. Erreicht werden solle die im "Beschleunigten Verfahren" mögliche Höchststrafe von einem Jahr Freiheitsentzug. Einen Tag später legte Winters Verteidiger, Stefan Böhmer aus Uttenreuth bei Erlangen (Bayern), ebenfalls Berufung ein. Böhmer hatte schon den Holocaustleugner und glühenden Antisemiten Gerhard Ittner verteidigt, der sich seiner Haftstrafe durch die Flucht entzog, und war wegen seines ebenfalls den Holocaust leugnenden Plädoyers im Ittner-Prozess am 19.10.2005 vom Amtsgericht Nürnberg selbst wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 2.250 Euro verurteilt worden. Im Stadthagener Verfahren setzte Böhmer seine aus Nürnberg bekannten Tiraden fort und bezeichnete in seinem Plädoyer Holocaustüberlebende, die keine seien, als "Sozialschmarotzer", die den deutschen Staat erpressten.

Um seine bis Februar 2009 laufende Bewährung nicht zu gefährden, benannte Winter sowohl in Stadthagen als auch in Bückeburg den NOS-Aktivisten Jan Neuman aus Obernkirchen als "verantwortlichen Betreiber" der gelöschten Seite. Neumann, Anmelder des Nazi-Aufmarsches am 17. März in Minden, war am 13. Mai 2007 vom Bückeburger Amtsgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung nach dem Jugendstrafrecht zu 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Über Monate hatte er zusammen mit anderen Neonazis zwei albanische Familien terrorisiert, die im selben Haus in Obernkirchen lebten. Zuvor war er bereits zweimal wegen Diebstahls aufgefallen. Aber auch für Neumann kann es in naher Zukunft eng werden: Wegen einer Schützenfest-Schlägerei in Porta Westfalica am 2. Juli 2005 hat die Staatsanwaltschaft Bielefeld Anklage gegen ihn Marcus Winter und Marco Siedbürger wegen gefährlicher Körperverletzung erhoben. Demnach sollen alle drei einen Festteilnehmer mit Fausthieben und Bierkrügen zusammengeschlagen und am Kopf verletzt haben. Auch zwei herbeieilende Helfer sollen mit Bierkrügen am Kopf getroffen, ein am Boden liegendes Opfer mit Reizgas besprüht, geschlagen und getreten worden sein. Auslöser der Gewalt war offenbar ein T-Shirt des Festteilnehmers – mit dem Aufdruck "Gegen Nazis". Nach rechtskräftiger Verurteilung von Marcus Winter im laufenden Volksverhetzungs-Prozess wird Neumann wohl außerdem noch mit einem Verfahren wegen Falschaussage zu rechnen haben.

Wie schon im März will Winter auch im aktuellem Berufungsprozess nicht in Haftung genommen werden. Er habe den Artikel "weder geschrieben noch veröffentlicht". Er habe sogar dafür gesorgt, dass der inkriminierte Artikel "schnell und unkompliziert gelöscht" worden sei. Letztendlich habe er lediglich die formalen Voraussetzungen für den Internetauftritt geschaffen und als Strohmann fungiert. Er sei ohnehin bekannt und habe auf der einen Seite "kein Problem, dass mein Name in der Öffentlichkeit steht". Er wolle damit andere vor "Linksfaschisten" schützen, die versuchten, an "Namen und Adressen von missliebigen Personen heranzukommen". Auf der anderen Seite beschwerte sich Winter – unterstützt durch Anwalt Böhmer - über Eingriffe in sein Privatleben. "Gewalttätige Linke" hätten zum Beispiel durch Veröffentlichungen dafür gesorgt, dass er "vor vier Wochen" seine "geringfügige Arbeit" verloren habe und gekündigt worden sei.

Neumann habe ab "Oktober/November" die Betreuung der NOS-Seite von Arwid Strelow übernommen, zeitweilig auch in der ehemaligen Wohnung in Lindhorst, da der Oberkirchener zwei Monate lange über keinen Internetanschluss verfügt habe. Wie mit Strelow habe auch mit Neumann die Abrede bestanden, keine strafrechtlich bedenklichen Texte zu veröffentlichen, gerade "im Hinblick auf meine Bewährung".

In Bückeburg hatte Winter auf intensive Befragung versichert, für die Internetseite der "Nationalen Offensive Nienburg" nicht verantwortlich zu sein und nur "einige" Neonazis aus Nienburg zu kennen. Nur kurze Zeit später wurde diese Aussage durch einen Sachbearbeiter des Staatsschutzes Nienburg/Schaumburg widerlegt. Die nach dem erstinstanzlichen Verfahren getätigte vollständige Auswertung der beschlagnahmten Computer ergab gespeicherte Übertragungen von Winter.

So forderte er zum Beispiel "Siggi" (Marco Siedbürger) per ICQ auf, das von ihm ausgelegte Geld für die Anmeldung der Nienburg-Seite zurück zu geben, nachdem er zuvor mitgeteilt hatte, dass er für die Nienburger "eine tolle Seite gebastelt" habe. Einen "Kameraden" aus Nienburg übersendete Winter die Passwörter für die Nienburg-Seite. An anderer Stelle schrieb Winter bezogen auf die NOS: "Schau auf unsere Seite, was ich alles Tolles geschrieben habe ... "

Auch wurde technisch nachgewiesen, dass Winter Pornofilme und indizierte Rechts-Rock-Stücke ins Internet gestellt hatte. Wegen letzteren ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover in einem eigenständigen Verfahren.

Weil Rechtsanwalt Böhmer diesen Teil der Akten noch nicht erhalten hatte, wurde der Prozess unterbrochen. Er wird am 16. Juli 2007 um 11.00 Uhr unter anderem mit der Vernehmung von Neumann fortgesetzt. Sollte Böhmer sich nicht wieder in den falschen Zug nach Bückeburg setzen und das Verfahren erneut verzögern, ist an diesem Tag mit einem Urteil zu rechnen. Winter steht bei einem Schuldspruch dann nur noch die Revision beim OLG Celle offen. Das Oberlandesgericht ist aber nur noch für eventuelle Verfahrensfehler und keinerlei inhaltliche Prüfung zuständig.

Winter riskiert bei einer Verurteilung in dem Strafverfahren erneut eine Haftstrafe samt Widerruf der laufenden Bewährung. Bei dem Vorstrafenregister mit fünf Verurteilungen und Delikten quer durch das Strafgesetzbuch darf das jedenfalls vermutet werden.

Bei der Gemeinde Lindhorst hatte Winter vor kurzem einen Gewerbeschein beantragt. Über das Internet will er unter anderem "Begleitschutz" anbieten.

Quelle
www.hiergeblieben.de

Siehe auch:

Urteil im Prozess gegen den Neonazi Marcus Winter wegen Volksverhetzung [17.07.07]
Neonazi-Kader Marcus Winter (NOS) verurteilt
Neonazi unterliegt im Berufungsverfahren
Marcus Winter muss nicht in den Knast [24.11.07]

Friday, January 11, 2008

RechtsRock-Konzert von Marcus Winter: 12.01.

Erneutes RechtsRock-Konzert der Nationalen Offensive Schaumburg

Nach dem Konzert vom 29. Dezember 2007 in Minden hat Marcus Winter für den morgigen Samstag, 12. Januar, ein weiteres angekündigt.
"Anbei eine Info zu einer größeren Fete im Februar. Veröffentlicht den Termin bitte NICHT in Foren oder sonstwo im Internet", heißt es in einer Mail, welche derzeit kreuz und quer durchs Internet geschickt wird. In der Mail wird man dann deutlicher "Konzert am 12.1. in Niedersachsen !!!" heißt es dort. Für Nähere Informationen ist eine Telephonnummer angegeben. Diese ist aufmerksamen AntifaschistInnen schon lange bekannt, es ist die Nummer von Marcus Winter, einem der Führer der neonazistischen Nationalen Offensive Schaumburg (NOS). Dieser hatte schon am 29.12.2007 ein Konzert mit diversen Nazibands nahe Minden durchgeführt (siehe den Artikel Neonazistische Erlebniswelt in Minden). Die Polizei hatte ihre Untätigkeit damit gegründet, dass es sich um eine "private Veranstaltung" gehandelt habe. Ob die Polizei wohl auch dieses Wochenende die Angaben der Neonazis für bare Münze nehmen und untätig bleiben werden? Die angekündigten Bands deuten auf eine Veranstaltung mit eindeutig extrem rechten bis neonazistischen Inhalten.

Von Wehrmachtsverherrlichung bis Holocaustleugnung

Angekündigt sind die Bands Eternal Pride, Sense of Pride, Cherusker und Terroritorium. Die Band Eternal Pride aus dem sachsen-anhaltinischen Blankenburg wurde durch ihre Auftritte in Belgien bei der in Deutschland verbotenen Nazimusikorganisation Blood & Honour bekannt ...lesen

Thursday, June 11, 2009

Neues Internet-Modell - auch um rechtsextreme Inhalte zu melden

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat der Bundesregierung ein Konzept für mehr Sicherheit im Internet vorgelegt, bei dem man zukünftig z.B. rechtsextreme Inhalte direkt an eine „Alarmzentrale“ weiterleiten kann.

Nach Angaben des BKA-Chefs Klaus Jansen sei das Modell, welches er heute auf dem Präventionstag in Hannover öffentlich vorstellen will, sofort umsetzbar. Danach können Bürger künftig eine virtuelle Notrufsäule sowie eine Anlaufstelle für Verkehrserziehung im Netz auf ihren Rechnern hinterlegen. Die erforderliche Software soll bei den Datenschutzbehörden sowie den Ministerien für Familie und Verbraucher abrufbar sein. Wer den Notruf im Netz betätigt, soll bei einer Notrufzentrale landen, in der „rund um die Uhr Polizisten, Soziologen oder Psychologen sitzen, die je nach Problemlage sofort reagieren.“ ...lesen

Tuesday, April 29, 2008

Internet-Händler Amazon verkauft SS-Waffen

Wirbel um Amazon: Der Internet-Händler vertreibt Andenken an das Dritte Reich, darunter Messer der Hitlerjugend, der SS und Fan-Shirts des Diktators mit dem Aufdruck "Ich liebe Hitler". Die Produkte stammen von Drittanbietern, die Amazon als Verkaufsplattform nutzen. Experten sprechen von gefährlicher Propaganda. ...lesen

Siehe auch:

Amazon als Umschlagplatz für Nazi-Produkte
Amazon-Skandal: Noch mehr Nazi-Produkte entdeckt
Der Arier von Amazon
Amazon vertreibt "I Love Hitler"-T-Shirts

Thursday, October 02, 2008

Altenburg: Unterwanderung von Rechts?

Altenburger Land weiter interessant für Rechtsextreme - Netzwerke im Internet geknüpft

Offenbar übt das Altenburger Land nach wie vor Anziehungskraft aus auf Rechtsgesinnte und jene, die sich in entsprechenden Parteien engagieren. So wollte die NPD ihren Bundesparteitag am ersten Oktoberwochenende in Altenburgs Goldenem Pflug abhalten. Ein Unterfangen, das per Gerichtsbeschluss unterbunden werden konnte.

Ein sogenannter Nationaler Gesprächskreis ist beispielsweise in der Skatstadt geplant. Gastredner dabei sind Adrian Segessenmann aus der Schweiz und Thomas Wulff, der zu den Mitinitiatoren der "Volksfront von Rechts" gehören soll. Zwei Gäste, die ihre Anhänger auch schon auf dem "Fest der Völker" begrüßen konnten.

Informationen wie diese - und auch, dass es im Altenburger Land inzwischen einen Kreisverband der NPD geben soll - bekommt man im Internet.

Die Betreiber einer einschlägigen Webseite für die Altenburger Region geben sich bewusst tolerant und meinungsfrei, werben offen "für nationalen Sozialismus, Antiglobalisierung und für emanzipatorischen Sozialismus".

Auf, wie es heißt, "unterstützenswerte NPD-Verbände" wird auf dieser Seite ebenso verwiesen wie - auf vermeintlich tolerante Weise - auf die der "Polit- und Parteibonzen im Altenburger Land" (CDU, SPD, Die Linke, Grüne, FDP).

In den Netzverweisen des Webseiten-Betreibers sind außerdem hiesige Sportvereine gelistet: Der FSV Lucka, der SV Rositz und der SSV Traktor Nöbdenitz stehen dort in schöner Eintracht neben den braungetönten Ultras Altenburg (Fans von Motor Altenburg), den Ultras Chemie Leipzig oder den Weißenfelser Jungs. ...lesen

Wednesday, June 18, 2008

Nazis jagen Soli-Listen für multikulti

Rechtsextreme bejubeln Schließung / Solidaritätsaktionen für den Sender gehen weiter
Neonazis haben aus einem Café an der Technischen Universität Berlin offenbar mehrere Unterschriftenlisten für das von Schließung bedrohte rbb-Programm »radiomultikulti« entwendet. Damit brüstet sich seit dem Wochenende ein rechtsextremes Internet-Portal in einem Bericht. Demnach seien den Dieben bei der Aktion Namen und Adressen von »30 linken Studenten« in die Hände gefallen. ...lesen

Siehe auch:

Neonazis gegen Multikulti-Fans [18.06.08]

Verwandte Themen:

Rassistischer Rundfunk? [05.06.08]
»sei berlin – sei radio – sei multikulti!« [19.06.08]
Neonazis stellen Namen und Adressen ins Internet [30.06.08]
Unterschriften für Radio Multikulti [06.11.08]
30 000 für radiomultikulti
Die Luft ist noch lange nicht raus [26.12.08]

Monday, September 24, 2007

Münster: Getarnte faschistische Aufkleber im Umlauf

In einigen Städten sind zur Zeit merkwürdige Aufkleber mit der Aufschrift „Gemeinsam gegen Kapitalismus! – Organisiert euch!“. Auf ihnen ist auch eine Zeichnung einer jungen Frau und eines jungen Mannes abgebildet, die etwas an die Werbeplakate der 1960er Jahre erinnert. Ebenso sind die Aufkleber mit einer Internet-Adresse versehen und mit der Postfachadresse eines gewissen S. Schmidtke als Verantwortlicher im Sinne des Presserechtes. Wenn man im Internet auf die besagte Seite klickt, erscheinen dort Artikel über Rudolf Heß und Gedenkmärsche von Faschisten zum „Gedenken auf Rudolf Heß“. ...lesen

Thursday, June 21, 2007

Neonazis und Internet: NPD bloggt im ‘Netztagebuch’

Auch die rechtsextreme NPD setzt bei der Verbreitung von Informationen und Propaganda auf ein eigenes Blog. Es nennt sich - für Rechtsextremisten und Neonazis ganz politisch korrekt - ‘Nationales Netztagebuch’ und wird laut Impressum vom NPD-Kreisverband Barnim-Uckermark betrieben. Offizielle Anschrift ist aber die Bundeszentrale in Berlin. Das Blog wird seit mehreren Monaten regelmäßig aktualisiert, gerne mehrmals am Tag. Es bietet so für Interessierte und Journalisten eine weitere Quelle zur Recherche. Allerdings scheinen die Inhalte nicht über das hinauszugehen, was auf anderen NPD-Seiten steht. Auffällig: Die NPD verlinkt das Blog nicht von ihren Seiten. Möglicherweise handelt es sich um eine Art Testbetrieb. Damit baut die NPD aber auf jeden Fall ihre Präsenz im Internet weiter aus. ...lesen