antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Tuesday, October 23, 2007

NPD will in Celle zur Wahl antreten

Der Wahlkampf für die kommende Landtagswahl könnte in Celle brisant werden. Zwei Mitglieder der rechtsextremen Kameradschaft 73 wollen sich für die NPD als Kandidaten aufstellen lassen. Derzeit sammeln sie die nötigen Unterschriften, um am 27. Januar zur Wahl antreten zu können. Das Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus fordert die Celler auf, der NPD ihre Unterstützung zu versagen.

Ausländerfeindliche Sprechchöre, Hetzreden und rechtsextreme Transparente – dieser Anblick bot sich den Cellern, als im vergangenen Jahr etwa 160 Neonazis durch die Heese zogen. Die Kundgebungen der Rechtsradikalen könnten sich in den kommenden Monaten wiederholen – denn die NPD will in beiden Wahlkreisen im Landkreis Celle Kandidaten aufstellen. Klaus Hellmund soll für den Wahlkreis Celle und Dennis Bührig für den Wahlkreis Bergen bei der Landtagswahl antreten. Beide sind dem Verfassungsschutz bestens bekannt, gehören zur gewaltbereiten Kameradschaft 73, die seit etwa zwei Jahren wieder aktiv ist.
Hellmund gilt als Anführer der Kameradschaft 73. Er verbüßte von Juli 2004 bis Dezember 2005 eine Gefängnisstrafe, weil er bei einem Skinhead-Konzert mit einer Holzlatte auf einen Polizisten losgegangen war.
Bührig war immer als Stellvertreter Hellmunds aktiv – mittlerweile sollen sie sich nicht mehr so gut verstehen. Bührig hat sich immer mehr in den Vordergrund gespielt. Bei der Nazi-Demo am 9. Dezember vergangenen Jahres agierte er als Redner. Sowohl Hellmund als auch Bührig sind gerade dabei, die geforderten 100 Unterstützerunterschriften beizubringen, die nötig sind, damit sie bei der Wahl antreten dürfen. Dass mit Bührig und Hellmund zwei Rechtsextreme aus dem Umfeld der Freien Kameradschaften für die NPD bei der Landtagswahl antreten wollen, ist eine weitere Bestätigung für eine zunehmende Vernetzung innerhalb der rechtsradikalen Szene.
Forum setzt auf Aufklärung: Das Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus kündigte an, die Bevölkerung über die Personen Bührig und Hellmund aufzuklären. „Das wird richtig wehtun, wir werden über die Schandtaten informieren. Die beiden sind offene Bücher, auch für den Verfassungsschutz”, erklärte der Celler DGB-Chef Hartwig Erb.
Köhler trifft „Neonazi-Größen”: Auch der Meißendorfer Wilhelm Claus Köhler, der für das Sozialpatriotische Bündnis im Celler Kreistag sitzt, sucht die Nähe von „Neonazi-Größen”. Köhler war Anfang Oktober zu einer Kundgebung der Freien Patrioten Niedersachsen nach Salzgitter gefahren. Die Veranstaltung fiel letztlich aus, weil sich gerade einmal 20 Rechtsextreme zusammen gefunden hatten. Köhler nutzte die Gelegenheit, um sich unter anderem mit der NPD-Führungspersönlichkeit Hans-Gerd Wiechmann und mit dem bekannten Hamburger Rechtsextremisten Christian Worch zu unterhalten. Letzterer hatte den Neonazi-Aufmarsch in Celle im Dezember vergangenen Jahres organisiert. Köhler, der als Justizvollzugsbeamter arbeitet, soll zudem unter dem Pseudonym „Kongo” in einem Rechtsextremen-Forum seine Ansichten darlegen. Bei der NPD mache er nur deswegen nicht mit, so Kongo alias Köhler, weil er Beamter sei und Angst um seinen Job habe.

Quelle
Cellesche-Zeitung.de [21.10.07]

Thursday, March 19, 2009

Neonazis wollen JN in Niedersachsen reaktivieren

Am 21. Februar 2009 hat in Eschede nach Polizeiangaben ein Treffen der “Jungen Nationaldemokraten” (JN) stattgefunden. Abermals fand diese Veranstaltung der neonazistischen Organisation auf dem Hof eines NPD-Mitgliedes statt, der schon in der Vergangenheit immer wieder sein landwirtschaftliches Anwesen für Treffen wie z.B. Sommer- und Wintersonnenwendfeiern zur Verfügung gestellt hatte, schreibt die Polizei weiter. Nach Einschätzung der Celler Polizei diente die Zusammenkunft der Neuorganisation der JN für den Bereich der Lüneburger Heide. Wie schon bei den vorangegangenen Treffen der rechtsextremen Szene fand auch diese ohne jegliche Außenwirkung statt.

Recherche Nord berichtet über das Treffen, die beabsichtigte Neustrukturierung des JN-Landesverbandes komme wenig überraschend und stehe beispielhaft für die derzeitigen organisatorischen Umwälzungen innerhalb der niedersächsischen NPD. Das Treffen fand demnach auf dem landwirtschaftlichen Anwesen des NPD Funktionärs Joachim Nahtz statt.

Siehe auch: Schwere Brandstiftung: Anklage gegen südniedersächsische Neonazis, NPD Niedersachsen stellt Landesliste für Bundestagswahl auf, Neonazi-Schulungszentrum: Faßberg will Landhaus erwerben, “Als Haus wärst du `ne Hütte”: Neonazis bieten, Gemeinden zahlen

Quelle
NPD-Bolg.de [23.02.09]

Siehe auch:

Eschede/ Hof Nahtz: JN-Stützpunktgründung (Dennis Bührig, Celler Kameradschaft 73, Florian Cordes, Manfred Börm, Lasse Krüger, "Snevern Jungs") [25.02.09]
Rechter Nachwuchs rückt zusammen [26.02.09]


Thursday, November 20, 2008

Soldatenfriedhof Essel: Heldengedenken norddeutscher Nazis

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erschien - von Polizei und einer Antifa-Dokumentationsgruppe erwartet - eine 32-köpfige Nazitruppe in Pkw's vorm Soldatenfriedhof Essel (an der L 190 zwischen Schwarmstedt und Walsrode, 40 km nördlich von Hannover). Weil die Polizei sie nur in Gruppen von maximal 3 Personen zum Friedhof gehen lassen wollte, verlas Dennis Bührig einen nationalistischen Heldengesang auf deutsche Soldaten des 1. und 2. Weltkrieges. Der Anführer der Celler Kameradschaft 73, NPD- Landtagskandidat und Anmelder für den geplanten Nazi-Aufmarsch am 1.MAI 2009 in Hannover, dankte dabei auch ausdrücklich der Waffen SS.

Von der Polizei den Waldweg entlang bis zum Soldatenfriedhof eskortiert, durften die Nazis in Dreiergruppen auf den Friedhof. Neben dem, bereits am Vormittag niedergelegten Kranz der Gemeinde Essel, liegt jetzt ein ebenso großer der Kameradschaft 73 Celle. In langen blauen Röcken und mit Zöpfen trugen die jungen Frauen der Gruppe "Dütsche Deerns" ihr Gesteck. Natürlich fehlte auch nicht die Kameradschaft "Snevern-Jungs" unter ihrem Führer Matthias Behrens. ...lesen

Siehe auch:

Celler Neonazi dankt auf Soldatenfriedhof Essel der SS

Zum Thema:

Essel: Neue Wallfahrtsstätte von Neonazis in Essel ? (Erst »Nationale Sozialisten Niedersachsen« nun HIAG) [24.11.08]
Essel: Neonazis ­dankten Waffen-SS [26.11.08]

Thursday, April 02, 2009

Hausdurchsuchungen bei Celler Kameradschaft

Beamte der Polizei in Celle haben am 17. März 2009 die Wohnungen von zwei Kadern der rechtsextremen “Kameradschaft 73″ im Landkreis Celle durchsucht. Die Ermittler stellten rund 70 Tonträger, Handys, Laptops und Bargeld sicher.

Außerdem fanden die Beamten mehr las 10.000 Aufkleber mit rechtsextremen Inhalten. Die Computer, Telefone und Tonträger werden derzeit noch ausgewertet, die Ermittlungen der Polizei dauern an. Hintergrund der Hausdurchsuchungen ist der Verdacht der “Volksverhetzung” und der Verdacht des “Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen”.

Nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes zählt die Celler Kameradschaft zu den besonders aktiven Neonazi-Gruppen in Niedersachsen. Nach der Inhaftierung ihres Kopfes im Jahr 2001 kam es erst fünf Jahre später zu einer Reaktivierung der Gruppierung. Als Kopf der Kameradschaft gilt Dennis Bührig, der in der Vergangenheit auch für die NPD zu Wahlen antrat. ...lesen


Siehe auch:

Razzia gegen Nazi-Gruppe

Monday, November 26, 2007

Kandidatenkür

Im niedersächsischen Wahlkampf muss sich die NPD auf politisch unberechenbare Neonazis mit unrühmlichem Vorleben verlassen.

Das Wochenende Mitte November stand für die niedersächsische NPD und die Freien Nationalisten ganz im Zeichen der kommenden Landtagswahl im Januar 2008. Am Samstag, den 17. hielten ab 9.00 Uhr rund 100 Neonazis eine Kundgebung in Georgsmarienhütte bei Osnabrück ab. Dort möchte Jörg Fischer aus Vechta als Direktkandidat antreten, gegen ihn läuft nach mehreren Hausdurchsuchungen ein Verfahren wegen Bildung einer bewaffneten Gruppe. Gemeinsam mit seinem Kameraden Christian von Velsen organisierte Fischer auch die anschließend stattfindende zweite Kundgebung in seinem Wohnort Vechta. Fischer und von Velsen sind beide in der für die Kinder- und Jugenderziehung im braunen Lager zuständige „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) aktiv.

An diesem Samstag läuteten die Glocken von St. Georg in der Vechtaraner Innenstadt zur vollen Stunde besonders lange. Von bürgerlichem Protest war nichts zu sehen, aber junge Gegendemonstranten klapperten gleich neben der NPD-Kundgebung mit den Deckeln von Mülltonnen. An den Polizeisperren machten an die 300 Nazigegner mit lauter Stimme und Musikinstrumenten zudem großen Lärm. Eine Geräuschkulisse, die die Neonazis auf dem Europaplatz sichtlich nervte, denn trotz Lautsprecheranlage gingen die Redebeiträge von Christian von Velsen, Dennis Bührig aus Celle, Christian Worch, Thomas Wulff und Marcus Winter aus dem Weserbergland unter. Andreas Molau ließ sich entschuldigen, in Georgsmarienhütte wurde seine Botschaft an die Kameraden vom Band abgespielt. Der NPD-Direktkandidat für Vechta, Markus Pohl, fehlte ebenfalls. Pohl, kaufmännischer Angestellter mit Hooligan-Background, stammt ursprünglich aus Lengerich in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder setzte sich Pohl für den Aufbau der Neonazi-Strukturen in Münster, Steinfurt, Osnabrück und Vechta ein – immer in Kooperation zwischen Kameradschaften und Partei. Auf der Homepage der NPD-Niedersachsen wird stolz verkündet, dass die Unterstützerunterschriften für den Wahlkreis Vechta bereits zusammengekommen seien.

In der Lüneburger Heide dagegen wird noch eifrig gesammelt. Direktkandidat für den Wahlkeis Soltau-Fallingbostel will der Anführer der Kameradschaft „Snevern Jungs“, Matthias Behrens aus Schneverdingen werden. Angeblich will auch Stefan Klingbeils kandidieren. Unterstützung bekamen die Freien Nationalisten vom NPD-Strategen Peter Marx und dem Leiter des Bundesordnungsdienstes Manfred Börm aus Lüneburg.

„Keks für das Deutsche Reich“

Nachhilfe für die potenziellen Wahlkreis-Kandidaten scheint bitter nötig. Viele der heute bemüht bieder auftretenden Neu-NPDler tummelten sich vor kurzem noch auf Kameradschaftsabenden oder Skinhead-Partys. Ihre parteipolitische Erfahrung ist begrenzt, der bürgerliche Auftritt in der Öffentlichkeit ungewohnt. Ausgerechnet in NPD-Zielgebieten, wirtschaftlich schwächere Regionen wie an der Nordsee zwischen Wilhelmshaven und Wittmund, muss sich die Parteiführung auf Neonazis mit unrühmlichem Vorleben und politischer Unberechenbarkeit verlassen.

Gegen den neuen NPD-Chef in Wilhelmshaven, Nico Ahlrichs, wurde bereits mehrfach polizeilich ermittelt. Ahlrichs war wie Manuel Wojtczak in der „Freien Jugend Ostfriesland“, später „AG Wiking“, aktiv. Beide nahmen an einer Maibaum-Feier in Carolinensiel vor zwei Jahren teil. Nachdem der Maibaum in Form einer Lebensrune errichtet worden war, verlief die Party mit „Sieg Heil“-Gegröle und Neonazi-Musik. Auf Filmmaterial ist zu sehen, wie Ahlrichs in die Kamera schreit: „Ich esse diesen Keks für das Deutsche Reich!“, Wojtczak sogar beim Pogo-Tanz den Arm zum Hitlergruß erhebt. Der Freie Nationalist und Anführer der Kameradschaft AG Wiking will für den Wahlkreis Wittmund kandidieren. Der 1981 in Gardelegen geborene Wojtczak ist nach Recherchen von Stop-Rechts in Wilhelmshaven mehrfach verurteilt, unter anderem wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung, Beleidigung, Bedrohung und Hausfriedensbruch sowie wegen versuchter vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung – ausgesetzt zur Bewährung.

Gewalttaten von rechts gehen im Nordwesten unter, dort gibt es weder Opferberatungsstellen noch mobile Einsatzteams. In Oldenburg läuft ein Prozess gegen einen 19-jährigen Neonazi aus Westerstede. Der Angeklagte schlug nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mehrfach ältere Migranten auf der Straße, einem 15-Jährigen, der zur Hilfe kam, rammte er ein Springmesser in den Bauch. Während der Attacke beleidigte der Neonazi sein Opfer noch mit ausländerfeindlichen Parolen.

Den für die NPD interessanten Raum Cuxhaven decken erfahrene NPD-Wahlkämpfer wie Adolf Dammann und Fritz-Ulrich Bundt aus Stade mit ab. Der 1953 geborene Bundt, der auf Platz 10 der Landesliste kandidiert, blickt auf eine militante politische Vergangenheit zurück. Er war an mehreren Übergriffen beteiligt, pflegte nach Recherchen des Buchautors Jürgen Pomorin Kontakte zu Schlägerbanden, fuhr mit seinem Auto in eine Menschenmenge. Aus beruflichen Gründen bewegt sich der niedersächsische NPD-Schatzmeister als wichtiger Drahtzieher im Hintergrund, denn Bundt ist wie Dammann gelernter Bankkaufmann. Überhaupt versuchen viele der NPD-Kandidaten in Kleingewerbe und Mittelstand Fuß zu fassen. Es sind Bauunternehmer, Unternehmens- und Finanzberater, Antiquitätenhändler, Handwerker, Bäcker und ein Landwirt darunter. Ralf Tarnozek, der im Wahlkreis Bramsche bei Osnabrück kandidieren will, betreibt einen Armee- und Gotchashop.

Einen Hang zu Waffen haben auch die NPD-Wahlkämpfer Marc Reuter aus Bremervörde und Roman Greifenstein aus Munster bewiesen. NPD-Stadtrat Reuter gehörte zu den norddeutschen Führern des militanten „Stahlhelm-Kampfbund für Europa“, bei dessen Anhängern in der Pfalz Ende der 90er Jahre schwere Waffen gefunden wurden. Greifenstein saß Ende der 90er Jahre eine Haftstrafe wegen Gewaltdelikten ab, zuvor war er bereits mit Waffen aufgefallen. Greifenstein, der die „Freien Kräfte Munster“ im Internet mit der Reichsfahne in der Hand repräsentiert, will als Direktkandidat der NPD für den Wahlkreis Lüneburg antreten.

Hauptansprechpartner vonseiten der Freien Nationalisten ist für NPD-Spitzenkandidat Andreas Molau ein kleiner rothaariger Mann mit Nickelbrille: Dieter Riefling aus Hildesheim. Der überzeugte Anhänger des „Deutschen Reiches“ wirkt seit über 20 Jahren in der radikalen braunen Szene. Er war in der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (1995 verboten) und dem Blood&Honour-Netzwerk“ (verboten 2000) aktiv, führte die Kameradschaft Recklinghausen, sang in einer Skin-Band. Einem zivilen Polizisten zertrümmerte Riefling das Nasenbein. Seine Bewährung für Straftaten reichte bis Oktober 2004. Von Hildesheim aus steuert Riefling die Vernetzung der Freien Kräfte in Niedersachsen, bildet so genannte „Bürgerinitiativen für Zivilcourage“ und tritt als Direktkandidat für den Wahlkreis Hildesheim an.

„Ein Mann, der mit den Bürgern sprechen kann“

Ebenso rührig geht es zur Zeit in den Landkreisen Goslar und Osterode zu. Seitdem sich immer mehr Neonazis in Bad Lauterberg ansiedelten und dort auf alteingesessene bürgerliche NPD-Strukturen zurückgreifen können, wächst die rechte Szene dort mit einem hohen Maß an Selbstbewusstsein. Der ehemalige Skinhead Michael Hahn, der nach Verfassungsschutzangaben in der Vergangenheit auch an Schlägereien in Berlin beteiligt war, sitzt heute im Stadtrat von Bad Lauterberg. Allein vier Neonazis aus dem Ort sind auf der Landesliste der NPD vertreten, neben Hahn noch die Liedermacher Annett und Michael Müller, sowie der wegen Volksverhetzung verurteilte Carsten Steckel. In der Region gab es Übergriffe mit Verletzten, konspirative Veranstaltungen in einer Stammkneipe, eine Attacke auf einen aussteigewilligen Jugendlichen und jüngst ein gemeinsames Heldengedenken mit den Kameradschaften Northeim und Eichsfeld im Siebertal. In Harzvororten wie Vienenburg und Salzgitter bemühen sich NPDler und Kameradschaftsaktivisten, neue Strukturen aufzubauen.

Ruhig und ungestört lebt es sich in Groß Denkte, dem Wohnort des NPD-Spitzenkandidaten Andreas Molau im Landkreis Wolfenbüttel. Das Namensschild an dem unscheinbaren Einfamilienhaus ist Handarbeit aus Naturholz. Molau, schwärmt NPD-Bundesvorsitzender Udo Voigt, sei „ein Mann, der mit den Bürgern sprechen kann“. Ob der das in seiner Heimatgemeinde macht, bleibt fraglich. Dort scheint sich der NPD-Mann kaum einzubringen. Nur einer der Anwohner, direkt nebenan, kennt ihn: „Ein sehr netter Herr. Die NPD ist ja nicht verboten.“ Im Vereinsleben, weiß der stellvertretende Bürgermeister Jan-Christian Müller (Grüne), taucht „Herr Molau“ nicht auf.

Wednesday, December 26, 2007

Nazi-Sonnenwendfeier in Eschede - 22.12.07

Am 22. Dezember 2007 fand im niedersächsischen Eschede (bei Celle) eine Wintersonnenwendfeier der neofaschistischen Szene Norddeutschlands statt. Ungefähr 160 Nazis nahmen an dieser - von der "Kameradschaft 73 Celle" organisierten - Veranstaltung teil.
Diese Veranstaltung war die vierte Veranstaltung auf dem Gelände des Landwirts und NPD-Mitglieds, Joachim Nahtz, in diesem Jahr. Vom 25. bis 28. Mai 2007 fand dort das Pfingstlager der neonazistischen "Heimattreuen Deutschen Jugend" (HDJ) statt. Ungefähr 150 Personen, darunter viele Kinder und Jugendliche, nahmen an einem Zeltlager teil. Am 23. Juni 2007 luden die "Kameradschaft 73 Celle" und die "Nationale Offensive Schaumburg" zu einer Sommersonnenwendfeier ein, an der knapp 200 Personen teilnahmen. Am 29. Oktober 2007 fand dort dann noch eine "Erntedankfeier" statt, an der ungefähr 76 Nazis teilnahmen.
[...]
Neben Joachim Nahtz und Dennis Bührig, waren daran u.a. die Celler Nazis Klaus Hellmund, Helge Grotjahns, Steven Pfahl und Tim Knoch, sowie Matthias Behrens aus Schneverdingen und Kay Schweigel aus Salzwedel beteiligt. ...lesen

Siehe auch:

Niedersachsen: Alle Jahre wieder

Monday, September 29, 2008

27.09.2008 / Eschede: Völkisch-nationales Erntedank in Eschede

Die Reichskriegsfahne flattert trostlos im Wind. An einem hölzernen Fahnenmast befestigt, hängt diese bereits seit etlichen Jahren vor dem Anwesen von Joachim Nahtz in Eschede. Ebenfalls seit Jahren bietet das Anwesen des Landwirtes aus dem Landkreis Celle einen regelmäßig genutzten Rückzugsraum für Neonazis, mitunter aus dem gesamten Bundesgebiet. So auch am vergangenen Wochenende, als rund 100 Neonazis aus dem norddeutschen Raum auf dem Gelände ein völkisch-nationalistisches Erntedankfest zelebrierten.

Organisiert hatten das diesjährige »Erntedankfest« Mitglieder der »Nationalen Sozialisten Niedersachsen« (NASO) und der neonazistischen Frauenorganisation »Düütsche Deerns«. Die »NASO« dient dabei wohl als derzeit wichtigstes Netzwerk militanter Kameradschaftsgruppen in Niedersachsen. In diesem Dachverband organisieren sich unter anderem Neonazis aus den Regionen Celle, Schneverdingen, Lüneburg, Uelzen, Schaumburg, Nienburg und Hildesheim. Aus diesem Kreis entstand im letzten Jahr auch die Gruppierung »Düütsche Deerns«, deren Aktivistinnen auch in den Strukturen der neonazistischen »Gemeinschaft Deutscher Frauen« (GDF) aktiv sind. ...lesen

Siehe auch:

Braunes Erntefest (Celler Kameradschaft 73 um Dennis Bührig und Klaus Hellmundt, Marco Siedbürger)

Saturday, January 12, 2008

Übergriffe bei NPD-Infostand in Celle

Am Samstag den 12.01.2007 führten die NPD-Kandidaten für den Raum Celle und die Kammeratschaft 73 in der Innenstadt einen Infostand durch. Hierbei kam es zu gewaltsamen Übergriffen auf Antifaschist_Innen.
Pressemitteilung der Antifaschistischen Aktion Celle:

Messerattacke auf vermeintlichen Antifa

Am 12.01.08 führte die NPD zum wiederholten Male (09.01.08) ein „Info“-Tisch in der Celler Innenstadt durch. Die NDP tritt in Celle mit den bekannten Nazis Klaus Hellmund und Dennis Bührig der Kameradschaft 73 zur Wahl an.

10 weitere Nazis aus dem Umfeld der Kameradschaft 73 halfen ihnen bei dem Versuch ihr rechtes Gedankengut zu verbreiten. Eine Gruppe von 30 Antifas hatte sich ebenfalls eingefunden, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen und wurde gleich am Anfang von den ca. 10 Neonazis angegriffen, welche auf die Gruppe zu stürmten. Dabei kam es zu einen Gerangel und mehreren versuchten Faustschlägen gegen die Antifaschist_Innen, daraufhin schritt die Polizei ein, welche die Neonazis zu ihrem Infotisch zurückdrängte. ...lesen

Thursday, June 19, 2008

Feuer für die Volksgemeinschaft

Heidnische Symbole und Mythen sind in der neonazistischen Szene immer wieder zu finden, ein Thorshammer als Anhänger um den Hals oder Odin-Beschwörungen auf dem MP3-Player sind keine Seltenheit. Auch Sonnenwendfeiern sind beliebt - an diesem Samstag will die "Kameradschaft 73 Celle" eine in Eschede ausrichten.
Bereits am 22. Dezember fand dort auf dem Hof von Joachim Nahtz eine Wintersonnenwendfeier statt. Schon damals war es die Celler Kameradschaft um Klaus Hellmund und Dennis Bührig, die dazu geladen hatte; mehr als 160 Rechte kamen. Seinen Hof bietet Nahtz seit Jahren der Szene für Events an. Alleine 2007 richteten Neonazis bei dem Bauern, der offen für die NPD auftritt, vier größere Veranstaltungen aus. ...lesen

Zum Thema:

Naziskonzert in Eschede (Cherusker (Münsterland) und Terroritorium (Hannover)) [20.06.08]
Sonnenwendfeier als brauner Spuk in der Heide [21.06.08]
Nationale Solidarität mit Folgen [26.06.08]