antifa , antifaschistische aktion , antifaschistische aktionen

Monday, December 22, 2008

Revisionismus auf dem Lehrplan

Konservativ-rechtsextremes Netzwerk reicht bis in die Bundeswehr hinein

Die Bundeswehr engagiert einen eindeutigen Geschichtsrevisionisten als militärhistorischen Ausbilder. Die militärhistorischen Exkursionen der 10. Panzerdivision werden seit 2003 von Oberst a.D. Klaus Hammel unterstützt. Das bestätigte die Bundesregierung jetzt auf Anfrage von Ulla Jelpke (Die Linke) Hammel setzt sich vehement für ein positives Bild von der Wehrmacht ein.

Große Stücke hält er auf seinen Kameraden, den Bundeswehrgeneral a.D. Gerd Schultze-Rhonhof, einem bei rechtsextremen Burschenschaften und anderen einschlägigen Vereinigungen gern gesehenen Referenten. Der ist, wie Hammel in einem im Internet kursierenden Schreiben ausführte, ein »fachlich wie menschlich hochgeschätzter ehemaliger Truppenführer unserer Armee«, der sich durch »besonders sorgfältiges Analysieren und tiefergehendes Nachdenken« auszeichne. Als »Frucht dieses Nachdenkens« bezeichnete Hammel das Buch »Der Krieg, der viele Väter hatte«, in dem Schultze-Rhonhof die deutsche Kriegsschuld relativiert: Hitler habe eigentlich nur »die Menschenrechte der deutschen Minderheit in Polen« verteidigen und die »Heimkehr der Danziger Bevölkerung in ihr Mutterland« organisieren wollen.

Hammel selbst schreibt nach Angaben des Historikers Stephan Stracke in einem Beitrag für das Buch »Die Soldaten der Wehrmacht«, erst die »grausame Kriegführung« sowjetischer Partisanen habe zu Übergriffen der Wehrmacht geführt. Daß das Verteidigungsministerium vor einigen Jahren vorsichtig von einigen besonders rechtslastigen Traditionsvereinen abrückte, bezeichnete Hammel als »Entmündigung von oben«, ja er warf dem Ministerium gar vor, »Gleichschaltung« zu betreiben.

Hammel muß »nach derzeitigem Kenntnisstand« (der Bundesregierung) gehen – aber nicht wegen seiner geschichtspolitischen Amokläufe, sondern aus Altersgründen. Die Notwendigkeit, die Ausbilder sorgfältiger auszuwählen, sieht das Verteidigungsministerium nicht: Die Vorgesetzten seien »mündige und verantwortungsbewußte Staatsbürger in Uniform« und ohnehin verpflichtet, »extremistischen Tendenzen mit Entschiedenheit entgegenzutreten«, heißt es.

Hammel ist allerdings bislang niemand entgegengetreten. Vielmehr, so Jelpke, offenbare sich »ein rechtsextrem-konservatives Netzwerk«, das bis in die Bundeswehr hineinreiche: Hammel ist Mitglied des Kameradenkreises der Gebirgstruppe, dessen wehrmachtsverherrlichende Gedenkfeier im bayerischen Mittenwald regelmäßig von der 10. Panzerdivision unterstützt wird. In der Dezemberausgabe seiner Vereinszeitschrift »Die Gebirgstruppe« wird der in München angeklagte mutmaßliche Kriegsverbrecher Josef Scheungraber verteidigt, Morde der Wehrmacht an unbewaffneten Zivilisten als »Kriegshandlungen« verharmlost.

Quelle
Junge Welt [20.12.08]

Zum Thema:

Bundesregierung: “Rechtsextrem-konservatives Netzwerk” existiert nicht (Kleine Anfrage der Linken) [29.01.09]

Monday, June 22, 2009

Thale: Wehrmacht beim Landesfest

Verein marschierte in alten Uniformen durch Thale - Veranstalter sprechen von Provokation - Nazi-Symbole sorgen für Verwirrung

Teilnehmer des Sachsen-Anhalt-Tages, die am vergangenen Wochenende in Uniformen von Wehrmacht und SS durch die Stadt Thale (Harz) marschiert sind, sorgen im Nachgang des Landesfestes für Empörung. Der Verein Miteinander geht von einer gezielten Provokation aus. "Dort sind bewusst Anklänge an die SS gesucht worden", sagte Sprecher Sebastian Striegel, "das ist sehr deutlich und für jeden erkennbar gewesen". Die Beteiligung solcher Akteure an einem Landesfest für Weltoffenheit und Toleranz sei "sicherlich nicht notwendig". Von einer "immensen Provokation" sprach am Mittwoch auch Frank Hirschelmann, Pressesprecher des Landesfestes. Insgesamt waren 200 000 Besucher in Thale gezählt worden. ...lesen

Siehe auch:

«Vor Ort hätte das auffallen müssen» (Wulf Gallert) [19.06.09]
Hingucken? Fehlanzeige
Aufmarsch der Waffen-SS beim Landesfest in Sachsen-Anhalt
Ermittlungen und Kritik zu Auftritt in SS-Uniform [20.06.09]
Auftritt in SS-Uniform beim Sachsen-Anhalt-Tag in Thale ohne strafrechtliche Folgen [30.06.09]

Monday, April 27, 2009

BW in Wehrmachtstradition

Der deutschen Bundeswehr droht ein Skandal um ihre Handbücher für Ausbilder. Laut dem ARD-Politikmagazin "Kontraste" wird darin das Gedankengut von Adolf Hitlers Wehrmacht lebendig gehalten. So werden zum Beispiel die Erlebnisse eines Panzervernichtungstrupps aus dem Jahr 1944 erzählt und so rechtes Gedankengut bedient. Wie das ARD-Politikmagazin "Kontraste" erfuhr, existieren interne Lehrbücher, die eindeutig vom Geist der Wehrmacht geprägt sind. Sie werden von Ausbildern benutzt.

In den beiden Büchern mit den Titeln "Einsatznah ausbilden" und "Üben und schießen" wimmelt es von Wehrmachts-Kriegsgeschichten. Im Landser-Jargon werden zum Beispiel die Erlebnisse eines Panzervernichtungstrupps aus dem Jahr 1944 erzählt. Auch werden Wehrmachtsvorschriften und -richtlinien zitiert.

An anderer Stelle wird ein junger Offizier aus dem Jahr 1943 zitiert, der sich über fehlenden "Kampf- und Abwehrwillen" der eingeschlossenen Wehrmachtstruppen in Stalingrad empört. ...lesen

Siehe auch:

"Der Kampfwille fehlt" [11.04.09]

Tuesday, June 02, 2009

“Kriegsverräter”: Legt jetzt die SPD einen Gesetzentwurf vor?

Fast 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs könnte der Bundestag doch noch NS-Urteile gegen “Kriegsverräter” aufheben. Die SPD kündigte nach Medienberichten einen Gesetzentwurf an - noch in dieser Wahlperiode. Bislang war eine Mehrheit im Bundestag vor allem an der Union gescheitert.
Joachim Gauck, Exchef der Stasi-Unterlagenbehörde, forderte in der taz die Aufhebung der NS-Urteile gegen “Kriegsverräter”. In dem Interview attestierte er der Union zudem “Restbestände unaufgeklärten konservativen Denkens”, in dem Opa kein Nazi und die Wehrmacht sauber gewesen sei. Gauck verwies auf das Buch von Wolfram Wette zum Thema. Damit könnten die unbegründeten Vorurteile gegen Kriegsverräter ausgeräumt werden. ...lesen

Siehe auch:

Gesetzentwurf: Nationalsozialistische Urteile wegen Kriegsverrats aufheben [26.06.09]
Koalition will NS-Urteile aufheben [01.07.09]
Kriegsverrat soll in das Gesetz zur Aufhebung der NS-Unrechtsurteile aufgenommen werden [03.07.09]

Monday, November 17, 2008

Gegen das Nazigedenken am Volkstrauertag

Gegen die Glorifizierung der Straftaten von Wehrmacht und SS
Auch in Greiz legten Nazis heute einen Kranz vor dem Kriegsdenkmal in Greiz – Pohlitz nieder. Antifaschistische Aktivisten entfernten den von Nazis niedergelegten Kranz und führten ihn seiner eigentlichen Bestimmung zu. Leider waren keine Rechtsextremisten mehr vor Ort. ...lesen

Wednesday, January 09, 2008

Protest ist kein Verbrechen

Polizeiliche Schikanen gegen Antifaschisten im bayerischen Mittenwald waren rechtswidrig
Das Vorgehen der bayerischen Polizei gegen den nord­rhein-westfälischen Landesgeschäftsführer der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes–Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), Jürgen Schuh, war rechtswidrig. Das stellte das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen am 6.Dezember 2007 fest. Schuh hatte am 27.Mai 2007 mit drei weiteren Mitstreitern während des Pfingsttreffens der »Gebirgsjägerkameradschaft« im oberbayerischen Mittenwald ein Transparent mit der Aufschrift »Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen« entrollt. Daraufhin wurde er von Beamten der Spezialeinheit »USK« festgenommen, in eine Arrestzelle gesperrt und einer Leibesvisitation unterzogen. Es habe Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestanden, zudem seien in der Vergangenheit schon mehrfach Fälle aufgetreten, in denen Menschen Rasierklingen in Pobacken versteckt hätten, sagte der zuständige Polizeisprecher Klaus Schürgers am Montag allen Ernstes zum Garmisch-Partenkirchner Tagblatt.
Das Gericht sah das anders. »Es wird festgestellt, daß die polizeiliche Ingewahrsamnahme sowie die Anordnung, sich vollständig zu entkleiden, rechtswidrig waren«, da vom Betroffenen keinerlei Risiko ausgegangen sei, heißt es in dem Beschluß. Er werde nun eine Zivilklage gegen die Beamten einleiten, sagte Schuh am Dienstag gegenüber jW. Am Kriegerdenkmal in Mittenwald, gedenken jährlich zu Pfingsten rund 1500 aktive und ehemalige Gebirgsjäger aus Bundeswehr und Wehrmacht, darunter verurteilte Kriegsverbrecher, ihrer gefallenen Kameraden. »Völlig unbehelligt stand uns im letzten Jahr Josef Scheungraber gegenüber«, empörte sich Schuh. Das CSU-Mitglied wurde 2006 von einem italienischen Militärgericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Im Juni 1944 hatte er im toskanischen Dorf Falzano die Hinrichtung von 14 Menschen angeordnet. »Wir werden auch dieses Jahr gegen Altnazis protestieren«, erklärte VVN-Aktivist Schuh. Weniger Probleme mit Massenmördern scheint die Bundesregierung zu haben. 2007 hielt der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmid (CSU), die Festrede in Mittenwald.

Quelle
Junge Welt [09.01.08]

Tuesday, July 07, 2009

Bundeswehr unterstützt Gedenkfeier des Kameradenkreises der Gebirgstruppen e.V.

Die Bundeswehr wird die Gedenkfeier des Kameradenkreises der Gebirgstruppen e.V. unterstützen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (16/13064) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/12793) hervor. 66 Soldaten würden aus diesem Anlass eingesetzt. Die entstanden Kosten von mehr 3.800 Euro würden dem Kameradenkreis in Rechnung gestellt. Die in Rede stehende „intensive Zusammenarbeit“ zwischen der Bundeswehr und dem Kameradenkreis der Gebirgstruppe e. V. gibt es laut Regierung hingegen nicht.

Die Fragesteller hatten schon mehrfach ausgeführt, dass der Kameradenkreis die Wehrmachts-Gebirgstruppen trotz ihrer massenhaften Verbrechen für traditionswürdig hält. Sein Ehrenpräsident war der in Nürnberg wegen Kriegsverbrechen verurteilte General a. D. Hubert Lanz. Bisheute bekennt sich der Verein zu diesem faschistischen Massenmörder. Noch im vergangenen Jahr zitierte der Vorsitzende der Mittenwalder Ortskameradschaft Hubert Lanz mit den Worten, die deutschen Gebirgstruppen hätten zur „Elite“ der Wehrmacht gehört. ...lesen

Monday, October 27, 2008

Mal wieder: "Heldengedenken" am Columbiadamm

Am 16. November 2008 um 10:00 Uhr ist es wieder soweit! Auf dem Garnisonsfriedhof am Columbiadamm 122 treffen sich Veteranen der Wehrmacht, soldatische Traditionsverbände, Burschenschaftler, Mitglieder von Vertriebenenverbänden, rechtskonservative Politiker, trauernde Bürger und andere Nazis, um an den 20 Ehrenmälern, Grabplatten und Gedenktafeln für Wehrmachtssoldaten und andere deutsche Soldaten ihre Kränze abzulegen.

Veranstalter ist der "Ring Deutscher Soldatenverbände Berlin" bzw. deren Vizevorsitzender Armin Brenker. Die Liste der sich an dem "Gedenken" beteiligenden Organisationen liest sich wie ein "Who is Who" der geschichtsrevisionistischen bis NS-verherrlichenden Gruppierungen. ...lesen

Thursday, March 01, 2007

Gedenkstätte bei Seelow geschändet

Seelow. Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Mittwoch in der Gedenkstätte Seelower Höhen insgesamt sieben Grabstelen für gefallene sowjetische Soldaten beschädigt. Wie die Polizei mitteilte, wurde bei drei Stelen der Sowjetstern heraus- oder abgebrochen. Eine eigens gebildete Gruppe der Polizei ermittelt nun wegen »gemeinschädlicher Sachbeschädigung« und Störung der Totenruhe.Vor den Seelower Höhen tobte im April 1945 zwischen Roter Armee und Wehrmacht die letzte große Feldschlacht des Zweiten Weltkriegs. Dabei kamen rund 100 000 Soldaten und Zivilisten ums Leben.(ddp/jW)

Quelle
Junge Welt [01.03.07]

Monday, August 25, 2008

Düsseldorf: Multi-Kulti-Schwuchtelregierung“

Die NPD versucht in Nordrhein-Westfalen verstärkt, nationalistische und extrem rechte Russlanddeutsche anzusprechen. Am Samstag (23.8.) fand vor dem Düsseldorfer Landtag eine Kundgebung von rund 80 Russlanddeutschen und Neonazis statt.

Angemeldet hatte die Kundgebung Johann Thießen aus Hürtgenwald (Kreis Düren), NRW-Ansprechpartner der „Russlanddeutschen Konservativen“ und Vorsitzender der „Schutzgemeinschaft ’Deutsche Heimat’ der Deutschen aus Russland“. Aktueller Anlass für die geschichtsrevisionistische, ausländerfeindliche und in Teilen antisemitische beziehungsweise anti-„zionistisch-bolschewistische“ Kundgebung war, dass ein Schulbuchverlag die „Lüge“ verbreitet habe, auch Russlanddeutsche hätten im Zweiten Weltkrieg in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten den Massenmord an den Juden unterstützt. Als Moderator der Versammlung fungierte Thießen, der vor Wochen in Bamberg auf dem NPD-Bundesparteitag ein Grußwort der Russlanddeutschen verlesen hatte. Der Vorsitzende des „Arbeitskreises der Russlanddeutschen in der NPD“, Andrej Triller (Hattingen), und der verurteilte NPD-Kommunalpolitiker Thorsten Crämer (Schwelm) wohnten der Kundgebung bei. Als Redner fungierten unter anderem Heinrich Daub (Oerlinghausen), nach eigenen Angaben CDU-Mitglied und Chefredakteur der Zeitung „Ost-West-Panorama“, Viktor Kasper (Niedersachsen), zeitweise in der Schill-Partei engagiert, und NPD-Landeschef Claus Cremer (Bochum). Anatoli Ganzhorn aus Bayern, neben Thießen ebenso Redner der Russlanddeutschen auf dem NPD-Parteitag in Bamberg, beschimpfte in einer Rede in Düsseldorf die Bundesregierung als „Multi-Kulti-Schwuchtelregierung“. Zur musikalischen Umrahmung wurde neben völkischen Liedern ebenso ein Stück von Frank Rennicke gespielt. Cremer hatte die Lautsprecheranlage und Teile der Ordner gestellt. Mehrfach wurde an die Teilnehmer appelliert, künftig NPD zu wählen. (mik)

Quelle
Bnr [25.08.08]

Sunday, December 28, 2008

Faschistenfreund des Tages: Viktor Juschtschenko

Die von US-Diensten und deutschen Freiheitskämpferinnen wie Claudia Nolte gesponserte »orange Revolution« an der Jahreswende 2004/2005 war kaum vorbei, da ließ sich deren Held Viktor Juschtschenko auf dem Friedhof Montparnasse in Paris am Grab von Symon Petljura (1879–1926) ablichten. Der errang sich dadurch besonderen Ruhm, daß er als Anführer antibolschewistischer Banden in der Ukraine 1918/19 antijüdische Pogrome abhalten ließ, denen bis zu 100000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen. Sein Mörder Scholom Schwartzband wurde von einem französischen Gericht freigesprochen, weil er in Vergeltung für den Tod von 15 Familienangehörigen, darunter seinen Eltern, gehandelt habe.

Einer der Nachfolger Petljuras wurde Stepan Bandera (1909–1959), der beim Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion mit seiner »Ukrainischen Aufstandsarmee« an der Ermordung von 7000 Kommunisten und Juden allein am 30. Juni 1941 beteiligt war. Er wollte das Schlachten im Rahmen eines eigenen Staates fortsetzen, was den Nazis nicht paßte. Sie sperrten ihn von Juli 1941 bis September 1944 im Zellenbau des KZ Sachsenhausen ein. Er tauchte in der Obhut der nunmehr freien westlichen Welt in München wieder auf und setzte seine Tätigkeit im Umkreis von BND und Radio Liberty nahtlos fort. Seine Ermordung geht angeblich auf einen Auftrag des KGB zurück.

All das reicht aus, ihn zum Nationalhelden der Juschtschenko-Ukraine zu machen. Am Dienstag berichtete die Süddeutsche Zeitung, der Präsident wolle in Kiew für Bandera »eine Art Triumphbogen« errichten »mit 30 Meter hohen Säulen«. Am vergangenen Donnerstag hatte die UN-Generalversammlung diese Aktivitäten und Ähnliches in den baltischen Republiken mit 129 zu zwei Stimmen (USA und Marshallinseln) als »unzulässig« verurteilt. Alle EU-Staaten enthielten sich. Die »friedlichen Revolutionen« kommen langsam ans Ziel. (asc)

Quelle
Junge Welt [24.12.08]

Sunday, May 13, 2007

Geschichtsstunde in Neukölln

Auf einer Gedenkveranstaltung in Berlin-Neukölln zum Kriegsende vor 62 Jahren verbreitet die NPD volksverhetztende Parolen.
Das Gesicht ist hochrot, Schweiß perlt auf der Stirn. Bis zur letzten Patrone, bis zum letzten Mann habe die heldenhafte deutsche Wehrmacht gekämpft und sich den „entmenschten Horden aus den Steppen Asiens“ entgegengestellt, dröhnt es vom Podium. „Kein Tier könnte so grausam, kein Teufel so wahnsinnig sein, wie diese sadistischen Verbrecher, Kommissare und Propagandisten der Roten Armee, Bestien in Menschengestalt“, hallt es durch den Saal. Betroffen lauscht das Publikum. Einige nicken.

Im kleinen Saal des Gemeinschaftshauses Gropiusstadt in Neukölln gedenkt die Berliner NPD dem Ende des zweiten Weltkrieges am 8. Mai vor 62 Jahren. „Gestern eine Niederlage, heute eine Chance, morgen ein Sieg“, lautet das Motto der Veranstaltung.

Rund 100 Sympathisanten sind der Einladung gefolgt. Unter ihnen die Lichtenberger Bezirksverordneten Jörg Hähnel und Manuela Tönhardt. Polizeibeamte haben das Gelände um den Lipschitzplatz abgeriegelt. Im Innern sichern kahlrasierte Ordner den Eingang und am Rednerpult steht Eckart Bräuniger. ...lesen

Tuesday, September 16, 2008

Tätowierung: Job weg

Die Entlassung eines Beamten der Bundespolizei auf Probe wegen einer "Landser"-Tätowierung ist rechtens. Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) lehnte den Antrag des Mannes auf vorläufigen Rechtsschutz ab.
Der Antragsteller habe nach Ansicht der 2. Kammer durch die Tätowierung in erheblichem Maße gegen seine Beamtenpflicht verstoßen, teilte das Gericht am Freitag mit. Diese hätte bei einem Beamten auf Lebenszeit zumindest die Kürzung der Dienstbezüge zur Folge gehabt. Gegen den Beschluss vom 20. August legte der Mann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein.

Der Mitteilung zufolge hat sich der Polizist Anfang 2005 auf seinem Rücken halbseitig das Bild eines Wehrmacht-Soldaten des Deutschen Reiches, aber ohne Hakenkreuz, farbig tätowieren lassen. Dies sei vom Dienstherrn zunächst unentdeckt geblieben, hieß es. Auch wenn es sich bei der Tätowierung nicht um Verwenden oder Darstellen eines verbotenen nationalsozialistischen Kennzeichens handele, lasse die auffallend große und symbolträchtige Tätowierung den Eindruck zu, dass mit marktschreierischer Werbung für ein bestimmtes Gedankengut eingetreten werde.

Das Gericht ging jedoch nicht davon aus, dass der Mann als rechtsextremistisch einzustufen sei. ...lesen

Sunday, April 05, 2009

Go east!

Die NPD bemüht sich um die »Russlanddeutschen«. Diese sollen der Partei auch dabei helfen, die »Achse Berlin-Moskau« aufzubauen.

Am 18. April soll vor dem nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf demonstriert werden – »gegen die Fälschung der Geschichte der Russland­deutschen und die Medienhetze«. Transparente und Schilder mit diesem Motto, aber auch dem Slogan »Unsere Väter waren keine Täter!« waren bereits im August 2008 vor dem Landtag zu sehen. Auch damals hatte die Schutzgemeinschaft ›Deutsche Heimat‹ der Deutschen aus Russland e.V. zu der Protestkundgebung aufgerufen. Etwa 80 Personen – unter ihnen so genannte Russland­deutsche sowie Mitglieder der NPD und der »freien Kameradschaften« – folgten dem Aufruf.

Sie störten sich an einem Kapitel über Migration in einer Publikation des Schöningh-Schulbuch­verlags für den Geschichtsunterricht in der achten Jahrgangsstufe. In dem Abschnitt wird die Beteiligung von Russlanddeutschen am Massenmord an den Juden in den von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten dargestellt. Für die Schutzgemeinschaft und ihre Unterstützer ist das eine »Verunglimpfung unserer Vorväter« und eine »verlogene Darstellung der Geschichte«. Den Rednern vor dem Landtag zufolge wurden »die russlanddeutschen Volksgenossen […] selbst Opfer einer brutalen und menschenverachtenden Vertreibungspolitik«. Und selbstverständlich sei »das deutsche Volk […] kein Tätervolk«.

Die Kundgebung diente noch einem weiteren Zweck: Viktor Kaspar, ein Vertreter der Russlanddeutschen Konservativen, nutzte seinen Redebeitrag für einen Appell: »Alle Russlanddeutschen wählen NPD!« Der anwesende NPD-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen, Claus Cremer, sicherte in seiner Rede wiederum den Russ­land­deutschen die Unterstützung seiner Partei zu und lud diese ein, sich in dieser für »ein besseres Deutschland« einzusetzen. ...lesen

Friday, March 13, 2009

Wieder Nazikundgebung in Zossen

35 Neonazis verklären Geschichte bei Kundgebung in Zossen – 40 Anwohner und Autonome Antifaschisten protestieren spontan auf Marktplatz
Am heutigen Abend führten knapp 35 Neonazis (u.a. Michael Skupin, Ernst Olaf & Tobias Markgraf), größtenteils aus Teltow-Fläming (Ludwigsfelde, Blankenfelde-Mahlow und Zossen) und Berlin-Rudow eine „Mahnwache“ unter dem Titel „Für ein ehrenhaftes Gedenken der Opfer des zweiten Weltkriegs“ durch. Dabei stellten sich die Teilnehmer vor dem Rathaus mit Wachsfackeln und zwei Transparenten gegen vermeintliche „alliierte Kriegsverbrechen“ auf und verklärten in Redebeiträgen die Geschichte:
Erwartungsgemäß gedachten die Rechtsextremisten nicht den Opfern des zweiten Weltkriegs, also den Menschen, die dem von NS-Deutschland 1939 verursachten Angriffskrieg zum Opfer fielen, die von Wehrmacht und Waffen-SS beraubt, gefoltert, vergewaltigt und ermordet worden sind. Stattdessen hetzten sie einseitig gegen die Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Alliierten und der Roten Armee und bezeichneten es als „Schande“. Die Rolle der Deutschen als Täter blendeten sie völlig aus bzw. versuchten die Taten durch vermeintliche andere Verbrechen der Kriegsgegner zu relativieren.

Mit unterschiedlichen Aktionen protestierten Anwohner und Autonome Antifaschisten auf dem Marktplatz gegen die geschichtsrevisionistische Hetze der Neonazis ...lesen

Friday, February 22, 2008

Mehr als 90 rechte CDs auf Index gesetzt

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat im vergangenen Jahr 92 rechtsextreme CDs und andere Tonträger auf den Index gesetzt. In der Liste werden unter anderem CDs der Bands „Stahlgewitter“, „Spreegeschwader“ und „Blitzkrieg“ genannt. Sie dürfen Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht werden. Die Angaben finden sich in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke). Die Prüfstelle indizierte zudem zwei Bücher, eine Beitragsreihe mit Propagandaschriften der Wehrmacht, drei DVDs, eine Video-CD und ein Computerspiel.

Quelle
Tagesspiegel [22.02.08]

Zum Thema:

turnitdown.de

Sunday, April 05, 2009

Statt Schockstarre und Anbiederung

Es ist noch nicht sehr lange her, dass deutsche Bürgermeister nur zwei Möglichkeiten sahen, wenn sie in ihrer Stadt plötzlich mit Rechtsextremisten konfrontiert waren: Sie fielen entweder sofort in Schockstarre und versuchten die Augen so fest zuzudrücken, dass sie die Rechten gar nicht mehr sahen. Oder sie probierten es mit einer Art von Anbiederung, die in früheren Zeiten Appeasement genannt wurde: immer noch einen Schritt mehr auf die Radikalen zugehen, sie jovial als ein wenig verirrte Freunde ansprechen, die doch eigentlich zur Gemeinschaft dazugehören. Nur über die Stränge schlagen sollen sie halt nicht.

Die Konsequenz dieser beiden Verhaltensweisen hat sich immer wieder gezeigt: In Sachsen-Anhalt feierte ein Bürgermeister fröhlich auf der Sonnwendfeier der Rechten mit und wollte gar nicht mitbekommen haben, dass dabei die Tagebücher der Anne Frank verbrannt wurden. Ein anderer Bürgermeister belobigte die Jungs von der örtlichen Kameradschaft, weil sie Sandsäcke gegen das Hochwasser geschleppt hatten. Dass die Jungs sich "Wehrmacht" nannten, fiel da gar nicht auf. Und wenn dann der örtliche Jugendklub von den Rechtsradikalen okkupiert war, war es schon zu spät. ...lesen

Thursday, July 02, 2009

Radevormwald: Menschenkette gegen Rechts

Menschenkette gegen Rechts - proNRW-Vorsitzender photographiert Anwesende

Der Runde Tisch gegen Rechts hat heute in Radevormwald seine in der Presse lange angekündigte Menschenkette veranstaltet.Es wurde mit einer Beteiligung von ca. 50 Menschen gerechnet - Am Ende waren es nach einer Zählung dann doch 75.
Horst Enneper (CDU) eröffnete die Menschenkette mit einem Redebeitrag, in dem er den Rechten in Radevormwald den Kampf ansagte und auf die Breite des eigenen Bündnisses hinwies, sowie auf den Hintergrund der proNRW-Kandidaten für Radevormwald einging. Ihm folgte ein kurzer Beitrag von Michael Ruhland (Grüne / GEW).

proNRW-Kandidat verehrt Hitler und die Wehrmacht

Besonders der Spitzenkandidat der Radevormwalder Liste von proNRW wurde erwähnt: Tobias Ronsdorf, der auf einer seiner privaten Webseiten über sich zu berichten wußte, daß die deutschen Soldaten der Weltkriege seine Helden seien, und “Mein Kampf” seine liebste Lektüre. So jemand ist natürlich unter gar keinen Umständen als rechtsextrem zu bezeichnen… proNRW bezeichnet solche Menschen als den neuen Typ demokratischer Mitbewerber von Rechts. ...lesen

Zum Thema:

ProNRW oder “Das Imperium schlägt zurück" (ProNRW plant eigenen Angaben zufolge eine Großveranstaltung) [02.07.09]

Thursday, December 27, 2007

Rechtsradikaler Rap

Man staunt nicht schlecht als man einige Texte des Musikers "Bock" (Bjoern M. Bock Feuerbachweg 13, 33659 Bielefeld ) hört. Die derzeitige deutsche Rap und Hip-Hop Szene versucht sich mit immer übertriebeneren und krasseren Texten zu übertrumpfen und in die Medien zu spielen. Doch brach Fler´s "Neue Deutsche Welle" noch von Bravo bis zu MTV einen Sturm der Entrüstung los und regte zu Dikussionen über Rechtsradikalismus in der Hip Hop Szene an, so ist das Thema wieder in der Versenkung verschwunden - um wie es scheint - dort vergessen zu werden.

So ist es ein leichtes, für den Rapper "Bock" mit Rechtsradikalen Symbolen und Texten auf seiner Website zu werben. Ganz offen wird die Deutsche Wehrmacht bewundert, Ausländer und Linke Menschen zu Zielscheiben erklärt. "Bock" macht keinen Hehl daraus, wofür er steht:

"Wenn du zwischen ausländischen Einwanderern und „alternativen“ Arbeitern aufwächst und geprägt wirst von einem Umfeld, das alles hasst was deutsch ist, lernst du, dass es am Ende nur eines gibt was zählt"

Auch werden hier Ausländerfeindliche Vorurteile geschürt und Nationalsozialistisches Gedankengut offen zugegeben:

„Ich ziehe einen Schlussstrich unter die Geschichte und fange bei Null an. Es interessiert mich nicht was damals war, denn wenn ich heute aus meiner Tür gehe, sehe ich immer noch einen großen Haufen Scheisse. Euch wird erzählt den Einwandererfamilien geht es dreckig?! Nein, der größte Teil der Unterschicht ist deutsch! Wir sind die Mehrheit! Der Rest hat seine Fresse zu halten! Das deutsche Volk hat vergessen wer es ist und wo es herkommt. Ich bin der, der ihm endlich das zurückgibt was ihm seit langem fehlt: …seinen Stolz und seine Ehre…“ ...lesen

Tuesday, July 15, 2008

Zensur durch Gebirgsjäger

Gericht verbietet Naziopfern, Nazikriegsverbrecher als solche zu benennen
Auf die Ehre der Wehrmacht läßt der Kameradenkreis der Gebirgstruppe nichts kommen. Jedes Jahr versammelt er alte Veteranen und Bundeswehrangehörige im bayerischen Mittenwald, um stolz auf die Geschichte der Gebirgjäger zurückzublicken.
Wer auf deren Kriegsverbrechen hinweist, den lassen die Kameraden von der Polizei abführen. In der vergangenen Woche haben sie zusätzlich einen Maulkorberlaß erwirkt: Das Landgericht Nürnberg-Fürth untersagte der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), öffentlich »zu behaupten: ›Seit 2002 protestiert eine bundesweite Bewegung Jahr für Jahr in Mittenwald/Oberbayern gegen das größte Soldatentreffen, das – indem es vom Kameradenkreis der (NS-)Gebirgstruppe veranstaltet wird – auch das größte Kriegsverbrechentreffen ist.‹« Bei Zuwiderhandlung muß VVN-Sprecher Ulrich Sander mit einem Ordnungsgeld bis zu 250000 Euro, »ersatzweise Ordnungshaft bis zu sechs Monaten«, rechnen. ...lesen

Siehe auch:

Solidarität mit Uli Sander [08.05.09]